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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Spontan-Demo in Dangast

18.11.2019

Dangast Eigentlich wollte Niedersachsens Minister für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz, Olaf Lies, am Samstag einen Förderbescheid für die Sanierung der Quellbad-Rutsche in Dangast überreichen. Der Übergabe-Termin wurde aber von hunderten Landwirten gesprengt.

Landwirte aus Friesland und der Wesermarsch nutzten die Anwesenheit des Ministers für eine spontane Demonstration. „Die Trecker waren noch warm von der Demo am Dienstag in Hamburg“, meinten einige Landwirte. Rund 250 Teilnehmer mit 150 Traktoren empfingen den Minister auf dem Parkplatz beim Weltnaturerbeportal.

Im Gebäude kam es zu einer lebhaften Diskussion. Angesprochen wurden beispielsweise Insektenschutz, Rote Gebiete, Vogelschutzgebiete und Zugvögel. „Unsere Landwirte haben sich in den vergangenen Jahren in vielen freiwilligen Maßnahmen wie beim Anlegen von Blühstreifen engagiert“, sagte Kreislandwirt Hartmut Seetzen. „Das ignoriert die Bundesregierung völlig und setzt jetzt allein auf Gesetze, die massive finanzielle Auswirkungen auf die Betriebe haben.“

Auch die Einhaltung eines Mindestabstands zu Gewässern, wenn Pflanzenschutzmittel ausgebracht werden, wurde angesprochen. „Solche Bewirtschaftungsverbote sind ein massiver Eingriff in die Nutzungsfähigkeit von Flächen, ohne dass es den Insekten nutzen würde“, sagte Hartmut Seetzen.

Ein Gesetz dazu werde derzeit beraten, „aber das zu pauschalisieren geht nicht“, sagte Minister Lies mit Blick auf die großen Agrarflächen in Mecklenburg-Vorpommern. Dort betreffe es teilweise nur ein Prozent der Fläche, wohingegen im Nordwesten teils zehn bis 20 Prozent Nutzfläche wegfallen würden.

Großen Unmut bereitet den Landwirte auch die neue Düngeverordnung. Dazu will der Niedersächsische Landtag am Montag ein Gesetz beschließen. „Wir befinden uns in einem Rechtsrahmen, den wir abarbeiten müssen“, so Lies. Niedersachsen sei das letzte Bundesland, das nun seine Düngeverordnung verschärfe. „Das Gesetz müssen wir am Montag durchkriegen, sonst drohen hohe Strafzahlungen an die EU“, sagte der Minister und versprach, einen Weg zu suchen der Landwirten und EU gerecht wird.

Die Demo-Teilnehmer wollen alles ganz genau im Blick behalten und sagten: „Wir haben den ganzen Winter Zeit, wir kommen wieder.“ Auch die Treckermotoren haben bei diesen hitzigen Themen keine Zeit zum Abkühlen: Am Montag geht es zur Demonstration nach Hannover und am 26. November nach Berlin.

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