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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Gleisbau in schwierigem Gelände

26.08.2016

Sande /Schortens Mit einem lauten Hupen macht sich Uwe Grunewald bemerkbar. Der Lokführer rollt mit seinem schweren Güterzug leise heran. Neben dem Gleis an der Roffhausener Landstraße auf der Grenze zwischen Schortens und Sande stehen Grunewalds oberster Chef – der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn Dr. Rüdiger Grube – und Wirtschafts- und Verkehrsminister Olaf Lies (SPD) und halten ein rotes Schleifenband in ihren Händen.

Wenig später rollt Grunewald mit seinem Zug mitten hindurch und durchtrennt das Band. Kameras klicken, Hände klatschen, Gesichter lächeln. Und Grube reckt den Daumen Richtung Lok: „Gut gemacht!“

Große Ingenieurleistung

Mit dem Durchtrennen des Schleifenbands hat Bahnchef Grube den Streckenabschnitt Sande-Nord – Weißer Floh zwischen Sanderbusch und Ostiem vor mehr als 100 Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung und Ingenieuren für Bahn- und Gleisbau am Donnerstag offiziell eingeweiht.

Der Streckenabschnitt ist zwar nur 1,5 Kilometer lang und nur ein kleines Stück im Bahn-Großprojekt „Ausbaustrecke Oldenburg-Wilhelmshaven“. Aber diese 1,5 Kilometer sind von enormer Bedeutung für den erwarteten Güterverkehr von und zum Jade-Weser-Port. Das betonten sowohl Bahnchef Grube als auch Minister Lies.

In Anspielung auf den Namen des Bahnabzweigers Weißer Floh sagte Lies: „Das ist kein Floh, sondern ein wichtiges Teilstück im Gesamtprojekt.“ Mit dem Ausbau dieses Abschnitts werde die Hafenanbindung perfektioniert. Zugleich sind die 1,5 Kilometer neues Bahngleis die Voraussetzung dafür, dass die Bahnumfahrung Sande gebaut werden kann.

Lies zufolge kommt der Planfeststellungsbeschluss dazu in Kürze. Im Frühjahr werden für die Auflast und Bodenverdichtung die nächsten Sander Berge aufgeschüttet. Lies und Grube sind zuversichtlich, dass die Bahnverlegung Sande 2020 eröffnet werden kann. „Wir sind im Zeitplan“, sagte Lies.

Die Strecke Sande-Nord – Weißer Floh wurde seit 2014 ausgebaut (die NWZ  berichtete). Dazu wurden tausende Kubikmeter Sand aufgefahren, unter deren Last der Untergrund mehr als ein Jahr lang zusammengepresst wurde.

Dann wurden die Sandberge wieder abgetragen. „Wenn man ein gutes Haus bauen will, baut man erst ein gutes Fundament“, sagte der Bahnchef.

Viel Lob gab es von Grube für die Ingenieurleistung, den schwierigen Untergrund tragfähig zu machen – etwa für Jutta Heine-Seela von der DB Netz AG sowie Matthias Grabe, Bauleiter und Geschäftsführer der Wiebe-Gruppe, die mit mehreren Firmen den Gleisbau, Spezialtiefbau und Ingenieurbau realisiert haben. „Das ist eine Eisberg-Baustelle“, sagt Grabe. „Die meiste Ar­beit sieht man hinterher nicht, die steckt unter der Erde.“

Ein Drittel des Untergrunds war so weich, dass mehrere hunderte Betonpfähle gerammt werden mussten – jeder bis zu 30 Meter lang und mit einem Durchmesser von fast zwei Metern. Darauf wurde eine zwei Meter dicke Betonplatte gebaut und darauf kam der Schotter. „Das ist jetzt so fest, da kann man den Bahntower draufstellen und noch zehn Stockwerke obendrauf“, so der Bauingenieur.

Zwei Jahre lang wurde die Bahnstrecke von und zum Jade-Weser-Port ausgebaut. Das alte Gleis, über das in diesem Abschnitt auch die Nordwest-Bahn rollte und die nun ebenfalls über das neue Gleis fährt, wurde bereits zurückgebaut.

Neubau in Parallellage

Die eingleisige Strecke wurde in Parallellage neu erstellt. Dabei wurden auch eine neue Eisenbahnüberführung über das Schutzgebiet „Upjeversches Tief“ errichtet und der Oberbau komplett erneuert.

Die Kosten für den Ausbau des Teilabeschnitts Sande Nord – Weißer Floh liegen bei rund zwölf Millionen Euro und werden vom Bund und der Europäischen Union getragen. Für die gesamte Ausbaustrecke Oldenburg-Wilhelmshaven werden 875 Millionen Euro verbaut, so Bahnchef Grube. Rund 800 Millionen Euro kommen vom Bund.

Die gute Arbeit haben auch die Gleisbauer schon feststellen können, so Bauleiter Matthias Grabe: Auf dem Gleis vibriert nichts mehr. Wenn nun ein Zug am Baucontainer vorbeifährt, schwappt der Pausenkaffee nicht mehr über.


NWZ TV    zeigt einen Beitrag unter   www.nwzonline.de/videos/friesland 
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Oliver Braun Agentur Hanz / Redaktion Jever
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