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Bahnverkehr zwischen Hude  und Oldenburg rollt  wieder
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Aktualisiert vor 4 Minuten.

Klappbrücke Defekt
Bahnverkehr zwischen Hude und Oldenburg rollt wieder

NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Ein Stück Vareler Geschichte ersteigert

12.12.2006

VAREL Wer Vareler Ansichten sucht, ist bei Udo Klün gut aufgehoben. 100 Ordner hat der Sammler aus Langendamm bereits gefüllt.

Von Christoph Koopmeiners VAREL - Normalerweise sammelt Udo Klün Ansichtskarten und Belege wie alte Rechnungen und Briefumschläge aus Varel. Doch als der 62-Jährige die alte Zinnkanne im Internet entdeckte, konnte er nicht widerstehen; denn alles, was aus Varel stammt, zieht Udo Klün magisch an. Also gab er wie andere auch ein Gebot und konnte die Zinnkanne für 17,85 Euro ersteigern.

„Die wunderschöne Kanne stammt aus der Zinngießerei Hinrichs“, erzählt Klün. „Die gut erhaltene Kanne hat einen naturgewachsenen Holzgriff, der bei einer Zinnkanne sehr selten ist.“ Die Gießerei Hinrichs befand sich um 1900 an der Neumarktstraße, dort, wo heute ein Ärztehaus steht. Klün besitzt in seinem Vareler Bilderfundus alte Bilder des Gebäudes. „Somit kehrt das gute Stück nach rund 100 Jahren wieder nach Varel zurück.“ Zuletzt stand die Kanne in Warendorf bei Münster.

Erkennungszeichen für die Zinnkanne ist der Stempel auf der Unterseite: G. A. Hinrichs Varel. Hans-Georg Buchtmann, Vorsitzender des Heimatvereins Varel, hat dafür die passende Antwort gefunden. Georg August Hinrichs, 1865 geboren, eröffnete 1893 in der Neumarktstraße 10 die Zinngießerei. Er erwarb die Formen und Werkzeuge des Zinngießers Johann Friedrich Siefken. Sowohl von Hinrichs als auch von Siefken stehen einige Exponate im Heimatmuseum Varel und im Museumsdorf Cloppenburg. Die Zinnkanne von Georg August Hinrichs steht nun auf einem Schrank in Udo Klüns Wohnzimmer zwischen der Weihnachtsdekoration. Irgendwann steht sie vielleicht mal im Heimatmuseum. Das besitzt heute eine größere Zinn-Sammlung mit rund 100 Exponaten Vareler Zinngießer.

Seit rund 20 Jahren jagt Udo Klün nun schon Vareler Ansichten hinterher. Seine rund 100 Ordner hat er nach Ortsteilen wie Langendamm oder Büppel sortiert. Für Varel selber hat er ein Straßenverzeichnis angelegt. Klün zieht aber auch selber mit seinem Fotoapparat los und lichtet Gebäude und Straßenzüge ab, damit es in einigen Jahrzehnten auch Vareler Bilder aus dem Jahr 2006 gibt. Bislang hat er drei Bücher veröffentlicht, eins über Langendamm und drei über Varel. Sie heißen „Das waren noch Zeiten“ und zeigen die Stadt früher und heute.

Um an die vielen alten Schätze zu gelangen, muss Udo Klün meistens Klinken putzen. In den seltensten Fällen wird er wie dieser Tage auf dem Wochenmarkt angesprochen und gefragt, ob er eine Straßenansicht von der Bismarckstraße Ecke Mühlenstraße haben möchte. Da sagt Udo Klün selbstverständlich nicht nein.

Zwar hält er auch immer wieder im Internet nach Dokumenten und Fotos aus Varel Ausschau. Doch am liebsten trifft er sich mit Gleichgesinnten im Vareler Briefmarkenverein. Dort werden nicht nur Briefmarken gehandelt, sondern auch Ansichtskarten und Münzen.

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