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Sommerreise: Großes Lob für Bürgerwindpark

25.07.2015

Bassens Die Gastfreundschaft der Friesen ist bekannt: Ohne eine Tasse Tee und ein selbst gebackenes Stück Kuchen geht nichts. Trotzdem staunte Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) am Donnerstag (die NWZ  berichtete) nicht schlecht, als er auf seiner Sommerreise einen Abstecher in den Windpark Bassens im Wangerland unternahm. Es erwarteten ihn nicht nur Wiesen und Windkraftanlagen, sondern auch Gesellschafter, Grundstückseigentümer, Vertreter aus Firmen, Banken, Politik und Verwaltung sowie ein Festzelt.

„Damit habe ich nicht gerechnet“, sagte Weil, als er aus seinem Reisebus stieg und von den Windparkgeschäftsführern Johann Dirks und Johann Ortgies zum Festzelt geleitet wurde, das direkt neben einer Windkraftanlage errichtet worden war. Später hatte Weil noch die Gelegenheit, sich die Anlage von innen anzusehen, bis in die Spitze klettern musste er aber nicht.

Johann Ortgies blickte bei Tee, Erdbeerkuchen und Ostfriesentorte auf die Geschichte des Bürgerwindparks Bassens zurück: 1996 wurde die erste Anlage gebaut, damals noch mit 140 Gesellschaftern, 2006 kamen weitere Anlagen hinzu, auch die Zahl der Gesellschafter, Eigentümer und Betreiber war kräftig auf 470 gestiegen. „Wir haben Pionierarbeit geleistet, wir waren einer der ersten und größten Bürgerwindparks in Deutschland, wir haben das Projekt trotz der Risiken gewagt“, betonte Ortgies.

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Inzwischen liegt die Gesamtleistung des Windparks Bassens nach dem Repowering bei 36 Megawatt, der Windpark erzeugt fast doppelt so viel Strom wie vorher. In den vergangenen acht Jahren hat die Windpark Bassens GmbH & Co. KG in die Erweiterung des Windparks, dem Bau des Solarparks Mederns und der Modernisierung des Windparks Bassens mehr als 60 Millionen Euro investiert, sagte Ortgies. Über Sparbriefe sind hunderte weitere Bürger am Windpark beteiligt.

Weil bezeichnete den Nordwesten als Region mit großer Perspektive: „Sie befinden sich auf der Überholspur“, sagte er. Dazu trage auch die Energiewende bei. Niedersachsen sei inzwischen auf dem besten Weg, das „Energieland Nummer 1“ zu werden, so Weil. Er lobte den Bürgerwindpark Bassens als „sehr, sehr schlaues Konzept“.

„Beteiligte denken anders über Windkraftanlagen als solche, denen ein Windrad einfach vor die Nase gesetzt wird“, weiß Weil. In Bassens sei es offenbar gelungen, die Bevölkerung mitzunehmen. „Bürger mit Kommandit-Einlagen werden nie krank – es scheint sich um ein altes Volksmittel zu handeln“, scherzte Weil mit Blick auf Windkraftgegner, die gesundheitliche Probleme bei Menschen durch die Anlagen als Argument ins Feld führen.

Bürgermeister Björn Mühlena betonte, das Ziel der Gemeinde Wangerland im Rahmen der weiteren Windpark-Pläne sei, eine Bürgerbeteiligung an den Anlagen von mehr als 50 Prozent zu erreichen. „Denn die unkritische Verherrlichung von Strom durch Windkraft ist vorbei, daher müssen wir die Bürger aufklären und ihnen Mitspracherecht gewähren“, sagte er.

Landrat Sven Ambrosy wies darauf hin, dass die Belastungsgrenze für weitere Anlagen im Landkreis fast erreicht sei, jetzt gehe es darum, durch technische Modernisierung mehr Strom zu erzeugen. „Sonst müssen wir mit Widerstand aus den Kommunen rechnen“, betonte er.


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