• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Friesland als Wasserstoffland?

20.08.2019

Friesland Die Grünen wollen den Landkreis Friesland zur Wasserstoffregion machen. Unter ihrer Beteiligung ist ein entsprechender Antrag der Mehrheitsgruppe im Kreistag eingebracht worden. Eine öffentliche Sitzung von SPD, Grünen und FDP gemeinsam mit Vertretern der Energiewirtschaft zu dem Thema findet an diesem Dienstag, 16.30 Uhr, im Bürgerhaus in Schortens statt. Die regionale Energie-Infrastruktur sei eine „geeignete Ausgangsbasis“, um dieses Ziel zu erreichen.

Wie kann Wasserstoff produziert werden?

Wasserstoff kann mit Hilfe der sogenannten Elektrolyse hergestellt werden. Dazu wird Wasser unter Strom gesetzt. Dadurch kommt es zu einer Reaktion, die das Wasser (H2O) in seine beiden chemischen Bestandteile Wasserstoff (H) und Sauerstoff (O) zerlegt. Der Wasserstoff kann anschließend beispielsweise als Treibstoff für Autos genutzt werden, die eine Brennstoffzelle haben.

Wieso ist Friesland dafür gut geeignet?

Weil hier viel und vor allem umweltfreundlicher Strom produziert wird. Durch Wind- und Solarenergie sowie Strom aus Biogasanlagen wird in Friesland mehr Strom produziert als verbraucht werden kann. Aber: Nicht der gesamte Strom landet im Netz. Wird zu viel Strom produziert, müssen beispielsweise Windräder abgeschaltet werden. Die Abschaltzeiten werden den Betreibern über das Erneuerbare-Energien-Gesetz bezahlt. Stromkunden zahlen so letztlich dafür, dass Betreiber ihre Anlage abschalten.

Die Grünen argumentieren, dass der Stromüberschuss besser direkt in die energieintensive Elektrolyse zur Wasserstoffgewinnung eingespeist werden solle. So erhalte man einen klimafreundlichen Treibstoff und den Betreibern von Biogas-, Solar- und Windanlagen entstehe kein Schaden, weil der Strom normal verkauft werde.

Wofür kann Wasserstoff noch genutzt werden?

Wasserstoff kann auf viele Arten genutzt werden. Er kann nicht nur als Treibstoff für Autos herhalten, sondern auch zu Methan, Methanol oder Diesel weiterverarbeitet werden. Das synthetische Methan ist zum Beispiel dem Erdgas sehr ähnlich und kann in Heizungen verfeuert werden. Der Vorteil: Ein Gasnetz besteht bereits und auch die Haushalte müssten keine neuen Heizungen anschaffen. In Etzel stünden zudem die Kavernen als Energiespeicher zur Verfügung.

Methanol ist ein wichtiger Ausgangsstoff für die chemische Industrie. Aus Methanol können zum Beispiel Formaldehyd und Essigsäure gewonnen werden – zwei wichtige Grundstoffe der Industrie. Der aus dem Wasserstoff gewonnene Diesel kann direkt von Fahrzeugen verwendet werden. Die Grünen hoffen, dass sich mit der Wasserstoffproduktion in Friesland auch neue Gewerbezweige ansiedeln werden, die Wasserstoff weiterverarbeiten.

Aber die Produktion von „klassischem“ Benzin oder Diesel könnte kurzfristig ebenfalls etwas sauberer werden, weil der Energiebedarf der Raffinerien mit der Energie aus grünem Wasserstoff gedeckt werden könnte.

Wie genau soll es jetzt in Friesland weitergehen?

Der Kreisvorstand der Grünen spricht sich dafür aus, dass der überschüssige Strom „direkt zu Elektrolyseuren zur Wasserstofferzeugung“ geleitet wird, Wasserstofftankstellen in Varel, Schortens, Hohenkirchen und Carolinensiel eingerichtet werden, Wasserstoffbusse für den ÖPNV angeschafft werden und auf der Bahnstrecke Sande-Esens Züge mit Wasserstoffantrieb eingesetzt werden.

Christopher Hanraets Varel / Redaktion Friesland
Rufen Sie mich an:
04451 9988 2504
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.