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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Denkstil kommt Ingenieur entgegen

17.04.2010

BOCKHORN Seit seiner Jugend hat sich Franz Sagemüller mit den Philosophen Arthur Schopenhauer und Friedrich Nietzsche beschäftigt. „Das hat Spuren hinterlassen“, sagt er heute – aber nicht irgendwelche, sondern Franz Sagemüller hat selbst eine ganz spezielle Philosophie entwickelt, ein tiefes, gedankenreiches System, niedergelegt in Büchern, die bis heute Wirkung zeigen. „Geburt und Vermächtnis universaler Sprachlichkeit“ erschien 1995, herausgegeben in eigener Verlagsgesellschaft, gedruckt von Oskar Berg in Bockhorn. Präsentiert wurde es damals zur Veröffentlichung in Paris, in Bockhorn war es in kleinen Zirkeln großes Gesprächsthema: „Erinnern Sie sich?“

Kein einfaches Thema

Nun ist es kein einfaches Thema, dem sich Franz Sagemüller damals widmete: „In einer konzentrierten Darstellung gelangt ein völlig neuartiger sprachanalytischer Ansatz zur Geltung, indem die ursprüngliche Verschlingung des Sprachbegriffs in den Willensbegriff hinein als jene umfassende analytische Herausforderung aufgezeigt wird, gegenüber welcher die unzähligen speziellen Ansätze auf diesem Gebiet noch quasi im Dickicht modisch eskapistischer Verweigerungen verstrickt scheinen.“

Es ging um Sprache als Erklärungsmacht, um die Entfaltung des systematischen Materiebegriffs, um Gewalten-Teilung und Transzendenz logischer Kontinuität. Deutlich wird eine technische Ausrichtung, die Franz Sagemüller, Diplom-Ingenieur und Konstrukteur von Tabakverarbeitungsmaschinen, auch im Vorwort bestätigt: „Schopenhauers und Nietzsches Denkstil kommt meiner vom Ingenieurberuf geprägten Vorstellungswelt entgegen; fand ich doch bei beiden eine weit ausgreifende Philosophie des Willens vor, die mich fortwährend geradezu aufstachelte, zu einer präziseren, eben ingenieurmäßigen Erfassung der Mittel dieses Willens zu gelangen.“

Selbstbewusste Wege

Beruflich ging Sagemüller früh eigene, selbstbewusste Wege, heute zählt sein Unternehmen in Bockhorn an der Nordstraße zu den Vorzeige-Firmen in der Friesischen Wehde. Sein eigenes Wort „Ausgreifend“ trifft aber auch auf seinen philosophischen Ansatz zu, Musik spielt hinein, über Bruckner und Schubert, „meinen Helden“, schob er Brahms und Beethoven beiseite, die Erlanger Schule der Protophysiker wurde einbezogen, und dann wurde es international, denn für Sagemüllers Gedanken bedarf es eines fast europäischen Publikums. Gewidmet ist sein Buch Jacques D’Hondt, heute emeritierter Professor der Philosophie, als „französischer Hegel“ bezeichnet.

Auf dessen Einladung hielt Sagemüller Vorträge über Descartes, nicht irgendwo, sondern an der Sorbonne, „aus protestantischer, deutscher Sicht.“

Und da ist die nächste wichtige Ingredienz in Sagemüllers System, die Theologie, der protestantische Glauben, für Sagemüller festgemacht an Namen wie Diedrich Bonhoeffer und Karl Barth, vor allem an Gerhard Ebeling, dem Vertreter hermeneutischer Theologie, alles zusammen wieder überprüft anhand der eigenen Philosophie.

So lässt sich ein eigenes Zitat Sagemüllers über Descartes auf ihn selbst anwenden: „Ein ehrwürdiger, demütiger, redlicher Denker, der getan, was er gesagt, und gesagt, was er getan hat.“ Franz Sagemüller ist heute mittendrin mit seinem Tun und Sagen in der europäischen Philosophie-Landschaft.

Gerade wurde das zweite Kapitel seines Buches über die „Entfaltung des systematischen Materie-Begriffs“ in Polen veröffentlicht. Im August wird er in Venedig sein, Gast der ASPLF, einer internationalen Vereinigung der Gesellschaften für Philosophie.

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