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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Rotes Kreuz In Jever: Fast alle Pflegekräfte haben gekündigt

11.04.2015

Jever Statt besser, läuft es beim Pflegedienst des Kreisverbands Jeverland des Deutschen Roten Kreuzes offenbar immer schlechter: Fast alle der Pflegefachkräfte haben inzwischen gekündigt und auch mehrere Pflegekunden sind zu anderen Pflegediensten gewechselt oder erwägen diesen Schritt.

Die Pflege der Patienten haben Pflegehelferinnen und Kräfte des DRK-Pflegedienstes Wittmund übernommen. „Und keiner von uns wurde darüber informiert, dass erneut neue Pflegekräfte vor unseren Türen stehen“, sagt ein Angehöriger einer Patientin.

Pflegedienst nach Kündigungen selbst ein „Pflegefall“

Ihn ärgert besonders, dass sensible Pflegedaten einfach ohne zu fragen an den Wittmunder DRK-Pflegedienst weitergegeben wurden. „So geht das nicht“, meint er – und weiß hinter sich zahlreiche Patienten und Angehörige, die das genauso sehen.

Dass so viele Pflegefachkräfte von sich aus das DRK Jeverland verlassen haben, hat seine Ursache in massiver Unzufriedenheit mit dem geschäftsführenden Vorstand.

Starker Druck

Die Mitarbeiterinnen fühlen sich seit Monaten stark unter Druck gesetzt, sie sprechen gegenüber der NWZ  von Mobbing, Schikane, Misstrauen, ob Krankmeldungen von Mitarbeitern gerechtfertigt sind, und Drohungen. Seit Monaten gebe es vermehrt Abmahnungen und Kündigungsandrohungen. Ungerechtfertigt, finden die Pflegefachkräfte: Denn der Pflegedienst habe bisher hervorragende Arbeit geleistet, das werde auch vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen bestätigt.

Zum Jahresende 2014 hatten dann die Pflegedienstleiterin und ihre Stellvertreterin gekündigt – der Pflegedienst konnte damals schon nur mit Hilfe von Kooperationspartnern die Patientenpflege bewältigen. Anfang Januar gründeten die Mitarbeiterinnen dann einen Betriebsrat. Mit Gesprächsprotokollen versuchten sie seitdem zu dokumentieren, was vor sich geht.

Dass dann im Februar eine Kollegin an der Waddewarder Brücke bei einem tragischen Unfall im Dienst ums Leben kam, brachte das Fass offenbar zum Überlaufen: Die Pflegedienstkräfte sind noch immer schockiert, dass der geschäftsführende Vorstand darüber einfach hinweggegangen sei.

„Eigentlich erwartet man doch, dass in einem solchen Fall zum Gespräch geladen wird, um sich auszutauschen – doch das gab es nicht“, erzählt eine Pflegedienstkraft. Stattdessen sei darauf hingewiesen worden, dass der Dienstwagen direkt weiter genutzt werden solle.

Neue Stellen gefunden

„Das DRK wirbt mit dem Leitsatz ,Aus Liebe zum Menschen‘. Doch die hört bei den eigenen langjährigen Mitarbeitern auf“, sagte eine Pflegefachkraft der NWZ : „Viele sind gegangen, weil ihr Menschenbild einem anderen entspricht als dem, was uns hier vorgemacht wird.“

Die meisten der Pflegefachkräfte haben bereits neue Stellen bei anderen Pflegediensten gefunden – und zum Teil sind ihnen bisherige Patienten dorthin gefolgt.

Melanie Hanz Agentur Hanz / Redaktion Jever
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