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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Horrorszenario nicht eingetroffen

02.05.2014

Varel „Ohne uns würde etwas fehlen“, werben Buchhandelsgeschäfte um Kunden und wollen Kunden damit vor Augen führen, was es bedeutet, wenn es keine stationären Buchhandlungen mehr gibt und alle ihre Lektüre im Internet bei Versandhändlern bestellen: keine Beratung mit fachkundigen (und belesenen) Buchhändlern, kein Buch zum sofortigen Mitnehmen, keine Lesungen und auch keine Atmosphäre beim Einkauf. Beispiele wie diese führte Marketingexperte Martin Kremming jetzt bei einem Vortrag in Varel vor Kaufleuten an. Eingeladen hatte das Stadtmarketing Kaufleute sowie die Vorstände der Werbe-Gemeinschaft und der Wirtschaftsförderungsgesellschaft. „Stationärer Einzelhandel und Online-Handel: Chancen nutzen“ lautete sein Thema, wobei Kremming den Kaufleuten Mut machte. Viele Horrorszenarien seien nicht eingetroffen, es gebe vor der Konkurrenz aus dem Internet „keine Entwarnung, aber es gibt Anlass zur Hoffnung“. Im Übrigen nutze nur ein kleiner Teil der Kunden die Beratung im Facheinzelhandelsgeschäft, um dann mit diesen Informationen das vermeintlich billigere Angebot im Netz zu kaufen. Die Stärke des stationären Einzelhandels sei die Möglichkeit zum Spontankauf, Vertrauen, die Vermeidung von Fehlkäufen. Deshalb seien Innenstädte für Kunden attraktiv, weil sie

Einzelhandel

In Deutschland setzte der stationäre Einzelhandel 432 Milliarden Euro um (ohne Tankstellen, Apotheken und Kfz). Der Online-Handelsumsatz betrug 33,1 Milliarden Euro. Der Anteil beträgt im Augenblick sieben bis acht Prozent. Kunden stammen aus allen Altersgruppen.

Beim Online-Handel war der Sektor Kleidung die stärkste Branche (5,9 Milliarden Euro).

Einkaufsmöglichkeiten böten – das meistgenannte Motiv, sagte Kremming. Nicht jeder Einzelhändler brauche einen eigenen Online-Handel, sagte Kremming, aber eine gut gestaltete Website sei für Einzelhändler Pflicht, Online-Händler mit einem stationären Ladengeschäft (er gab etliche Beispiele) könnten Innenstädte beleben, das Stadtmarketing wiederum könne mit so genannten Online-Tools die Kundschaft im Internet auf Aktionen des stationären Handels aufmerksam machen, so Kremming.

In der Diskussion wurde deutlich, dass es kein Patentrezept für eine attraktive Innenstadt gibt. Der Trend, dass die Sortimentsbreite im Einzelhandel abnehme, werden sich fortsetzen, so Kremming. Das Stadtmarketing werde mehr zum „Flächenmanager“, der nämlich leerstehende Flächen in den Innenstädten vermarkten müsse. Das Bedürfnis, bestimmte Sortimente in Varels Innenstadt zu ergänzen, nehme sie wahr, sagte Wirtschaftsförderin Meike Knop, „aber ich kann es nicht herbeizaubern“. Angebot und Nachfrage nach Gewerbeflächen seien nicht immer deckungsgleich. „Das größte Problem im Einzelhandel: Jeder handelt einzeln“, brachte Eckhardt Wandke das Bedürfnis der Kaufleute nach mehr Gemeinsamkeit auf den Punkt.

Hans Begerow
Leitung
Politik/Region
Tel:
0441 9988 2091

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