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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Blühflächen In Friesland: Landesjägerschaft kämpft gegen „Vermaisung“

12.10.2018

Grünenkamp Lila Malven und gelbe Sonnenblumen blühen um die Wette, Insekten machen sich über die Blüten her und ein Fasan flitzt durch die Blütenpracht. Wildes Treiben herrscht in dem riesigen Blütenfeld neben dem Umspannwerk in Conneforde. Henning Freiherr von Schele hat auf einer Fläche von 6,5 Hektar eine Blühfläche mit 25 verschiedenen Stauden angelegt und nimmt damit an einem Projekt der Landesjägerschaft Niedersachsen teil, das Wildpflanzen als Lebensraum und Energieträger nutzen möchte.

100 Hektar sind in Niedersachsen mittlerweile zur Blühfläche umgestaltet worden, die nördlichsten 6,5 liegen auf dem Hofgut Grünenkamp von Henning von Schele. Als Kreisjägermeister und Landwirt war er sofort dabei, als er von dem Projekt gehört hat. Unterstützt vom Netzbetreiber Tennet, nimmt er daran teil und stellt die Flächen zur Verfügung, die Tennet zeitweise für den Leitungsbau benötigt. „Wir wollen der Vermaisung der Landschaft entgegenwirken“, sagt er.

Im Mai dieses Jahres hat er 25 verschiedene Stauden und einjährige Pflanzen auf den 6,5 Hektar ausgesät, trotz des trockenen Sommers haben sie sich prächtig entwickelt und bieten Lebensraum für viele Tiere. Einmal jährlich im August wird die Fläche gemäht, zum ersten Mal im nächsten Jahr.

Dann kommt Hartmut Seetzen als Geschäftsführer der Biogasanlage Neuenwege ins Spiel. Er wird die Blühpflanzen in seiner Biogasanlage „verfüttern“. Auch in seiner Funktion als Kreislandwirt ist er an dem Projekt „Wildpflanzen als Lebensraum und Energieträger“ interessiert. „Das ist ein interessanter Ansatz“, sagt er, weiß aber auch, dass die Blühfläche gegenüber Mais dem Landwirt 40 Prozent weniger Ertrag bringe, etwa 300 Euro pro Hektar.

Da bei den Blühflächen keine Spritzmittel benötigt würden und Bauern ohnehin Greening-Flächen nachweisen müssten, könne das ausgeglichen werden, so Seetzen. Es seien noch Gespräche mit dem Landwirtschafts- und auch mit dem Umweltministerium notwendig – auch um zu gewährleisten, dass den Blühflächen kein Schutzstatus auferlegt werde und sie abgeerntet oder anderweitig genutzt werden können.

Begeistert von dem Projekt ist auch die Landkreisverwaltung. Sie hat das Saatgut für die Blühfläche in Grünenkamp gesponsert und würde sich weitere Blühflächen im Landkreis wünschen. „Nur mit solchen Blühflächen kriegen wir das mit den Insekten in den Griff“, sagt Jens Eden von der Unteren Naturschutzbehörde.

Und auch Wildtiere finden auf den Blühflächen optimale Bedingungen, weiß Irp Memmen, Vorsitzender der Kreis-Jägerschaft Friesland-Wilhelmshaven. „Mit solchen Flächen steuern wir dem Artenschwund in freier Landschaft entgegen“, sagt er. Die Blühfläche sei ein idealer Ort, wo das Wild Rückzug und Deckung findet.

Auch in der Setz- und Brutzeit sei die Fläche ein idealer Rückzugsort, da erst im August gemäht werde. „Und im Winter ist die Fläche nicht so kahl wie Mais“, freut sich Henning von Schele über seine Blütenpracht.

Traute Börjes-Meinardus Varel / Redaktion Friesland
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