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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Gelbe Säcke müssen der Wertstofftonne weichen

22.03.2019

Friesland Die so genannte Wertstofftonne wird ab 1. Januar 2020 die gelben Säcke im Landkreis Friesland ersetzten. In der Tonne können recyclingfähige Abfälle entsorgt werden. Der Kreistag hat am Mittwoch einstimmig die Fortschreibung des Abfallwirtschaftskonzepts 2019 bis 2023 beschlossen und damit die Voraussetzungen für die Einführung der Wertstofftonne geschaffen.

Neues Gesetz

Wie berichtet, ist zum 1. Januar ein neues Verpackungsgesetz in Kraft getreten, nach dem der Landkreis die Möglichkeit hat, den Firmen des Dualen Systems die Art der Entsorgung vorzugeben. Die bisher gültige Entsorgungsvereinbarung Frieslands mit dem Dualen System endet am 31. Dezember 2019.

Bereits im Frühjahr 2018 hatte der Landkreis eine Meinungsumfrage gestartet an der sich etwa 10 Prozent der Haushalte beteiligt hatten. Gut 20 Prozent der Befragten wollten den gelben Sack behalten, 48 Prozent waren für die gelbe Tonne und gut 31 Prozent wünschten sich die Einführung der Wertstofftonne.

Laut Kreisverwaltung hätten Erfahrungen anderer öffentlich-rechtlicher Entsorgungsträger aber gezeigt, dass die Einführung einer gelben Tonne nur schwer bei den Dualen Systemen durchgesetzt werden kann. Es würden langjährige Gerichtsverfahren drohen. Deswegen sei die Einführung einer gemeinsamen Wertstofferfassung mit den Dualen Systemen nach derzeitiger Einschätzung der geeignetste Weg, um ein Tonnensystem zu etablieren.

Die Mehrkosten für diese Form der Kunststoff- und Metall-Entsorgung werden auf drei bis vier Euro jährlich pro Person beziffert.

Mehrere Todesfälle

Ärger gibt es um die Weigerung des Entsorgungsunternehmens, mit großen Müllfahrzeugen rückwärts in schmale Stichstraßen zu fahren. Bisher war dies gängige Praxis, allerdings hat die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) das Rückwärtsfahren von Müllfahrzeugen 2017 mit einer Branchenregel weitestgehend verboten. Hintergrund waren mehrere Todesfälle beim Rangieren.

Und weil die Versicherer bei solchen Rückwärtsfahrten nun keine Haftung mehr übernehmen, weigert sich nun auch das Entsorgungsunternehmen in Friesland.

Betroffen sind davon unter anderem die Anwohner von Knickhörn in Schortens, die ihrem Unmut in der Einwohnerfragestunde im Kreistag Luft machten. Besonders unzufrieden waren sie mit dem Informationsfluss. Mit einem Brief des Entsorgungsunternehmens wurden sie vor vollendete Tatsachen gestellt.

Landrat Sven Ambrosy (SPD) entschuldigte sich dafür: „Wir hätten das auch lieber in einem geordneten Verfahren gemacht, aber jetzt ist das Kind in den Brunnen gefallen“, sagte er. Eine schnelle Lösung des Problems konnte er aber nicht in Aussicht stellen. Der Landkreis prüfe derzeit, welche Straßen und Anwohner von dieser neuen Regelung betroffen sind. Möglichkeiten seien zentrale Sammelplätze sowie die Anschaffung eines kleineren Fahrzeugs, das in die schmalen Straßen fahren kann. „Das muss aber ausgeschrieben werden und ist auch nicht sofort am Markt verfügbar“, sagte Ambrosy.

Er wisse zudem, dass Sammelplätze vor allem für Ältere problematisch sind; es werde aber einige Straßen geben, wo sich dies nicht vermeiden lässt. Er bat um Geduld und Verständnis der Anwohner – die waren mit der Antwort aber merklich unzufrieden.

Rahel Wolf Agentur Hanz / Redaktion Jever
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