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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Landwirte aus Friesland beteiligen sich an Demo

15.11.2019

Friesland Knapp 120 Landwirte aus Friesland und der Wesermarsch sind per Bus nach Hamburg zur großen Landwirtschaftsdemo gefahren. Weitere gut 100 Landwirte aus Friesland und der Wesermarsch fuhren nachts mit dem Trecker los, um im 250 Trecker starken Konvoi mit Landwirten aus Ostfriesland zusammen zu fahren.

Und zahlreiche weitere Landwirte aus der Region fuhren mit Bahn und Auto am Morgen nach Hamburg. „Gesicht zu zeigen und auf die Straße zu gehen, ist unsere einzige Chance: Die Vorhaben des Bundes in Sachen Insektenschutz sind für die Landwirtschaft existenzbedrohend“, sagte Frieslands Kreislandwirt Hartmut Seetzen: „Jetzt nicht aktiv zu werden, wäre fahrlässig.“

Für aufgeheizte Stimmung sorgte unterwegs, als bekannt wurde, dass Bundes-Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) ihre Teilnahme an der Umweltminister-Konferenz abgesagt hat. „Es kann auch nicht sein, dass die Kanzlerin zulässt, dass Svenja Schulz jedes Gespräch mit der Landwirtschaft ablehnt. Wir haben vernünftige Argumente – wir haben kein Verständnis dafür, dass die Ministerin nicht bereit ist, sich Zeit für uns zu nehmen und mit uns auseinanderzusetzen“, so Seetzen.

Und: „Landwirte sind viel lieber auf dem Betrieb aktiv und tun sich sehr schwer damit, auf die Straße zu gehen. Die große Beteiligung zeigt: Wir sind in echter Sorge um unsere Existenzen“, so der Kreislandwirt.

„Wir fahren nach Hamburg, um zu zeigen, dass wir nicht alles hinnehmen“, sagen Torben Deichmann und Arno Schramm. Die beiden jungen Landwirte aus Tammhausen haben sich um kurz nach 1 Uhr in Jever mit weiteren Landwirten getroffen, um in Trecker-Kolonne nach Hamburg zu fahren. „Lust dort hinzueiern habe ich nicht“, sagt Torben Deichmann: „Das ist schon ein sehr weiter Weg.“ In Sande traf die kleine Wangerland-Kolonne weitere Trecker – gemeinsam ging es nach Golzwarden zur Weserfähre.

Kritik am Aktionsprogramm: Viel Land geht verloren

Diese Vorhaben aus dem „Aktionsprogramm Insektenschutz“ der Bundes-Umweltministerin träfen die Küstenlandkreise besonders hart:


  Verbot von Pflanzenschutzmitteln in Naturschutzgebieten wie Vogelschutzgebieten und FFH-Gebieten: In den Landkreisen Friesland und Wesermarsch umfassen diese Gebiete fast 13 000 Hektar, das entspricht 12,5 Prozent der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche. Dort wäre künftig kein Ackerbau – also der Anbau von Mais, Getreide oder Kartoffeln – mehr möglich, der zurzeit auf etwa 30 Prozent dieser Flächen betrieben wird.
  Einhaltung eines Mindestabstands zu Gewässern von zehn Metern, wenn Pflanzenschutzmittel ausgebracht werden sollen: Ist dieser Streifen dauerhaft bewachsen wie bei Grünland, soll er sich auf fünf Meter reduzieren. In Friesland und in der Wesermarsch gibt es 30 000 Kilometer Gewässer der 2. und 3. Ordnung. Bei einem Randstreifen von fünf Metern wären 15 000 Hektar Land betroffen, bei zehn Metern sogar 30 000 Hektar Land.

Die Kreislandvolkverbände Friesland und Wesermarsch haben deshalb ein gemeinsames Positionspapier verabschiedet. Sie fordern, dass der längst bewiesene Wille der Landwirtschaft, Natur und Klima zu schützen, endlich wahrgenommen und gewürdigt wird, statt mit weiteren Verboten und Anordnungen die Landwirtschaft in Existenznöte zu treiben.

Melanie Hanz Agentur Hanz / Redaktion Jever
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