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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Seit 25 Jahren täglicher Besuch bei Regenmesser „Hellmann“

19.10.2019

Förrien Seit 25 Jahren beginnt der Tag von Reinhard Onnen-Lübben in Förrien immer gleich: Kurz vor 7 Uhr marschiert er über die Wiese hinterm Hof und besucht Hellmann. Hellmann – so heißen die manuellen Niederschlagsmesser des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Onnen-Lübben erfasst dort seit einem Viertel-Jahrhundert jeden Morgen die Niederschlagsmenge, die seit dem Vortag, 7 Uhr, gefallen ist, und übermittelt sie an den DWD.

der „Hellmann“

Der Hellmann-Niederschlagsmesser, um 1886 vom preußischen Meteorologen Gustav Hellmann entwickelt, ist der in der professionellen Meteorologie häufigst verwendete. Er besteht aus Edelstahl oder Zinkblech und hat eine von einem scharfkantigen Messingring begrenzte Auffangfläche von 200 cm². Die Messung ist bis auf 0,05 mm (1/20 mm) genau und wird manuell vorgenommen/abgelesen.

Für sein 25-jähriges Engagement als Niederschlagsbeobachter wurde er jetzt von der Leiterin der Regionalen Messnetzgruppe Hamburg (RMG Hamburg) des Deutschen Wetterdienstes (DWD), Dr. Franziska Ziska, geehrt: Sie überreichte ihm im Namen des Bundesministers für Verkehr und Digitales Jubiläums-Urkunde und Wetterdienstplakette des DWD.

Diese Plakette wird für besondere Verdienste im Bereich der Meteorologie und Klimatologie an ehrenamtliche Beobachter und Betreuer von Wetterstationen verliehen. „Ehrenamtlichen Beobachtern wie Reinhard Onnen-Lübben ist zu verdanken, dass der DWD seinen Auftrag in der Wetter-Vorhersage, im Warn- und Gutachtenwesen, in der Wissenschaft und anderen Bereichen zum Wohl der Bundesrepublik Deutschland erfüllen kann“, betonte Ziska.

Doch das Engagement der Onnen-Lübbens für den DWD ist bereits viel älter: Die Niederschlagsmessstelle auf dem Hof in Förrien – notiert ist sie als Wangerland-Minsen – steht dort seit 116 Jahren. Bereits der Urgroßvater von Reinhard Onnen-Lübben begab sich ab dem 1. April 1903 allmorgendlich zum „Hellmann“-Regenmesser, um die Niederschlagsmengen zur messen.

Von 1903 bis etwa 2011 wurden neben der täglichen Niederschlagsmenge auch noch der Erdbodenzustand, verschiedene Wetterelemente wie Gewitter, Wind, Nebel erfasst und in schriftlicher Tabellenform auf dem Postweg an den DWD geschickt. So kamen seit 1903 rund 42 500 tägliche Messungen zusammen, berichtete Ziska: „Die Zahl der Einzelwerte liegt um ein Vielfaches höher.“

„Solche Stationen sind ein wahrer Schatz an Informationen, die es in dieser Vollständigkeit einer ununterbrochenen Messreihe in Deutschland nur sehr selten gibt“, sagte Ziska. Derzeit wertet der DWD an allen aktiven Standorten die Messreihen aus – weitere Stationen sind in Carolinensiel, auf Wangerooge und in Abens sowie eine automatische Station in Hooksiel. Dazu werden alle Stationsdaten erfasst und mit bestehenden Messreihen verbunden.

Neben der langen Geschichte der Station Wangerland-Minsen ist ein weiterer Punkt bemerkenswert: Der Standort war ebenfalls ununterbrochen auf dem Hof der Fam. Onnen-Lübben und wurde, wenn es notwendig war, lediglich in einem Umkreis von nur 50 Metern verschoben. „Oftmals gibt es ähnlich lange Messreihen, deren Stationen aber in einem Bereich von bis zu fünf Kilometern liegen und zum Beispiel durch die beiden Weltkriege unterbrochen sind“, so Ziska.

Im Zeichen des Klimawandels werden insbesondere die Meldungen der ehrenamtlich geführten Niederschlagsstationen immer wertvoller. Die entsprechenden Aufzeichnungen werden durch den DWD derzeit ausgewertet und digitalisiert. Aus diesen Daten lassen sich meteorologische und klimatologische Veränderung ableiten, die zu einem besseren wissenschaftlichen Verständnis der aktuellen Veränderungen beitragen werden.

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