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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Hypothek vor 50 Jahren abgetragen

07.01.2015

Horumersiel Die starken Niederschläge und höher auflaufende Fluten machen in diesen Tagen deutlich, wie wichtig das Wangersiel und das Schöpfwerk Wangerland für die Entwässerung des Jeverlandes sind. Dabei funktioniert das Bauwerk schon seit einen halben Jahrhundert: Im September 1964 ging es mit dem Deichschluss des neu gebauten Wangerdeichs vor Hohenstiefersiel in Betrieb.

Die Entwässerung des Jeverlandes hat schon Generationen beschäftigt. Aber erst mit dem „Generalplan zur Neuregelung des Entwässerung im Gebiet der Sielacht Wangerland und des Küstenschutzes an der jeverländischen Ostküste“ wurde 1959 damit begonnen, die „Wasserhypothek abzutragen“, wie Dipl.-Ing. Herbert Tapken es ausdrückte.

Wesentlicher Punkt dieses Plans war die Zusammenlegung der vier Siele von Horumersiel, Hohenstiefersiel, Crildumersiel und Hooksiel. Die alten Siele waren nicht groß genug, sie schafften es in Spitzenzeiten nicht, das Jeverland trocken zu halten, so dass man schon vom „Binnenmeer Jeverland“ sprach: Tieferliegende Gebiete standen nach starken Regenfällen unter Wasser, die Landwirtschaft hatte unter der Staunässe zu leiden.

Die vier alten Siele hatten Außentiefs in einer Gesamtlänge von 11,6 Kilometern bis zur Jade. Das neue Wangersiel sollte lediglich 2,3 Kilometer Außentief bekommen. Dadurch erhöhte sich die Abflussgeschwindigkeit. Zudem weist das Wangersiel doppelt so viel Querschnitt auf wie die alten Siele zusammen.

Der Bau begann 1960 in der Nordostecke des Neu-Wiarder-Grodens. Die Sturmflut 1962 flutete die Baustelle, bereits installierte Aggregate wurden zerstört. Dennoch hatte man bis Ende des Jahres den Bau vollendet.

Aber erst mit der Durchdämmung des Außentiefs von Hohenstiefersiel und der Fertigstellung des Wangerdeichs ging das Wangersiel im September 1964 in Betrieb.

Das Schöpfwerk Wangerland vervollständigte 1973 das Entwässerungskonzept für das Jeverland. Bei starken Niederschlägen befördern die vier Pumpen bis zu 52 Kubikmeter pro Sekunde in den 90 Hektar großen Speicherpolder, von wo aus die Wassermassen durch das Wangersiel in die Nordsee abfließen.

Die Kosten zur Neuregelung der Entwässerung im rund 26 000 Hektar großen Einzugsgebiet der Sielacht Wangerland werden mit insgesamt rund 65 Millionen D-Mark beziffert.

Ebenfalls vor 50 Jahren wurde im Ort Horumersiel die Straßenbrücke gebaut und das alte Siel von 1871 abgebrochen; die Deichscharte verschwanden. Der pittoreske Hafen wurde zugeschüttet: Der verträumte Sielort sollte ein neues Gesicht als modernes Urlaubsziel erhalten.

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Sielacht Wangerland | Hafen

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