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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Eine Handbreit Wasser unterm Kiel

28.07.2011

VAREL Wenn deutsche Häfen und Flüsse versanden und mit Schlick zu kämpfen haben, ist die Vareler Firma „Jadesand“ (Meyer & van der Kamp) nicht weit. Der Betrieb ist Spezialist für Nassbaggerei. Sein Motto: „Mit uns immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel“. Seine Schiffe sind aber selten im Vareler Hafen, dem Sitz des Unternehmens, zu sehen. „Die Anke war zuletzt vor anderthalb Jahren hier, als wir sie modernisiert haben“, berichten Geschäftsführer Hayung Poppe und Prokuristin Antje Antons. Die acht Schiffe – ein neuntes ist im Bau – mit Besatzungen zwischen zwei und 18 Personen arbeiten in Häfen wie Hamburg und Wilhelmshaven oder auch im Werfthafen der Papenburger Meyer-Werft. Es gibt kaum einen Hafen an der Nordseeküste, in denen die Schiffe von „Jadesand“ noch nicht waren. Auch in vielen Flüssen, ob Elbe, Weser oder Themse, sind die Saug- und Spülschiffe im Einsatz.

„Bis vor 15 Jahren war es üblich, Sand und Schlick aus den Flüssen zu holen“, erklärt Poppe die Entwicklung. „Das ist aber nicht gut, weil dadurch die Ufer destabilisiert werden.“ Heute werde in der Regel im Fluss verklappt. Erdwälle auf dem Grund würden eingeebnet, Sand und Schlick mit Schiffen wie dem Saug- und Hopperbagger „Anke“ aus flacheren Stellen in tiefere umgeschichtet. Ähnlich läuft es in den Häfen ab.

Ein Patent besitzt die Firma „Jadesand“ auf das so genannte Wasserinjektionsverfahren. Mit dieser Methode wird kein Sediment aus dem Wasser entnommen. Das Geheimnis sind Wasserstrahlen. Düsen tragen eine große Wassermenge mit geringem Druck in die Gewässersohle ein und erzeugen so ein Wasser-Sediment-Gemisch über dem Boden, das für geringere Aufwirbelungen sorgt als bei Schlickeggen. Mit der Ebbe wird das Gemisch aus dem Hafen oder Fluss gespült.

Ein Problem ist der kontaminierte Schlick in Hamburg, so Poppe. „Zweimal im Jahr saugen wir 150 000 bis 180 000 Kubikmeter davon aus dem Hafen und spülen ihn auf Halde. Der Schlick wird anschließend auf einer Deponie gelagert.“ Da die Kapazitäten hier nicht ausreichen, in Holland dagegen überdimensioniert sind, hat die Firma „Jadesand“ jetzt erstmals für den Hafenbetreiber Bremen-Ports kontaminierten Schlick nach Rotterdam geliefert.

1920: Der 26-jährige Jan Meyer gründet mit Ehefrau Akke ein Fischereiunternehmen am Vareler Hafen.

1928: Grundsteinlegung für das Muschelkalkwerk Jan Meyer in Varel: Der Schill – leere Muschelschalen – wird mit einer Muschelmühle zerkleinert. Es entsteht Muschelkalk der Marke „Friesland“, mit dem bis 1978 gehandelt wurde.

1956: Der jüngste Sohn, Haiko Meyer, tritt nach see- und kaufmännischer Ausbildung in den Betrieb ein.

1962: Gründung der Haiko Meyer KG. Der Jadesand wird ausgebaggert und mit der „Jakob L“ nach Wilhelmshaven transportiert.

1967: Zusammenschluss mit der niederländischen Firma van der Kamp aus Zwolle: Die Meyer & van der Kamp GmbH & Co KG entsteht. Neben der Sandgewinnung auf den Spülfeldern in Großensiel und Wilhelmshaven sind Unterhaltungsbaggerei, Aufspülungen und Kajenhinterfüllungen die Arbeitsbereiche.

Heute gehören Kies- und Sandbaggerei, Kajenhinterfüllungen, Unterhaltungsbaggerungen, Vertiefung von Häfen und Wasserstraßen, Strandvorspülungen und Strandvorklappungen zu den Arbeitsfeldern des Unternehmens

Zur Flotte der Firma „Jadesand“ (Meyer & van der Kamp GmbH & Co. KG) gehören acht Motorschiffe: MS Anke, MS Akke, MS Insa, MS Rijndelta, MS Hein, MS Ijsseldelta, MS Pieter Hubert und MS Maasmond.

Die NWZ-Serie stellt Firmen und Unternehmen vor, die als Mittelständler die Wirtschaft in dieser Region vorantreibt.

Christoph Koopmeiners
Wildeshausen/Dötlingen
Redaktion Wildeshausen
Tel:
04431 9988 2705

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