• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Hansa-Gebäude bröckelt immer weiter

25.08.2010

VAREL Das Unkraut sprießt aus dem Bürgersteig vor dem Hansa-Gebäude. Der Putz bröckelt von der Fassade des unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes an der Neumühlenstraße. Der Gehweg ist mit Flatterband abgesperrt. Fußgänger werden aufgefordert, die andere Straßenseite zu benutzen. Die Mitarbeiter des Gartenamtes, die bislang notgedrungen das Unkraut entfernt haben, kommen nicht mehr. „Zu gefährlich“, sagt Egon Wilken vom Bauamt der Stadt Varel. „Sie könnten von herunterfallendem Putz getroffen werden.“

Seit Jahren quält sich die Stadt mit dem Eigentümer, der seiner Verkehrssicherungspflicht nicht nachkommt. Jüngster Vorgang: Bis zur kommenden Woche ist er aufgefordert, zu den baulichen Mängeln am Gebäude Stellung zu nehmen bzw. sie innerhalb von zwei Wochen abzustellen. Wilken muss kein Prophet sein, um zu wissen, was passiert – nichts. So war es in der Vergangenheit auch.  Der Eigentümer, der in Bremen wohnt, kümmert sich nicht um das alte Fabrik-Gebäude, das er vor etwa zehn Jahren aus Staatsbesitz kaufte.

Deshalb hat die Stadtverwaltung notgedrungen den Bürgersteig in Ordnung gehalten und die Arbeit dem Eigentümer in Rechnung gestellt. Um das Geld einzutreiben, nimmt die Stadt Varel Amtshilfe beim Finanzamt Bremen in Anspruch, die einen Vollziehungsbeamten in Marsch setzt.

Wie es mit dem Gebäude weitergeht, ist unklar. „Der Schaden schreitet voran“, sagt Wilken. Der vergangene Winter habe dem Hansa-Gebäude kräftig zugesetzt. Durch Risse im Mauerwerk ist Wasser eingedrungen, das beim Frost gefroren ist. Die Folge: Der Putz bröckelt immer mehr. Die Stadtverwaltung scheut, den kompletten Putz abzutragen: Dann müsste sie nämlich das blanke Mauerwerk verkleiden, weil sonst noch mehr Wasser eindringen könnte. Im Rathaus wird befürchtet, dass die Stadt auf den Kosten hängenbleibt.

Schon 2007, als nach dem Sturm Dachpfannen auf den Bürgersteig gefallen waren, hatte es Bürgermeister Gerd-Christian Wagner als verwerflich bezeichnet, dass ein Hauseigentümer sein Gebäude nicht ordnungsgemäß pflegt und es verwertet. Ihm ist aber auch klar, dass eine neue Nutzung einen riesigen Investitionsbedarf erfordert.

Es gibt nicht wenige Vareler, die vermuten, dass der Eigentümer das Gebäude als Spekulationsobjekt gekauft habe. Irgendwann ist selbst ein denkmalgeschützes Gebäude abbruchreif. Damit würde ein Stück Vareler Geschichte zerstört. Zwischen 1911 und 1930 diente das Gebäude als Fabrik für die Hansa-Automobilwerke.

Christoph Koopmeiners
Wildeshausen/Dötlingen
Redaktion Wildeshausen
Tel:
04431 9988 2705

Weitere Nachrichten:

Hansa | Gartenamt | Bauamt | Finanzamt Bremen

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.