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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Denkmalschutz 1969 kein Streitthema

13.01.2015

Varel Abriss und Neubau oder Sanierung der denkmalgeschützten Fußgängerbrücke am Vareler Bahnhof? In die Diskussion um den barrierefreien Übergang zu den Gleisen 2 und 3 hat sich jetzt auch Bürgermeister Gerd-Christian Wagner eingeschaltet. Er gab zu bedenken, dass der Übergang ein Kulturdenkmal ist. „Wenn wir den erhalten, werden in 20 Jahren sicherlich einige sagen: Gut, dass ihr das gemacht habt“, betonte Wagner während des Neujahrsempfang der CDU Varel.

Die oberste Denkmalschutzbehörde habe die Denkmaleigenschaft des Übergangs bestätigt, die Bahn eine Finanzierungsvereinbarung eingereicht. Das Planfeststellungsverfahren läuft.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Hans-Werner Kammer hielt sich hinsichtlich einer Entscheidung bedeckt, mahnte aber eine zügige Entscheidung an. „Wir müssen das machen, was am schnellsten möglich ist.“ Wie berichtet hat der Vareler Stadtverband der CDU einen Abriss des zu Beginn des 20. Jahrhunderts errichteten Gebäudes befürwortet. Zuvor hatten sich auch Niedersachsens Wirtschafts- und Verkehrsminister Olaf Lies (Sande) sowie Frieslands Landrat Sven Ambrosy dafür ausgesprochen.

Auch die Fraktion Bürgerbündnis Varel BBV unterstützt die Abriss-Forderung. Der Fraktionsvorsitzende Rudi Böcker fordert, dass sich der Bauausschuss schon an diesem Mittwoch mit dem Thema beschäftigen soll: „Nun ist es höchste Zeit, dass gehandelt und alles unternommen wird.“

Kein Thema war der Denkmalschutz indes vor fast genau 45 Jahren, als bereits ein Teil der Fußgängerbrücke am Vareler Bahnhof abgerissen wurde. Damals führte der Übergang zu den später stillgelegten und entfernten Gleisen 4 und 5, einer Nebenstrecke nach Neuenburg, auf der bis in die 1950er Jahre noch Personenverkehr stattfand. „Der solide Trakt, der schon seit Jahren nicht mehr benutzt wurde, ist für fast alle Vareler ein Stück Tradition, deshalb muß man ihm allerdings nicht hinterhertrauern“, schrieb die NWZ  am 16. Januar 1969: „Unser Bahnhof wird dadurch nicht sein Gesicht verlieren, sondern nur verändern.“

Wird auch die noch bestehende Fußgängerbrücke abgerissen, müssen sich die Arbeiter auf viel Mühen einstellen. Die NWZ  berichtete vor einem Vierteljahrhundert, dass „die Bauhandwerkerschaft sich mit dem überaus festen Beton des Bauteils abplagen muß. Hier ist ein Zeichen, dass die Reichsbahn damals in der Bauzeit kurz nach der Jahrhundertwende in punkto Beton keine besondere Sparsamkeit zu walten lassen brauchte“. Die Überdachung des abgerissenen Teils wurde seinerzeit wiederverwendet und als Dach des Bahnhofs in Sande genutzt.

Die aktuellen Baumaßnahmen im Vareler Bahnhof sind nötig, damit die Bahn die Strecke Oldenburg-Wilhelmshaven elektrifizieren kann. Beginn soll nach Angaben der Deutschen Bahn 2017 sein. Auch 1969 war davon bereits die Rede: Der Abriss der Vareler Nebenbahn „erfolge mit Vorausblick auf die Möglichkeit späterer Elektrifizierung“.

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