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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Deicharbeiten ruhen bis Frühjahr

11.11.2016

Wangerooge Die Bauarbeiten zur Erhöhung und Verstärkung des Dorfgrodendeichs auf Wangerooge sind in diesen Tagen erst einmal zum Abschluss gekommen. Die Arbeiter sind gegenwärtig noch dabei, die Baustelle aufzuräumen, Absperrgitter beiseite zu räumen, Deichübergänge freizumachen und den Fahrweg von der Telegraphenbalje zur Insel aufzunehmen. Auch der zeitweise gesperrte Deichkronenweg wird in Kürze wieder durchgehend begehbar und befahrbar sein.

„Die Sturmflutsicherheit ist bei der kürzlich abgehaltenen Deichschau festgestellt worden“, teilt der Auftraggeber, der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), auf Nachfrage der NWZ  mit.

Ende April hatten die Arbeiten am Deich der Insel begonnen. Der rund ein Kilometer lange Abschnitt vom Deichschart für die Inselbahn bis zur Richthofenstraße sollte bis zum Herbst fertigstellt worden sein, hatte Frank Thorenz als Leiter der zuständigen Betriebsstelle Norden-Norderney im Frühjahr zugesagt.

Nach aktuellen Angaben des NLWKN hat die bauausführende Firma die vertragsgemäße Bauleistung erbracht. Die erhöhte Deichstrecke endet jedoch gut hundert Meter vor der Richthofenstraße beziehungsweise vor dem Übergang des Dorfgrodendeiches in den Ostgrodendeich. Dieser Widerspruch war nicht aufzuklären.

Deutlich mehr Sicherheit

Der neue Deich biete nun deutlich mehr Sicherheit, da er eine 1,50 Meter mächtige Kleiabdeckung erhalten habe und damit besser den Fluten standhalten könne als der Vorgänger. Die Neubaustrecke hat zudem ein massives Fußdeckwerk aus Wasserbausteinen erhalten. „So ist er gegen den straken Wellenagriff in Sturmfluten gewappnet“, sagt Frank Thorenz. In den Vorjahren waren bereits der östliche Teil der Deichstrecke sowie das in der Deichlinie liegende Deichschart und das Schöpfwerk neu gebaut worden.

Für die Deichverstärkung wurden insgesamt 40 000 Kubikmeter Klei und 6000 Tonnen Schüttsteine auf die Insel gebracht. Das wertvolle Deichbaumaterial ist auf Wangerooge – wie auf allen ostfriesischen Inseln – in dieser Qualität nicht zu finden. Deshalb musste der Klei per Schiff übers Wattenmeer zur Insel gebracht werden.

Glücklicherweise fiel der Bau eines Hochwasser-Entlastungspolders für die Harle bei Wittmund mit dem Deichbau auf der Insel zusammen. So konnte „grenzüberschreitende“ Zusammenarbeit beim Kampf gegen den Blanken Hans in die Tat umgesetzt werden.

Das Material war in Harlesiel auf Pontons umgeschlagen und bei Hochwasser an die Telegraphenbalje gebracht worden. Dort wurde es entladen und auf einem durch das Watt laufenden, knapp zwei Kilometer langen Sanddamm mit geländegängigen Fahrzeugen zur Einbaustelle transportiert. Diese „Wattstraße“ wurde jetzt zurückgebaut, weil winterliche Sturmfluten das Baumaterial unkontrolliert im Nationalpark verteilt hätten.

Fünf Millionen Euro

Die Herstellungskosten des aktuellen Bauabschnittes betrugen etwa fünf Millionen Euro, die gemeinsam vom Land Niedersachsen und vom Bund aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes getragen werden. Sie liegen damit deutlich über den Kosten für den Deichbau am Festland; die Mehrkosten werden vor allem durch den aufwendigen Kleitransport zur Insel verursacht.

Die Arbeiten am Deich werden in den kommenden zwei Jahren fortgesetzt, teilte der NLWKN mit. Für den Baustart im nächsten Frühjahr liegen schon Schüttsteine und Klei nahe der Baustelle bereit.

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