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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Hier sollen bunte Blumen blühen

18.05.2018

Friesische Wehde „Viele Landwirte haben früher Grünland in Ackerland umgewandelt. Wir sind jetzt in der Verpflichtung, etwas für die Insekten zu tun“, sagt Uwe Sieckmann. Der Landwirt aus Zetel ist stellvertretender Vorsitzender des Ammerländer Landvolkverbands und Bezirksvorsitzender Friesische Wehde. Er ist einer von 30 Landwirten, die im Gebiet des Ammerländer Landvolkverbands Teile ihrer Äcker in Blumenwiesen umwandeln. Auf insgesamt 14 Hektar werden im Verbandsgebiet einjährige, besondere Blumenmischungen eingesät. Die Landwirte bekommen das Saatgut kostenlos. In Friesland nehmen vier von ihnen an der Aktion teil und wandeln insgesamt einen Hektar Ackerland in Blühflächen um. „Wir tun das aus Überzeugung“, sagt Uwe Sieckmann.

Forscher haben nachgewiesen, dass die Zahl der Insekten in Deutschland um mehr als 70 Prozent zurückgegangen ist. Das ist dramatisch, denn Insekten haben eine große Bedeutung für das Ökosystem. Viele Arten von Amphibien, Vögeln und Fledermäusen sind auf Insekten als Nahrung angewiesen, so dass deren Rückgang auch viele andere Arten gefährdet. Zudem ist die Bestäubung durch Insekten für viele Pflanzen unverzichtbar.

Besondere Mischung

Das Saatgut der „Ammerländer Landvolkmischung“ enthält Kulturpflanzen und Wildpflanzen und bietet so für besonders viele Insektenarten Nahrungsquellen.

Auch Gartenbesitzer können die Mischung bestellen: www.rieger-hofmann.de; Infos unter Tel. 07952/9218890.

Die Landwirte wollen mit ihrer Blühflächen-Aktion den Wildbienen und anderen Insekten Nahrungsquellen und Lebensräume geben, um so das verheerende Insektensterben aufzuhalten.

Verbandsvorsitzender Manfred Gerken sagt: „Seit zehn Jahren legen wir jetzt Blühstreifen und Blühflächen an. Das zeigt, dass die Landwirtschaft Verantwortung für die Umwelt übernimmt. Wir haben schon Blühstreifen angelegt, als die Politik sich mit dem Thema noch gar nicht beschäftigt hat.“

Gesät wird eine ganz besondere Blumenmischung: die „Ammerländer Landvolkmischung“, die zu 64 Prozent aus Kulturpflanzen und zu 36 Prozent aus Wildpflanzen besteht. Mit dabei sind Kornblumen, Buchweizen, Luzerne, Klatschmohn, Lein, Dill, Sonnenblumen, Ackersenf, Kamille, Kresse und viele weitere. Für die Einsaat hat der Landvolkverband seit vielen Jahren das Lohnunternehmen Dirk von Aschwege aus Torsholt engagiert, und Fahrer Wilfried Kreklau hat inzwischen so viel Erfahrung mit dem Aussäen von Blumenwiesen, dass er genau weiß, worauf er achten muss.

Bei der ganzen Aktion gibt es nur ein Problem: Leider verschwinden vor allem prächtig blühende Blumen oft von den Flächen. Manfred Gerken hat so seine Vermutung, wo Sonnenblumen, Kornblumen und Mohn bleiben: „Wir haben schon beobachtet, dass Bürger sich große Blumensträuße an den Blühstreifen pflücken und für die Insekten nicht mehr viel übrig bleibt. Das ist natürlich nicht Sinn der Sache. Die Blumen sind für die Bienen, nicht für die Bürger.“

Sandra Binkenstein
Varel
Redaktion Friesland
Tel:
04451 9988 2506

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