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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Zweckverband: Schweinepest kann sich schnell verbreiten

01.02.2018

Friesland /Roffhausen Die Afrikanische Schweinepest ist zwar noch nicht in Friesland angekommen – Vorsorge sei aber dennoch wichtig. „Denn wenn sie kommt, dann haut sie so rein, dass es knallt“, sagte Dr. Norbert Heising, Geschäftsführer des Zweckverbands Veterinäramt Jade-Weser. Gemeinsam mit Veterinärdirektorin Dr. Melanie Schweizer und Frieslands Landrat Sven Ambrosy zog er Jahresbilanz.

 Tierseuchen

In Bezug auf die Afrikanische Schweinepest stellte Heising klar: die in Osteuropa verbreitete Krankheit hat in den vergangenen Monaten große Gebietssprünge gemacht – etwa nach Tschechien. Das liege an aus Osteuropa eingeführten fleischhaltigen Speisen, die einfach in die Landschaft geworfen werden und von den Schweinen gefressen werden.

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Zahlen und Daten

Im Gebiet des Zweckverbands Veterinäramt Jade-Weser (Friesland/Wilhelmshaven/Wittmund und Wesermarsch) werden neben den landwirtschaftlichen Tierhaltungen und sonstigen Erzeugern 3 464 (Minus 1,6 Prozent) Betriebe überwacht. 2017 wurden 2 950 Kontrollen durchgeführt.
 Kontrollierte Betriebe im Zweckverband: 2147.
 Davon in Friesland/Wilhelmshaven: 1074.
 Davon Kontrollen mit Verstößen und Maßnahmen: 243 (15,9 Prozent).

Neben Kontrollen und Beratungen werden auch Proben entnommen von Lebensmitteln, Kosmetika und Bedarfsgegenständen wie Kinderspielzeug oder Essgeschirr.
 Probenanzahl gesamt: 1352
 Davon in Wilhelmshaven/Friesland: 706
 Beanstandungen: 88 (12,5 Prozent)
 Davon sind die meisten so genannte Kennzeichnungsbeanstandungen: 57 (72,3 Prozent).

Zudem wurden 262 so genannte „Cross-Compliance-Kontrollen“ durchgeführt. Dabei handelt es sich um gesonderte Kontrollen, ob das EU-Recht durch Tierhalter eingehalten wird. Verstöße führen zu Prämienabzügen. Kontrollen werden durchgeführt in der Lebensmittelsicherheit, Tierschutz und Tierkennzeichnung. Dabei fällt auf: die meisten Kontrollen folgen ohne Prämienabzug.

Alle Daten unter www.jade-weser.de

„So kann eine Erkrankung über hunderte bis tausende Kilometer vom Ursprungsort entfernt plötzlich auftreten“, so Heising.

Besonders vorsichtig sollten auch Jäger sein, wenn sie insbesondere n ach Jagden im Ausland Schweineställe betreten. Für den Menschen ist die Afrikanische Schweinepest nicht gefährlich. Ein Tier stirbt allerdings sehr schnell daran.

 Verbraucherschutz

Beim „Gesundheitlichen Verbraucherschutz“ ist es im vergangenen Jahr laut Melanie Schweizer in Einzelfällen in Friesland und auch in Wittmund vorgekommen, dass Gastronomieküchen wegen gravierender Hygienemängel geschlossen werden mussten. In einigen Fällen wurden zudem verdorbene Lebensmittel im Lagerraum entdeckt. Nach intensiver Grundreinigung und Aufräumarbeiten konnten die Küchen nach einer erneuten Nachkontrolle den Betrieb wieder aufnehmen.

Ebenfalls ein Thema im vergangenen Jahr: Fipronil. Das führte auch zu einem erheblichen Kontrollaufwand. „Zwar haben wir im Zweckverbandsgebiet keinen Betrieb ausgemacht, bei dem im Geflügelstall Fipronil angewandt wurde“, sagte Schweizer. „Aber viele Eier und Eiprodukte stammen traditionell aus den Niederlanden – und dort hatte das Problem eine ganz andere Dimension.“ So geht sie davon aus, dass belastete Eier und Geflügelprodukte auch im Zweckverbandsgebiet in den Handel gelangt sind.

Was offenbar häufiger vorkommt sind Betrugsfälle. Als Beispiel nannte Melanie Schweizer die Verwendung des Begriffs „Feta“: Das ist ein geschützter Begriff und damit ist ausschließlich der in Salzlake gereifte Käse aus Schafs- und/oder Ziegenmilch gemeint, der in Griechenland hergestellt wird. „Leider wird immer wieder versucht, einen in der Produktion deutlich preiswerteren Salzlakenkäse aus Kuhmilch als Feta zu vermarkten – das stellt sogar einen Straftatbestand dar“.

 Arzneimittel

Immer wieder stellt das Veterinäramt auch fest, dass die Dokumentationen über den Arzneimitteleinsatz von Tierhaltern gar nicht oder nicht ordnungsgemäß durchgeführt wird. Auch hier wurden mehrere Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet.

Antje Brüggerhoff Agentur Hanz / Redaktion Jever
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