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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

„Pläne müssen auf den Tisch“

06.07.2019

Hooksiel Da haben sich die Hooksieler wohl zu früh gefreut: Ihre Hoffnungen, dass die Ratspolitik der neuesten Idee des Bürgermeisters folgt, das Gästehaus in Hooksiel nun doch nicht zu verkaufen und stattdessen um das Haus herum einen Kurpark anzulegen, um die Kriterien als „Nordseebad“ zu erfüllen, haben sich in Luft aufgelöst.

Eine Ratsmehrheit aus CDU/FDP, Grüne und UWW hatte in der Ratssitzung diese Pläne vom Tisch gewischt – auch mit dem Hinweis auf den bereits 2013 gefassten Verkaufs-Beschluss. Ein interessanter Investor steht bereits in den Startlöchern.

Das Lenkungstrio der Bürgerinitiative für den Erhalt des Hallenwellenbads Hooksiel, ist darüber geschockt: Dietrich Gabbey, Dieter Schäfermeier und Günter Schmöckel kritisieren die Entscheidung der Ratsmehrheit auf das Schärfste. Sie fordern den Erhalt des Gästehauses. „Der Verein Handel, Handwerk und Gewerbe, der Seebadeverein, De Hooksieler und Pro Hooksiel geben uns Rückendeckung“, sagt Gabbey. Die Zusammenarbeit werde nun intensiviert.

Das Gästehaus sei wie das Hallenwellenbad eine tragende Säule im Dorf für den Tourismus. „Der Rat ist inzwischen so weit weg von den Dörfern; offenbar wissen die Mitglieder nicht, was alles im Gästehaus stattfindet. Anders kann ich mir manche Aussagen nicht erklären“, sagt Gabbey. Das Haus sei zu 120 Prozent ausgelastet, betont das Trio. Auch das Kinderspielhaus, der Spielplatz und die Gästebibliothek würden gut angenommen. „Es gibt Yoga, Musik und Vorträge, Grillabende und im Winter Aufführungen der Theatergruppe, die auch im Gästehaus probt. Außerdem werden viele Jahreshauptversammlungen dort abgehalten“, sagt Schmöckel.

Es müssten sogar Terminwünsche der Dorfgemeinschaft abgelehnt werden, weil das Haus ausgebucht sei.

Das Gästehaus sei Ende der 1980er Jahre von Gewerbetreibenden, Gastronomen und Vermietern gewünscht worden, sagte Gabbey. Er war damals Bürgermeister des Wangerlands und hat das Gebäude befürwortet. Ursprünglich war ein Kinderspielhaus auf dem Deich geplant, aber die Hooksieler wollten einen „Anziehungspunkt für Gäste mitten im Ort“. „Um das Projekt finanziell stemmen zu können, haben wir damals die Kurtaxe angehoben – 300 000 Euro pro Jahr spült diese Anhebung auch heute noch in die Kassen“, meint Gabbey.

Allerdings sei das, was die Wangerland Touristik (WTG) seinerzeit im Gästehaus angestrebt hat, nie mit Leben gefüllt worden, bedauert er.

Das Gästehaus habe noch großes Potenzial. „Dafür muss man sich aber dafür entscheiden, es auch zu behalten“, betont er. Erst dann könne man Ideen zur Attraktivitätssteigerung entwickeln, meint das Leitungstrio.

Wie der Rat vor diesem Hintergrund mehrheitlich einen derartigen „Kahlschlag“ beschließen könne, sei völlig unverständlich. Es handele sich beim Gästehaus um ein echtes Wertstück. „Politik sollte nicht für Investoren, sondern für die Bürger gemacht werden“, sagt Gabbey. Der Erhalt sei eine Frage des Wollens.

Laut BI gibt es eine Schätzung des Gebäudes und des umliegenden Batteriegeländes vom Katasteramt. „Die Kommission kommt auf einen Wert von gut 2,5 Millionen Euro“, sagt Gabbey. Sollte das Gästehaus samt Grundstück tatsächlich verkauft werden, dann will die BI ganz genau hinsehen. „Sollte unter Wert verkauft werden, dann wird es eine Anzeige wegen Veruntreuung öffentlichen Eigentums geben“, warnt die BI.

Von Bürgermeister Björn Mühlena erwarten sie, dass er sich in Hooksiel blicken lässt und zur Bürgerinformation einlädt. „Er muss mitteilen, was auf dem Gelände des Gästehauses geplant ist“, fordert Gabbey.

Man könne nicht von der Stärkung der Infrastruktur für Tourismus im Wangerland und in Hooksiel reden und dann im Dorf immer mehr abbauen. „Das passt doch alles nicht zusammen“, meint Gabbey. „Im Rat sitzen doch redliche ehrliche Leute, ich weiß nicht, auf welcher Informationsgrundlage sie mehrheitlich für den Verkauf stimmen konnten“, sagt er.

Die Hooksieler signalisieren Gesprächsbereitschaft mit allen Partei- und Interessensvertretern. Aus dem Rathaus müsse eine andere Botschaft kommen: „Die Bürger müssen mitgenommen werden, sie haben schließlich den Tourismus im Wangerland durch die Vermietungen wesentlich mit aufgebaut.“

Rahel Wolf Agentur Hanz / Redaktion Jever
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