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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Ein Leben für Bund, Berge und Borussia

14.10.2010

UPJEVER An seinen ersten Anschiss, den er als junger Soldat bekommen hat, kann sich Oberst Karl-Heinz Kubiak noch gut erinnern: „Ich war erst kurze Zeit beim Bund. Es gab einen Nachtalarm und alles stürmte im Kampfmontur nach draußen. Nur ich stand da und hatte noch meinen Schlafanzug an“, lacht Kubiak. 37 Jahre ist das nun her und in den bald vier Jahrzehnten beim Bund kam es nicht mehr allzu oft vor, dass ihn ein Vorgesetzter in barschem Kasernenhofton zurechtweisen musste.

Der heute 56-jährige Karl-Heinz Kubiak, der im nördlichen Ruhrgebiet in einem katholischen Elternhaus groß geworden ist und mit 19 Jahren Abitur gemacht hat, ist mit Leib und Seele Soldat. „Es gab nie einen anderen Berufswunsch“, erzählt der Kommandeur. Gleich nach dem Abi 1973 kamen die Hippiehaare ab und der Helm auf die neue Kurzhaarfrisur.

Ursprünglich habe er zur Flugsicherung gewollt, erzählt Kubiak. Doch der Arzt attestierte ihm ein zu schwaches linkes Auge. So wurde nichts daraus. Kubiak schlug einen anderen Weg bei der Luftwaffe ein, studierte Pädagogik an der Bundeswehrhochschule in Hamburg und erklomm die olivgrüne Karriereleiter. Rückblickend sagt er: „Ich würde alles noch mal so machen, auch wenn sich die Bundeswehr und die Bedrohungslage fundamental verändert hat.“

Nach Ausbildung und Führungspositionen u. a. in Iserlohn, in Köln-Wahn, Bonn und in England war Kubiak fast viereinhalb Jahre lang Kommandeur des Objektschutzregiments der Luftwaffe „Friesland“ in Upjever. An diesem Donnerstag wird er mit militärischem Zeremoniell aus Upjever verabschiedet und macht Platz für seinen Nachfolger Oberst Harald Schulz.

Berufspendler Kubiak, der seit 2004 in Troisdorf bei Köln lebt und nur an den Wochenenden nach Hause zur Familie ins Rheinland fährt, geht für die letzten dreieinhalb Jahre bis zum Ruhestand nach Köln. Nach seinem Urlaub übernimmt er am 1. Dezember die Führung über das Luftwaffenausbildungskommando und ist dort für die militärfachliche Ausbildung verantwortlich.

„Ich gehe mit einem weinenden und einem lachenden Auge“, sagt Kubiak. Seine neue Dienststelle ist nur noch eine Viertelstunde von seinem Haus entfernt. „Da kann mit dem Fahrrad hinfahren.“ Und statt die Wochenenden in der Bahn zu verbringen, will er künftig mehr Zeit mit seinen Töchtern und Ehefrau Birthe verbringen – und auch wieder öfter ins Fußballstadion gehen: Kubiaks zweite Uniform ist schwarz-gelb. Der dazugehörige Schal hängt an der Wand seines Kommandeurszimmers. „Borussia Dortmund“ steht darauf.

Eine andere Leidenschaft ist das Bergwandern: Bis zum Antritt in Köln will er mit der Familie durch die Sächsische Schweiz wandern. Und wenn noch Zeit bleibt, gibt es für ihn auch in Österreich noch schöne Gegenden zum Kraxeln.

Kubiak wird beim Gedanken an seinen bevorstehenden Abschied aber auch wehmütig: „Es war eine wundervolle Zeit hier in Friesland. Ich habe mich hier immer sehr wohl gefühlt.“ Was auch daran liege, wie die Region mit den Objektschützern und deren Auftrag umgehe. Es sind viele Freundschaften entstanden, sagt Kubiak. Vor allem die Freitagsrunde bei „Bodo“, seiner Lieblingskneipe in Wittmund, werde ihm fehlen. „Aber ich komme wieder“, verspricht Kubiak. Als Urlauber. Auch wenn er in Friesland nicht Bergwandern kann.

Oliver Braun
Agentur Hanz
Redaktion Jever
Tel:
04461 965313

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