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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Ministerin sticht mit Muschelfischern in See

09.07.2018

Hooksiel „Die Fischwirtschaft ist ein großer Sektor innerhalb des Agrarlandes Niedersachsen“, sagt Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) an Bord des Muschelfängers „Royal Frysk“ von David de Leuuw. Es gibt viele Herausforderungen, die den Muschelfischern wie auch den Krabbenfischern und den anderen Sparten der Küstenfischerei zu schaffen machen: Angefangen von den Beschränkungen durch den Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer, durch heftige Stürme, aber auch die Pazifische Auster, die der Miesmuschel den Lebensraum streitig macht, bis hin zu den Baumaßnahmen im Küstenbereich und die Verlegung von Seekabeln. All das wirbele Schwebstoffe auf und sorge letztlich dafür, dass sich die Miesmuscheln schlecht auf ihren Bänken halten können und der Saatzuwachs nicht mehr stimmt.

Mit den Muschelfischern und Vertretern des Landesfischereiverbandes ging es für die Ministerin am Samstag von Hooksiel aus zu einem Törn hinaus, um die Herausforderungen dort kennenzulernen und zu erörtern, wo sie stattfinden: auf See.

Muschelfischer David de Leeuw hat seine Flächen in der Jade bis vor Langeoog und in der Ems bis vor Juist. Er ist einer der letzten von vier verbliebenen Miesmuschelfischern an der friesischen und ostfriesischen Küste. Seine Kollegen Gerold Conradi sowie Wolfgang und Jörg Christoffers haben ihre Firmen und Heimathäfen in Norddeich und Greetsiel.

Eingeladen zu dem Infobesuch der Ministerin und Vertreter des Ministeriums sowie weitere Fischereisparten und Erzeugerorganisationen hatte Manuela Gubernator von der Niedersächsischen Muschelfischer GbR.

An Bord der Royal Frysk, die David de Leeuw hinaus aufs Meer steuert, gab es viel zu besprechen und auch erst einmal kennenzulernen für die Ministerin. Und zu sehen, was alles mit Nutzung an der Küste zu tun hat: Häfen, Schiffe, Segelboote bis hin zu Offshore-Windparks, Kabeltrassen und Flussvertiefungen. Jeder will den Raum auf seine Art nutzen,. „Man kann nur über Probleme reden, wenn man weiß, wovon man redet“, so Gubernator zum Hintergrund der Fahrt der Ministerin mit dem Muschelfischer.

Otte-Kinast ist kommende Woche in Brüssel. Dort sollen unter anderem auch Fischerei-Themen zur Sprache kommen, Kompromisse erarbeitet und für die Fischerei gute Lösungen erzielt werden.

Oliver Braun Agentur Hanz / Redaktion Jever
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