• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

In Friesland 2075 Feldhasen geschossen

06.12.2016

Bockhorn /Zetel Zum Bericht „Jäger streifen durch die Reviere“, NWZ  vom 3. Dezember, äußern sich Tier- und Naturschützer. „In Niedersachsen sind in diesem Jahr fast 47 000 Feldhasen geschossen worden“, schreibt Stefanie Feulner aus Niederzissen in Rheinland-Pfalz. Sie beruft sich auf Angaben zur „Jagdstrecke“ der Landesjägerschaft Niedersachsen.

Im Bericht der Landesjägerschaft Niedersachsen ist von 46 392 erlegten Feldhasen und 13 386 Feldhasen, die als Fallwild bezeichnet werden und damit eines natürlichen Todes gestorben sind, die Rede. Laut diesem Bericht sind in der Jagdsaison 2015/2016 im Landkreis Friesland 2 075 Hasen geschossen worden.

Irp Memmen, Vorsitzender der Jägerschaft Friesland-Wilhelmshaven, bestätigt das. In der Zeit vom 15. Oktober bis 31. Dezember könne der Feldhase bejagt werden, sagt Irp Memmen.

„Aber er wird nur bejagt, wenn der Besatz entsprechend ist. Im Herbst machen die Jäger eine Besatzzählung, das heißt, sie fahren die Strecken ab, leuchten in die Wiesen und zählen die Hasen. Die Zählung ist eine freiwillige Maßnahme. Es wird dann hochgerechnet auf die Fläche, und wenn zwölf Althasen pro Hundert Hektar anzunehmen sind, werden Hasen bejagt. “

Auch die Jagd auf Füchse stößt bei Tierschützern auf Kritik. Manuela Schleußner, Ergotherapeutin aus Weener, kritisiert das Argument der Jäger, Füchse seien „die größten Feinde des Niederwilds“. Sie schreibt: „Selbst in osteuropäischen Ländern, in denen Hasen noch in großer Zahl vorhanden sind, liegt der Anteil der gefundenen Fuchslosungen mit Hasenresten unter 10 Prozent. (...) Um die Verfolgung eines unseres interessantesten Beutegreifers zu rechtfertigen, behauptet man kurzerhand, die Fuchsjagd auf der Niederjagd sei notwendig, weil die Fuchsbestände ansonsten überhand nähmen – eine längst überholte Ansicht.“

Die Fuchsbestände regulieren sich ihrer Aussage nach natürlich. „Wie wir aus jagdfreien Gebieten wissen (zum Beispiel Nationalpark im Engadin-Schweiz, Bayerischer Wald und Harz), sorgt die Sozialstruktur von Fuchspopulationen dafür, dass Füchse sich nicht über Gebühr vermehren. Lässt man Füchse in Ruhe, so leben sie in stabilen Familiengemeinschaften zusammen, in denen nur die ranghöchste Füchsin Nachwuchs bekommt. Greift nun jedoch der Mensch mit der Flinte in dieses stabile System ein, so brechen die Gemeinschaften auseinander, und nahezu jede Füchsin wird befruchtet.“

Anders sieht das wiederum Manfred Wysocki aus Zeven, Fachjournalist im Bereich Jagd. Er hat die Stellungnahme von Manuela Schleußner bereits im Internet gelesen und sich bei der NWZ  gemeldet. „Wildbiologen haben genau das untersucht und kamen zu dem Ergebnis: In Gebieten mit hohem Jagddruck gab es durchschnittlich 5,3 Welpen pro Wurf, in Gebieten ohne Jagd 4,8, die Differenz beträgt gerade einmal 0,5 Welpen. Damit werden die immer wieder geäußerten Aussagen, dass bei Füchsen nur die ranghöchste Fähe Junge bekommt, widerlegt, zumal Füchse auch nicht wie die Wölfe in Rudeln leben.“ Und weiter: „Man beobachtet lediglich in Großstädten, die der Fuchs mit einer 10- bis 30-fachen Populationsdichte erfolgreich besiedelt hat, einen Rückgang der Reproduktionsbeteiligung und die Bildung familienähnlicher Gruppen.“

Sandra Binkenstein Varel / Redaktion Friesland
Rufen Sie mich an:
04451 9988 2506
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.