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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Veterinäramt Jade-Weser: Kontrolle der Schlachthöfe

01.02.2019

Friesland Was in den Schlachthöfen geschieht, beschäftigt auch das Veterinäramt Jade-Weser mit Sitz in Roffhausen: Die Mitarbeiter haben sich im vergangenen Jahr mit Rinder-Schlachtung befasst – „und zwar bevor das Thema durch die Verstöße in Schlachthöfen in Oldenburg und Osnabrück hochkochte“. Das berichtete Dr. Norbert Heising, Geschäftsführer des Zweckverbands Veterinäramt Jade-Weser. Gemeinsam mit seiner Stellvertreterin Dr. Melanie Schweizer und Zweckverbandsvorsitzendem Landrat Sven Ambrosy blickte er aufs Jahr 2018 zurück.

Tierseuchen im Zweckverband Jade-Weser

Die Afrikanische Schweinepest ist auf dem Vormarsch und in Belgien bereits nachgewiesen worden. Das hat laut Dr. Melanie Schweizer auch Auswirkungen auf den Export von Schweinefleisch und Schweinefleischerzeugnissen aus dem Zweckverbandsgebiet: Die Lager wurden bereits deutlich geleert, da befürchtet wird, dass bei Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest die Abnehmerländer sofort einen pauschalen Einfuhrstopp verhängen. Genusstauglichkeitsbescheinigungen wurden stark nachgefragt.

Dr. Norbert Heising glaubt, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis die Afrikanische Schweinepest auch in Deutschland ausbricht. Veterinäramt und Jägerschaft im Zweckverbandsgebiet haben bereits Pläne, was im Fall eines Ausbruchs zu tun sein wird.

Die Blauzungenkrankheit bei Rindern spielte im Zweckverbandsgebiet 2018 keine Rolle, obwohl es in Deutschland einige Fälle gab. Der letzte Seuchenzug im Zweckverbandsgebiet ist zehn Jahre her. Entspannt ist das Veterinäramt auch mit Blick auf BVD, eine Schleimhauterkrankung der Rinder; sie wurde 2018 erstmals seit Jahrzehnten in Friesland und Wittmund nicht mehr festgestellt.

Die Gefahr für BHV1-Infektionen besteht weiter. 2018 gab es aber keine Ausbrüche im Verbandsgebiet, nur zwei Verdachtsfälle. Auch die routinemäßigen Untersuchungen auf Brucellose und Leukose der Rinderbestände waren negativ. Stichproben der Schafbestände auf Brucellose waren negativ.

2018 wurden 6229 Rinder von hiesigen Haltern auf BSE getestet – alle Tests waren negativ.

Bei den Schweinebeständen wird über Monitoring stichprobenartig die Seuchenfreiheit kontrolliert, da Scheineseuchen bei Hausschweinen derzeit noch nicht vorkommen.

80 Wildvögel wurden negativ auf Vogelgrippe getestet, bei 22 Amseln wurde das Usutu-Virus nachgewiesen. Tollwutnachweise gab es 2018 keine.

Im Verbandsgebiet des Veterinäramts Jade-Weser mit den Landkreisen Friesland, Wittmund, Wesermarsch und der Stadt Wilhelmshaven gibt es 13 Schlachtbetriebe. Dazu zählt der große Schlachthof in Wilhelmshaven, in Friesland gibt es noch sechs Schlachtbetriebe, in der Wesermarsch fünf, in Wittmund nur noch einen.

Personal-Schulungen

„Wir haben uns schon im Frühjahr Gedanken gemacht, was noch verbessert werden kann“, sagt Heising. So wurden Gespräche mit der Geschäftsführung eines Betriebs geführt, daran nahmen auch Vertreter des Tierschutzdienstes des LAVES teil. „Es wurden Schulungen für das gesamte Personal des Zweckverbands, das in der Schlachttier- und Fleischuntersuchung tätig ist, durchgeführt. Außerdem haben wir Merkblätter erstellt und unsere Internetseite zum Thema aktualisiert“, sagt Heising.

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Er betont aber auch, dass die Verantwortung für die Einhaltung der Vorgaben bei den Betreibern der Schlachthöfe liegt. Ebenso sind die Tierärzte, die bei kleineren Schlachtbetrieben die Schlachttier- und Fleischuntersuchung durchführen, von großer Bedeutung.

„Wir können nicht in jedem Betrieb ständig anwesend sein. Wir kontrollieren, aber wir können nicht hundert Prozent überwachen“, sagt Heising. „Wenn wir den Betrieben den Rücken zudrehen, dann wissen wir nicht, was ist. Wir hoffen natürlich, dass alles ordnungsgemäß abläuft, auch wenn wir nicht da sind. Aber ich kann meine Hand dafür nicht ins Feuer legen.“

Im großen Betrieb sei ein Amtstierarzt unter anderem bei der Anlieferung der Tiere dabei und die kleineren Betriebe hätten selbst ein sehr großes Interesse daran, dass alles ordnungsgemäß abläuft, sagt Dr. Melanie Schweizer.

Dennoch mussten auch 2018 wieder mehrere Strafanzeigen gegen Tierhalter und Fahrer von Viehtransporten gestellt werden. Die Gerichte verhängten wegen des Transports von transportunfähigen Tieren Geldstrafen von bis zu 3000 Euro.

Insgesamt zählte der Zweckverband nach Kontrollen und Untersuchungen im vergangenen Jahr 32 Straftaten aus den Bereichen Lebensmittelsicherheit und Tierschutz. Gegen 39 Personen wurde Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft erstattet. Das waren deutlich mehr als die 19 Fälle 2017. Es wurde gegen 23 Personen ermittelt.

Zwei besonders schwere Fälle ereigneten sich bei zwei Rinderhaltern in der Wesermarsch. Beide endeten mit einem Rinderhaltungs- beziehungsweise Tierhaltungsverbot und Strafanzeigen.

Wenige größere Betriebe

Insgesamt hat sich die Zahl der Rinderhalter im Landkreis Friesland seit 2000 mehr als halbiert. Damals gab es noch etwa 1000, heute sind es nur noch 429 – Tendenz sinkend. „Einige wenige Betriebe werden immer größer, andere müssen aufgeben“, sagt Heising. „Da sitzen teils Landwirte vor mir, die topgeführte Betriebe haben und sagen mir, dass sie aufhören werden. Das tut mir im Herz weh, da bin ich sehr erschrocken.“

Einen bizarren Fall erlebte eine Tierärztin in Friesland bei der Kontrolle eines Katzenhalters: Er zeigte ihr den Hitlergruß. Gegen den Mann wurde nicht nur ein Tierhaltungsverbot verfügt, sondern auch Strafanzeige wegen der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen gestellt.

Auch im Bereich Gesundheitlicher Verbraucherschutz hatte der Zweckverband alle Hände voll zu tun. 2848 Kontrollen wurden durchgeführt. „Bei 2000 handelte es sich um Routinekontrollen, die restlichen waren anlassbezogen“, sagt Schweizer.

Einige gravierende Verstöße gab es wegen Nichteinhaltung der Kühlkette unter anderem in Wilhelmshaven. Einen Anstieg der überwachungspflichtigen Betriebe gibt es, seitdem Kindergärten und Schulen Mensen einrichten.

Auch einige Ekelfälle aus der Gastronomie verzeichnete der Zweckverband Jade-Weser, darunter verdorbenes Geflügelfleisch in einer Suppe, die Kindern in einer Einrichtung in Wilhelmshaven serviert wurde. In Wittmund hat verdorbene Thunfischpizza einer Schülergruppe den Ausflug verhagelt.


Mehr Infos über ordnungsgemäße Betäubung und Schlachtung:   www.jade-weser.de 
Rahel Wolf Agentur Hanz / Redaktion Jever
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