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Friesendamm in Wilhelmshaven gesperrt
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Aktualisiert vor 10 Minuten.

Nach Unfall Mit Lkw Und Pkw
Friesendamm in Wilhelmshaven gesperrt

NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Bei einem Blowout rücken Amerikaner an

29.11.2018

Etzel Wie sicher sind die unterirdischen Gas-Kavernen in Etzel? Diese Frage treibt die Anwohner des Kavernengeländes um, besonders die Mitglieder der Bürgerinitiative Lebensqualität Horsten/Etzel/Marx. Kritiker der Kavernenanlage fürchten Gasaustritte und im schlimmsten Fall einen sogenannten Blowout, bei dem Tausende Kubikmeter Gas unkontrolliert aus den Kavernen strömen und sich vielleicht sogar entzünden.

Lautes Zischen

Die Kavernen-Betreibergesellschaft Storag Etzel hat jetzt einen Schritt auf die Bürgerinitiative zu gemacht und alle Anwohner zu einer Info-Veranstaltung eingeladen. Am Dienstagabend waren dazu nicht nur rund 25 Gäste, sondern auch Wittmunds Landrat Holger Heymann, der Friedeburger Bürgermeister Helfried Goetz und Vertreter der Katastrophenschutzbehörde des Landkreises gekommen.

Um deutlich zu machen, wie ernst das Unternehmen das Thema Sicherheit nimmt, trat zunächst Joachim Grittmann, Verwaltungsrechtler aus Frankfurt, ans Podium und sprach über die Verordnungen und Paragrafen, auf deren Grundlage das Unternehmen die Störfallverordnung erstellt hat. Dass es der Storag ernst ist mit der Sicherheit, brachte auch Geschäftsführer Thomas Kleefuß zum Ausdruck: „Auch, wenn irgendwo ein Eimer vom Gerüst fällt, erstellen wir für einen solchen Beinahe-Unfall einen Untersuchungsbericht, der dann aufgearbeitet wird, um so etwas in Zukunft zu verhindern.“

Was die Gäste aber vor allem interessierte, war der schlimmst anzunehmende Unfall, ein Blowout. Damit so etwas passieren könne, müssten mindestens zwei Sicherheitsbarrieren gleichzeitig versagen, sagte der technische Geschäftsführer Christoph Uerlich. Das Untertage-Sicherheitsventil in einem Förderstrang müsste ausfallen und das Ventil im überirdischen Kavernenkopf ebenso. Und das sei grundsätzlich sehr unwahrscheinlich, sagte Uerlich. Sollte das dennoch passieren, würden Tausende Kubikmeter Gas unter enormem Druck entweichen. „In 500 Meter Entfernung wäre das Zischen immer noch 80 Dezibel laut“, sagte Uerlich. Das Gas könne sich zwar entzünden, eine Flamme entstünde aber erst, wenn sich Gas und Sauerstoff vermischt hätten, also in rund 30 Meter Höhe.

Fliegende Retter

Wenn so etwas passieren sollte, seien die Feuerwehren nicht mehr zuständig. „Das ganze Gebiet würde abgeriegelt werden“, sagte Uerlich. Die Bundesstraße 436 würde gesperrt und Anwohner evakuiert. Dann würde ein ganz anderes Sicherheitskonzept greifen: das „Storage Emergency Management System“. Amerikanische Einsatztruppen, die Gruppe „Storeman“, würde eingeflogen und sei innerhalb von zwölf Stunden vor Ort. Das Equipement, das die Retter bräuchten, käme aus dem holländischen Emmen: Dort sind die Geräte in der „Balance Point Control“ eingelagert. Mit 25 Lastwagen würden die Geräte nach Etzel gebracht werden, 24 Stunden dauert es, bis sie vor Ort eingerichtet und einsatzbereit wären. Bis dahin wäre schon viel Gas entwichen – doch da das Gas nach oben aufsteige, bestünde für die Bürger keine Gefahr, sagte Uerlich.

Was ist mit den Kühen?

Doch wenn die Menschen evakuiert werden, wer kümmert sich dann um die Tiere? Das interessierte besonders die Landwirte. Anzunehmen sei schließlich auch, dass vor allem Kühe vor dem enormen Krach fliehen und in Panik geraten. So detailliert allerdings seien die Notfallpläne nicht, das müsse im Einzelfall entschieden werden, sagte Thomas Kleefuß. Friedeburgs Bürgermeister Helfried Goetz sagte: „Man kann nicht alles planen, eine Katastrophe hält sich nicht an die Regeln.“

Sandra Binkenstein Varel / Redaktion Friesland
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