• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Verwirrung um alte Müll-Deponie in Varel

10.04.2019

Hohenberge Soll die ehemalige Müll-Deponie in Hohenberge demnächst wiedereröffnet werden? Diese Vermutung legt eine Formulierung im Entwurf des Regionalen Raumordnungsprogramms (RROP) des Landkreises Friesland nahe. Denn auf Seite 276 heißt es dort: „Zurzeit laufen ebenfalls Überlegungen zur Weiternutzung des Geländes.“ Und einige Zeilen später: „Zur Diskussion steht u.a. eine Bauschuttdeponie für mineralische Abfälle.“

Deponiekörper von 2002 bis 2017 abschnittsweise abgedichtet und renaturiert

Die Abdichtung der Deponie in Hohenberge erfolgte von 2002 bis 2017 in verschiedenen Abschnitten, teilte die Kreisverwaltung auf NWZ-Nachfrage mit. Im November 2017 endete die Stilllegungsphase, und die Deponie wurde in die mindestens 30-jährige Nachsorgephase überführt. Dabei werde die Fläche fortlaufend kontrolliert.

Die alte Deponie (Typ BA I+II) war bis 1993 in Betrieb. Laut Landkreis betrugen die Rekultivierungskosten rund 6,9 Millionen Euro.

Die neue Deponie (BA III) war von 1993 bis 2005 in Betrieb. Die Rekultivierungskosten betrugen rund 6,2 Millionen Euro.

Die beiden Deponiekörper in Hohenberge liegen nebeneinander. Im Zuge der Gespräche mit der Deutschen Bahn AG, die den beim Streckenausbau Oldenburg-Wilhelmshaven anfallenden Bauschutt in Hohenberge kostenpflichtig ablagern wollte, gab es den Plan, das „Tal“ zwischen den beiden alten Deponiebereichen zu füllen. Der Vertrag kam damals allerdings nicht zustande. Die Bahn entsorgt deshalb den Schutt nun hunderte Kilometer von Friesland entfernt.

Die Textpassage rief die Bürgerinitiative (BI) „Lebensqualität statt Mülltourismus“ auf den Plan. Sie schlug Alarm: „Egal, wann der Landkreis eine solche Idee umsetzen will, werden die beiden bestehenden Müllkörper dem Druck von Bauschutt nicht standhalten.“ Die Verwirrung wird vollends komplett wenn man bedenkt, dass vor etwas mehr als zwei Jahren nach Verhandlungen mit der Deutschen Bahn (DB) um eine Wiedereröffnung festgestellt worden war: „Die Deponie bleibt geschlossen.“

Auf Nachfrage des „Gemeinnützigen“ brachte die Kreisverwaltung nun Licht ins Dunkle und stellte klar: „Es gibt keine Planungen zur Wiedereröffnung der Deponie.“ Denn im Entwurf handele es sich um einen redaktionellen Fehler. „Darin ist eine Formulierung enthalten, die zu einem früheren Zeitpunkt aktuell war“, teilte Kreissprecherin Nicola Karmires mit: „Der Textabschnitt im RROP wird natürlich aktualisiert.“

Damit bezog sie sich auf die Verhandlungen mit der Deutschen Bahn AG bis 2016, die auf der Deponie am Stadtrand von Varel kostenpflichtig Bauschutt ablagern wollte, der bei der derzeit immer noch laufenden Ertüchtigung der Strecke Oldenburg-Wilhelmshaven anfällt.

Bei den damaligen Gesprächen zwischen dem Landkreis Friesland und der Deutschen Bahn über die Vertragsmodalitäten bei Bereitstellung einer Bauschutt-Deponie in Varel-Hohenberge kam es „zu keinem für den Landkreis zufriedenstellenden Ergebnis“. „Die weitere Planung wurde aufgrund nicht erfüllter Bedingungen somit eingestellt“, sagt Nicola Karmires.

Damals hatte es vehemente Bürgerproteste gegen eine Wiedereröffnung gegeben. Unter anderem, weil beispielsweise Schotter mit Pflanzenschutzmitteln kontaminiert war. Zudem befürchteten die Kritiker, dass weitere Giftstoffe abgelagert werden könnten, die in das Grundwasser sickern.

In einer politischen Vereinbarung Mitte Dezember 2015 wurde daher entschieden, dass bei einer Reaktivierung der Deponie in Hohenberge kein Asbest abgelagert werden darf. „Die in Friesland anfallenden Mengen werden auch weiterhin im Abfallwirtschaftszentrum Wiefels abgelagert“, versicherte der Landkreis in einem Schreiben.

Doch warum ist es überhaupt zu dem redaktionellen Fehler in dem Entwurf gekommen? „Im Rahmen des RROP ist auch diese Fläche zu berücksichtigen und zu sichern“, begründete die Kreisverwaltung. Die Fläche werde weiterhin als abfallwirtschaftlich genutzte Fläche gekennzeichnet und wird seit Stilllegung durch den Landkreis kontrolliert, zum Beispiel durch Grundwasserproben an oder in der Nähe der Deponiekörper.

Olaf Ulbrich Redaktionsleitung Varel / Redaktion Friesland
Rufen Sie mich an:
04451 9988 2501
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.