• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Höchste Eisenbahn für den Bahnausbau

23.10.2010

SCHORTENS Dass die Bahn oft Verspätung hat, gehört längst zum Image des Unternehmens. Dass die Bahn aber erst mit jahrelanger Verspätung kommt, ist im Nordwesten eine Horrorvorstellung: In Wilhelmshaven wird für eine Milliarde Euro ein moderner Tiefwasserhafen gebaut, doch die Bahn rumpelt eingleisig und ohne Strom auf viel zu weichem Untergrund durch ein kilometerlanges Nadelöhr vom und zum Hafen.

„Es ist eine absurde Vorstellung, dass wir erst den Hafen eröffnen und dann monatelang die Bahnlinie sperren müssen, um die Strecke auszubauen“, so der SPD-Landesvorsitzende Olaf Lies im Schortenser Bürgerhaus. Lies befürchtet, dass trotz aller Gespräche zum Jade-Weser-Port und der dringend notwendigen Bahnanbindung bei vielen Politikern in Berlin immer noch nicht angekommen ist, „welche Bedeutung das infrastrukturelle Jahrhundertprojekt im Nordwesten für das ganze Land hat.“

Öffentlichen Druck erhöhen

Gemeinsam mit Lies hauten die SPD-Bundestagsabgeordnete Karin Evers-Meyer, CDU-Landtagsabgeordneter Dr. Uwe Biester und Hans-Peter Kramer von der Wilhelmshavener Hafenwirtschaftsvereinigung verbal kräftig auf den Tisch und erhöhten den Druck aus der Region auf Bund und Bahn für den unverzüglichen Ausbau der Bahnstrecke Oldenburg-Wilhelmshaven/Jade-Weser-Port.

Die Podiumsdiskussion, die rund 150 Bürger interessiert verfolgten, war Auftakt eines dreiteiligen Aktionsplanes „Mit Hafen und Bahn in die Zukunft – jetzt investieren!“ für die seit langem geforderte Hinterlandanbindung des Tiefwasserhafens (die NWZ  berichtete). Mit auf dem Podium saßen die Bahnvertreter Frank Heuermann und Ulrich Beyer von der DB Projektbau GmbH, die über den Stand der Planungen und bisherige Bautätigkeiten an der Bahnstrecke informierten.

Heuermann und Beyer zufolge steht die Bahn Gewehr bei Fuß. Die Strecke sei erkundet, geplant und vermessen, die Nordstrecke von Weißer Floh (bei Ostiem) bis zur Ölweiche sei bereits ertüchtigt worden. Für den größeren Teil Richtung Oldenburg gelte: „Wir sind bereit, wir können nächstes Jahr loslegen“, sagt Frank Heuermann. „Aber leider fehlen uns die finanziellen Mittel. Wir brauchen die konkrete Zusage vom Bund, dass die Finanzierung steht.“

Doch die steht nach wie vor aus. Und die ständigen Verzögerungen seitens des Bundes bringen die Abgeordneten der Region parteiübergreifend auf die Palme: „Mit scheint, der Jade-Weser-Port wird in Berlin noch nicht richtig ernst genommen“, so Evers-Meyer. „Aber wir reden hier nicht über einen kleinen Sportboothafen, sondern über eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte Europas.“ Mit dem umstrittenen Bau von „Stuttgart 21“ werde die Konkurrenz in Rotterdam gestärkt, während für ein von allen gewolltes Projekt im Nordwesten offenbar kein Geld vorhanden ist. Evers-Meyer erwarte nun „ein klares Signal von Minister, Kanzlerin und Bahn-Chef für den Bahnausbau.“

Professionell gearbeitet

„Die Bahn hat ihre Hausaufgaben gemacht und hat schnell und professionell gearbeitet“, meint CDU-Abgeordneter Biester. Er könne sich eine Finanzierungs-Alternative vorstellen: Die Mittel für die Streckenertüchtigung müsse man sofort bereitstellen, die Gelder für die Elektrifizierung der Strecke könne man auf zwei Jahre strecken. Die Elektrifizierung müsse dann aber verbindlich zugesagt werden, fordert Biester. „Sie darf nicht wieder zehn Jahre später kommen.“

Hans-Peter Kramer würde das Thema Bahnanbindung bei potenziellen Investoren am Hafen und möglichen Käufern für die Wilhelmshavener Raffineriegesesellschaft am liebsten nicht erwähnen: „Wenn wir die Bahnstrecke sperren müssen, dann kommen auch die Schiffe nicht hierher. Wir können die Container schließlich nicht stapeln und warten, bis die Strecke nach Monaten Bauzeit irgendwann wieder frei ist.“ Er habe den Eindruck, dass Bahn und Politik oft nicht wüssten, was der jeweils andere tut.

Heuermann machte klar: „Je länger wir benötigen, desto teurer wird das Projekt.“ Er rechnet damit, dass die Strecke ab 2013 zweigleisig ausgebaut und bis 2016 durchgängig elektrifiziert ist.

Nach der Auftaktveranstaltung folgt am Sonnabend, 6. November, symbolträchtig um fünf vor Zwölf (11.55 Uhr) mit einer „Dafür“-Kundgebung am Bahnübergang des Bahnhofs Sande Teil 2 des Aktionsplanes. Ebenfalls im November ist eine Fahrt nach Berlin geplant, um den Forderungskatalog zu übergeben.

NWZ-Spezial: Informationen, Bilder und Videos zum Jade-Weser-Port, dem Jadeport, Jadebay und dem JadeWeserPark.

Oliver Braun Agentur Hanz / Redaktion Jever
Rufen Sie mich an:
04461 965313
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.