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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

ABWRACKPRÄMIE: Hochbetrieb in den Autohäusern

07.02.2009

JEVERLAND 18 Jahre lang fährt Hubert Teschke aus Schortens seinen VW Golf. Zwei Jahre TÜV hat der Wagen noch und auch optisch macht das Auto einen ganz ordentlichen Eindruck. Ungefähr 800 Euro ist der alte Golf wohl noch wert. Doch Vater Staat bietet Hubert Teschke das Dreifache dafür: 2500 Euro – vorausgesetzt, er lässt sein altes Auto verschrotten und kauft sich einen Neuwagen.

Deshalb steht Hubert Teschke nun im Autohaus Wendt in Schortens und freundet sich mit einem neuen VW Polo an. „Vielleicht entscheide ich mich auch wieder für einen Golf oder für einen Tiguan – mal sehen“, sagt er.

Die Abwrackprämie vom Staat treibt die Kundschaft in die Autohäuser: Doch es sind nicht die Mittelklassefahrzeuge, die für einen enormen Umsatzschub sorgen, sondern vor allem Klein- und Kleinstwagen. „Langsam werden die Autos knapp“, sagt Rainer Böhnke, Verkaufsleiter im Friesen-Autocenter an der B 210 in Heidmühle. Seit vier Wochen herrscht Hochbetrieb in den Ausstellungsräumen. „Solch einen Andrang gab es in der Branche zuletzt, als die Mauer fiel und die Menschen aus dem Osten neue Autos haben wollten“, berichtet Böhnke.

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Gefragt seien vor allem die Modelle, bei denen die Kunden nach Abzug der Abwrackprämie möglichst wenig dazuzahlen müssen, sagt Böhnke. Marke, Farbe, Ausstattung – das sei den meisten Kunden völlig egal. Hauptsache, der Preis stimmt. Und da sei mit 7500 Euro Zuzahlung bei vielen die Schmerzgrenze erreicht. In den vergangenen vier Wochen habe sein Autohaus Stückzahlen umgesetzt, für die es normalerweise ein dreiviertel Jahr benötige, sagt Böhnke.

Größtes Problem derzeit in allen Autohäusern sind die Lieferzeiten: Viele Kunden müssen sich nun bis April, manche sogar bis Juni oder Juli gedulden, bis ihr Neuwagen ausgeliefert wird. Das bringt vor allem die Händler an finanzielle Schmerzgrenzen. Denn sie finanzieren die Prämien nun vor und können nicht mit Sicherheit sagen, ob im Juni oder Juli überhaupt noch etwas im Prämien-Topf ist.

1,5 Milliarden Euro als Abwrackprämie hat die Bundesregierung bereit gestellt, um der schwächelnden Autoindustrie zu helfen. Das reicht für 600 000 Abwrackprämien. Und wenn die weg sind, sind sie weg. Wer sich später entscheidet, sein altes Auto zu entsorgen und mit dem 2500-Euro-Bonus kalkuliert, geht möglicherweise leer aus.

Viel zu tun hat auch das Autohaus Kirchhoff in Schortens. Doch nicht nur Renaults Kleinste, der Twingo oder der Clio, sondern auch der Kleinwagen von Dacia aus Rumänien entwickelt sich dort zum Verkaufsschlager, berichtet Autohaus-Chef Michael Kirchhoff.

Auch Kirchhoff macht derzeit Umsätze, die er ohne Abwrackprämie nie gehabt hätte. Innerhalb von 14 Tagen habe er so viele Autos verkauft, wie sonst in einem Vierteljahr. Beim Twingo und Clio würden schon die Kontingente aus halb Europa nach Deutschland gebracht, um die Nachfrage befriedigen zu können. „Die Leute kommen mit Autos, die 15 Jahre und noch viel älter sind“, sagt Kirchhoff. Das seien alles Kunden, die ohne die Prämie nie einen Neuwagen, sondern höchstens einen anderen Gebrauchten gekauft hätten.

Auch Horst Wendts Absatzkurve zeigt steil nach oben. Der VW Fox und der Polo würden sehr stark nachgefragt. „Wir bauchen dringend Nachschub“, sagt der Autohändler. Unterm Strich sei das ein Super-Konjunkturprogramm.

Um den alten Golf von Hubert Teschke tut es VW-Fan Horst Wendt aber auch ein bisschen leid: „So ein schöner gepflegter Wagen landet nun in der Schrottpresse. . .“

Oliver Braun Agentur Hanz / Redaktion Jever
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