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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Jäger streifen durch die Reviere

03.12.2016

Bockhorn /Zetel Sie kommen in Gruppen, bewaffnet und begleitet von Hunden, gehüllt in grellorange Jacken. Im Spätherbst gehen die Jäger auf Treibjagden. Das sieht für manche Spaziergänger brutal aus, doch wer denkt, die Jäger schießen auf alles, was sich bewegt, liegt falsch. Hinter Rehen oder Hasen sind die Jäger bei Treibjagden gar nicht her.

Ihr Ziel ist ein ganz anderes: die Füchse. „Füchse sind der größte Feind des Niederwilds. Sie vermehren sich schnell und fressen alles an Jungtieren und Gelegen, was sie finden können“, sagt Kurt Metzner aus Bockhorn. Alle zwei Jahre lädt er zur Treibjagd auf Füchse ein, das nächste Mal im Januar. Und wenn dann 50 Jäger stundenlang durch die Natur streifen, um Füchse zu erlegen, wie viele schießen sie tatsächlich? „Fünf oder sechs vielleicht. Wenn sie Pech haben nur einen“, sagt Kurt Metzner. „Bei uns wird mit Bedacht gejagt. Trotzdem ist es für viele Spaziergänger, die eine Treibjagd sehen, ein rotes Tuch.“

Wenig Hasen und Fasane

In Bockhorn gibt es laut Schätzung der Wildtiererfassung Niedersachsen pro Quadratkilometer bejagbarer Fläche 10 bis 15 Feldhasen, in Zetel jedoch nur 5 bis 10 (Stand 2015).

Das ist zu wenig, um Hasen zu jagen: Feldhasen waren 2016 in ganz Niedersachsen das gesamte Jahr über „geschont“.

Füchse dagegen durften auch 2016 gejagt werden, Jungfüchse sogar das ganze Jahr über.

Auch Fasane gibt es wenig – im Jahr 2015 hat die Wildtiererfassung Niedersachsen die Population in Bockhorn und Zetel auf nur 1 bis 5 Fasane pro Quadratkilometer bejagbarer Fläche geschätzt.

Mit Bedacht jagen, das heißt, sich an Regeln zu halten. Dazu gehören die Schonzeiten, also die landesweiten Vorgaben, ob und wann welche Art bejagt werden darf. Und es bedeutet, nur dann zu schießen, wenn man sicher sein kann, dass das Tier anschließend nicht verletzt flüchtet. Auch Naturschützer Thomas Coldewey aus Zetel von der Kreisgruppe Friesland des Bundes für Umwelt und Naturschutz sagt: „Gerechtfertigt werden kann die jagdliche Ausübung nur, wenn unnötiges Leiden der Tiere ausgeschlossen wird.“ Er macht aber auch klar: „Jagd ist ein Eingriff in Natur und Landschaft. Das Hegeziel der Jäger sollte deswegen nicht außer Acht gelassen werden.“

Mit der Hege versuchen Jäger, Lebensräume für Wildtiere zu erhalten und zu schaffen. „Jäger sind nicht da, um große Beute zu machen, sondern um den artenreichen Wildbestand zu erhalten“, meint der Landwirt und Jäger Kurt Metzner. „Wir legen jedes Jahr ein Biotop an, mal eine Heckenreihe, mal einen Teich“, sagt er. Das soll helfen, den Tierarten, die in manchen Gebieten immer weniger werden, Lebensraum zu geben.

„Der Lebensraum einzelner Arten wird durch intensive Flächennutzung und Landschaftszerschneidung immer mehr bedroht. Andere passen sich an die neue Situation an und sorgen in der Land- und Forstwirtschaft für Unmut“, sagt der Naturschützer Thomas Coldewey. Die Landwirte wissen: Hasen und Fasane werden weniger. Rabenkrähen dagegen werden mehr. Und auch Wildschweine kommen in der Wehde vor, zum Beispiel im Raum Grabstede und Osterforde.

Sandra Binkenstein Varel / Redaktion Friesland
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