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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Fußgängerbrücke wird um 80 Zentimeter angehoben

26.08.2016

Varel Die Fußgängerbrücke im Vareler Bahnhof behält auch nach dem Umbau und der Sanierung durch die Deutsche Bahn AG ihr Aussehen. „Wir betreiben aktiven Denkmalschutz. Die Brücke ist hinterher nur 80 Zentimeter höher, und die Glasbausteine werden verschwunden sein“, sagte Ulrich Beyer, Teilprojektleiter der Deutschen Bahn AG, der am Donnerstag die Pläne vorstellte.

Um die Strecke Oldenburg-Wilhelmshaven elektrifizieren zu können, muss das Bauwerk aus dem Jahr 1913 angehoben werden. „Derzeit hat es eine Durchfahrtshöhe von 4,90 Meter. Wir benötigen aber 5,70 Meter, um die Oberleitung darunter zu verlegen“, erläuterte Beyer. Ein Abriss ist wegen des Denkmalschutzes nicht möglich. Das Bauwerk besteht aus einer Stahlbetonskelettkonstruktion. „Das wurde damals nur sehr selten angewendet“, sagte Beyer und betonte: „Die Vareler Brücke ist bundesweit das einzige Bahnbauwerk dieser Konstruktionsweise.“

In mehreren Schritten wird es saniert. Zunächst müssen die Fundamente verstärkt werden. „Die gesamte Tragwerkkonstruktion wird danach freigelegt“, erklärte Ulrich Beyer. Für den eigentlichen Anhebevorgang wird das Tragwerk zusätzlich mit einem Stahlkorsett stabilisiert. In diesem werde es dann angehoben, unterfüttert und auf dem neuen Fundament abgesetzt. „Danach wird die Brücke wieder aufgebaut“, kündigte der Experte an.

„Das ist ein heikles Unternehmen“, sagte Gesamtprojektleiter Frank Heuermann auf Nachfrage von Bahnchef Rüdiger Grube, der am Donnerstag den Vareler Bahnhof besichtigte. Heuermann schloss mögliche Verzögerungen des Projektes indes nicht aus: „Bei der Anhebung kann es durchaus Überraschungen geben. Man kann nie ganz sicher sein.“

Zum Schluss folgen die Fahrstühle. Damit wird der Bahnhof, wie lange gefordert, barrierefrei. Die Kosten belaufen sich nach Angaben von Bahnchef Rüdiger Grube auf drei Millionen Euro. Den Planungen vorangegangen waren umfangreiche Untersuchungen des Bauwerks und dessen Fundamente. Sie sind abgeschlossen. „Die Planungen sind langwieriger als der Bau“, betonte Rüdiger Grube.

Olaf Ulbrich Redaktionsleitung Varel / Redaktion Friesland
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