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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

„Willkommen in unserer Straße“

09.08.2017

Grabstede Ein Leben ohne Telefonleitung – von Handys ganz zu schweigen –, ohne Müllabfuhr, ohne Auto? Eine Welt, in der man ein Baugrundstück für 3,50 D-Markt pro Quadratmeter kaufen konnte? Und zum Fernsehengucken treffen sich alle bei dem einzigen Nachbarn, der einen Fernseher hat? Für junge Leute ist es kaum vorstellbar, wie die Menschen vor nur einem halben Jahrhundert in Grabstede gelebt haben.

Aber für Anneliese und Erich Bredehorn ist es der Anfang des Lebens, das sie sich in der Grünen Straße aufgebaut haben. Seit 50 Jahren wohnen sie dort, und jetzt laden sie zusammen mit allen Nachbarn zum großen Straßenfest ein.

„Die Straße ist einfach schön, wir haben rechts und links ebenerdige Gehwege und am Ende einen Wendekreis. Schon vor 50 Jahren sind die Kinder hier Fahrrad gefahren. Wir hatten nicht mal richtige Rollschuhe, heute fahren die Kinder mit Hoverboards hier lang“, sagt Erich Bredehorn. 13 Klinkerhäuser stehen an der Straße. „Grabsteder Klinker“, betont Erich Bredehorn.

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50-Jahr-Feier

Auf der Grünen Straße feiern die Anwohner zusammen mit allen Dorfbewohnern und Gästen von außerhalb am Samstag, 19. August, ein Straßenfest von 11 bis 17 Uhr.

Ein großer Flohmarkt findet auch statt. Die Standgebühr ist ein Kuchen. Anmeldung bei Beatrice Ungaro, Tel. 0172/7778125.

Für Kinder werden historische und zeitlose Spiele angeboten wie Sackhüpfen und Eierlauf.

Es gibt Live-Musik mit dem „Duo Schmu“ und Madeleine Peters. Zu essen gibt es Steak-Brötchen und Würstchen vom Grill, außerdem Kaffee und Kuchen. Die Anwohner werden bei dem Fest unterstützt von der Fleischerei Kuper und der Bäckerei Fröllje. Die Stühle und Tische stellt die Altdeutsche Diele zur Verfügung.

Den Erlös aus dem Fest wollen die Anwohner für einen guten Zweck spenden.

Er hat viele Erinnerungen an die Zeit, als es in Grabstede noch keinen Kindergarten, dafür aber sechs Einkaufsläden, Handwerksbetriebe wie Maler, Elektriker, Klempner, Tischler, Schuster und Schmied gab. „Wir hatten sogar eine Hebamme. Und es gab eine Tankstelle, an der der Liter Benzin 50 Pfennig gekostet hat.“ Grabstede hatte eine Genossenschaft und einen Bahnhof, von dem man mit dem Zug nach Wilhelmshaven und nach Ochholt fahren konnte. „Und eine Badeanstalt gab es auch“, sagt Anneliese Bredehorn. Ihr Mann Erich meint: „Schön war die Zeit. Zweimal die Woche kam der Bäckerwagen und einmal die Woche der Fischwagen.“ Er erinnert sich daran, dass Postboten und Schornsteinfeger mit dem Fahrrad unterwegs waren und sowieso kaum einer ein Auto hatte. „Man konnte ja überall zu Fuß hin oder mit dem Rad.“

Früher war also alles besser? Nicht unbedingt. Denn es gibt Dinge, die immer noch genauso schön sind. „Unsere Straßengemeinschaft ist toll. Alle Nachbarn beteiligen sich an dem Fest. Auch die jungen Familien machen mit“, sagt Beatrice Ungaro, die gegenüber von den Bredehorns wohnt. „Wir haben eine tolle Gemeinschaft“, findet auch Anneliese Bredehorn. „Eine Nachbarin hat neulich Geburtstag gefeiert und die ganze Straße eingeladen.“

Auch die Flüchtlinge, die in einem der Häuser wohnen, machen mit. „Die sind so hilfsbereit“, sagt Beatrice Ungaro.

Viele junge Familien mit kleinen Kindern sind in die Grüne Straße gezogen. „Wenn hier ein Haus zum Verkauf steht, ist es sofort weg. Das liegt daran, dass es hier so schön ruhig ist und Kindergarten und Grundschule zu Fuß zu erreichen sind“, sagt Erich Bredehorn. Er freut sich über das viele Leben in der Straße, die Kinder auf ihren Hoverboards und die ganzen Hunde der Nachbarn. Und vor allem freut er sich auf den 19. August, wenn die Straßengemeinschaft alle Dorfbewohner und ehemaligen Anwohner zum Fest einlädt.

Sandra Binkenstein Varel / Redaktion Friesland
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