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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Deichtrasse bis Herbst gesperrt

08.04.2017

Wangerooge Die Harlehörn-Düne auf Wangerooge wird erneut verstärkt: Der letzte Winter hat deutliche Spuren an der Harlehörn-Düne hinterlassen. Hauptursache waren die Sturmfluten vom Dezember 2016 und Januar 2017, die Dünenabbrüche von bis zu zehn Metern Tiefe auf einer Länge von circa 800 Meter verursacht haben.

„Umfangreiche Vermessungen und Berechnungen haben ergeben, dass die derzeitige Dünenbreite und die Strandhöhe nicht mehr ausreichen, um im nächsten Winterhalbjahr bei Sturmfluten einen Durchbruch der Düne zu verhindern. Deshalb ist eine Verstärkung der Dünen mit rund 130 000 Kubikmeter Sand zwingend erforderlich“, erläuterte Theo van Hoorn von der Betriebsstelle Norden-Norderney des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN).

Im Fall eines Durchbruchs wäre der Hafen von Wangerooge vom Rest der Insel abgeschnitten.

Deichbau auf 400 Metern

Die aus Landes- und Bundesmitteln geförderte Maßnahme wird jetzt ausgeschrieben, um die Arbeiten rechtzeitig vor dem Winterhalbjahr abschließen zu können. Bei günstiger Witterung rechnet der NLWKN mit einem Abschluss der Maßnahme im August/September.

Bis zum Herbst soll auch die Erhöhung und Verstärkung des Dorfgrodendeichs auf einem ca. 400 Meter langen Abschnitt im Bereich der Richthofenstraße abgeschlossen sein. Wie Theo van Hoorn bei der Bürgerinformation auf Wangerooge am Donnerstag berichtete, liegt die Baumaßnahme im Zeitplan.

„Die Teilstrecke Richthofenstraße verbindet den Dorfgrodendeich mit dem Ostgrodendeich und bildet einen wichtigen Abschnitt in der Erneuerung des wattseitigen Sturmflutschutzes für die Insel.“

Für die Dauer der Baumaßnahmen werden der Ostflügel des Ostgrodendeiches bis zum Schöpfwerk sowie der Zugang zum Wattwanderweg am Bahnschart geöffnet bleiben. Die übrige Deichtrasse wird wegen der Arbeiten bis in den Herbst hinein gesperrt. Zusätzlich werden im Bereich des Ostinnengrodens Maßnahmen zur Biotopverbesserung als Kompensation durchgeführt, weil durch den Deichbau wertvolle Biotope beeinträchtigt werden. Van Hoorn lobte die gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde Wangerooge, den Naturschutzbehörden, dem Mellumrat und allen weiteren Beteiligten.

4 Millionen Euro

Insgesamt werden für den Deichbau auf Wangerooge in diesem Jahr ca. vier Millionen Euro eingesetzt, die gemeinsam vom Land Niedersachsen und vom Bund aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes getragen werden.

Die Insel Wangerooge wird durch fast sechs Kilometer Deiche und elf Kilometer Schutzdünen vor Sturmfluten geschützt und in ihrem Bestand gesichert.

Baumaßnahmen an deichen und Dünen Wangerooges

Harlehörn-Düne: Die Düne wird auf gesamter Länge seeseitig um bis zu 21 Meter auf eine Höhe von 9,5 Metern über dem mittleren Meeresspiegel verbreitert. Zusätzlich wird der Strand aufgehöht, um den Dünenfuß zu stützen. An der schwächsten Stelle der Düne wird auf einer Länge von ca. 100 Metern eine zusätzliche Sicherung gegen Durchbrüche aus Großsandsäcken in die Düne integriert. Insgesamt werden etwa 800 Säcke verbaut. Jeder dieser Säcke hat ein Gewicht von mehr als zwei Tonnen.

Der erforderliche Sand soll südwestlich der Hafenzufahrt Wangerooges mit einem Nassbagger gewonnen werden. Von dort wird der Sand über eine rund einen Kilometer lange Spülleitung zur Einbaustelle transportiert. Mit Hilfe von Planierraupen und Baggern wird das endgültige Dünen- und Strandprofil erstellt.

Deichbau: Die Erhöhung und Verstärkung der Deiche hat 2014 begonnen und soll bis 2018 mit Restarbeiten 2019 abgeschlossen sein. Für den ca. 400 Meter langen Abschnitt im Bereich der Richthofenstraße werden mehr als 20 000 Kubikmeter Klei und mehr als 5000 Tonnen Schüttsteine verbaut, die sich schon auf der Insel befinden. Insgesamt werden 1250 Meter Deichverteidigungs- und Deichkronenweg und zwei Deichtreppen auf der Gesamtstrecke des Dorfgrodendeiches fertiggestellt.

Zusätzlich werden am Festland über 40 000 Kubikmeter Klei gewonnen, die nach Harlesiel transportiert werden. „Diese werden vorbereitend für den letzten Deichbauabschnitt in Harlesiel zwischengelagert. Damit wird im nächsten Jahr letztmalig per Schiff Klei auf die Insel transportiert“ ergänzte van Hoorn.

Die insgesamt circa 3,3 Kilometer lange Deichstrecke weist Fehlhöhen von teilweise mehr als einem Meter und nur eine sehr schwache Kleiabdeckung auf. Der neue Deich ist durch ein massives Fußdeckwerk aus Wasserbausteinen und eine Kleiabdeckung von 1,5 Metern an der Seeseite gegen den starken Wellenangriff in Sturmfluten gewappnet. In den Vorjahren waren bereits der westliche und östliche Teil der Deichstrecke sowie das in der Deichlinie liegende Bahnschart und das Schöpfwerk neu gebaut worden, so van Hoorn.

Melanie Hanz
Agentur Hanz
Redaktion Jever
Tel:
04461 965311

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