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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Jagd nach dem Gelben vom Ei

05.11.2005

SANDE SANDE - „Plopp“. Dieses Geräusch hat Willy Rosskamp schon tausende Male gehört. Er schüttelt das kleine Ei am Ohr, hört es klappern und ahnt schon, was darin sein könnte. Dann pult er hastig die Silberfolie vom Ei, knackt die Schokohälften und hält das Gelbe vom Ei in den Händen.

Willy Rosskamp ist jedesmal aufgeregt, wenn es ploppt. Es ist das Geräusch, wenn er das gelbe Plastik-Ei auseinanderdrückt. Meist purzelt dann irgendein kleines Spielzeug heraus.

Überraschung! Diesmal steckt Thaddäus Tentakel im Ei, eine Figur aus der aktuellen Überraschungs-Ei-Serie „Spongebob Schwammkopf“. Die fehlte ihm noch und wandert nun in die Vitrine im Keller seines Siedlungshauses in Cäciliengroden. Dort reiht sie sich ein in das Herr von Peppy Pingos und Happy Hippos, Tapsi Törtels oder Crazy Crocos.

Tausende Figuren hat Willy Rosskamp schon aus dem Ei gepellt. Die Sammlung des Vorsitzenden der Siedlergemeinschaft II in Cäciliengroden umfasst etwa 1000 Examplare. Rosskamp sammelt nur die Hartplastikfiguren. „Mit dem Bastelkram kann ich nichts anfangen“, sagt er. Das wandert, wie alles andere, was er doppelt und dreifach hat, in die Kiste für die nächste Ü-Eier-Börse.

Angesteckt mit dem Sammelfieber hat sich Willy Rosskamp vor zehn Jahren. Damals schenkte er seinem Enkel ein Ü-Ei. „Da war ein Happy Hippo drin“, erinnert sich der Sammler. Da hat es zum ersten Mal geploppt und er eröffnete die Jagd nach dem Gelben vom Ei.

Jedesmal, wenn heute eine neue Serie erscheint, kauft Rosskamp die Ü-Eier palettenweise. 100 bis 150 Euro im Monat gehen dafür über den Ladentisch. In Cäciliengroden hat er einen Sammlertreff organisiert.

Im Dorfgemeinschaftshaus schleichen deshalb einige Jäger des verborgenen Schatzes in der Eierschale um die Ausstellungstische. Einer ist Andreas Wagner aus Wittmund. Auch er hat weit über 1000 Figuren gesammelt und im Laufe der Jahre echte Schätze angehäuft. „Das schöne Geld“, seufzt seine Frau. Ihr wäre es am liebsten, ihr Mann würde all die kleinen Plastikfigürchen verkaufen. „Davon könnten wir einen richtig schönen Urlaub machen.“ Doch Wagners Sammlung wächst immer weiter.

Derlei Protest der Partner kennen die meisten, die einen ausgeprägten Sammeltick haben. „Oh, ja, zu Beginn der Sammelei gab es manchen Knatsch mit der Ehefrau“, räumt auch Willy Rosskamp ein. Doch Bärbel Rosskamp hat sich das Aufbegehren gegen die Ü-Ei–Armada abgewöhnt und stattdessen angefangen, Teddys zu sammeln.

Kurt Wagner aus Wilhelmshaven, der mit etlichen Vitrinen und Kisten voller Figuren und Ü–Eier-Spielzeug zum Sammlertreff nach Cäciliengroden gekommen ist, hat sogar seine Frau mit seiner Sammelleidenschaft angesteckt. „Das Ganze hat ja auch einen Vorteil: Man muss sich über Geschenke zu Weihnachten oder zum Geburtstag keine Gedanken machen“, sagt Wagner. Ein 72-er-Display Ü-Eier, und die Sache ist geritzt.

Nur was passiert mit all der Schokolade? Andreas Wagner verputzt die Eier selbst, was man dem schlanken Mittdreißiger überhaupt nicht ansieht. Willy Rosskamp dagegen mag das süße Zeug nicht mehr. Die Schokolade verschenkt er regelmäßig an Sander Kindergärten.

Nächstes Jahr können sich die Kinder über besonders viel Schoko-Nachschub freuen: Dann kommt die neue Ü-Eier-Serie zur Fußball-Weltmeisterschaft.

Das süße geheimnis: Rund ums Ü-Ei

Erfinder des Ü-Eis ist der Italiener Michele Ferrero. 1974 entdeckte er in einem Kaufhaus in Turin eines der riesigen Schokoladen-Ostereier, die in Italien seit Generationen produziert werden. Ein Zuckerbäcker war auf die Idee gekommen, in dem Ei eine Überraschung zu verstecken. Diese Idee übernahm Ferrero und ließ im Piemont eine Fabrik für kreatives Kleinst-Spielzeug bauen, das in Überraschungseier passt. Vater Pietro hatte einst Nutella ersonnen.

Überraschungs-Eier gibt es rund um den Globus. Ferrero bringt jedes Jahr zwei bis drei neue Figurenserien und etwa 150 zusammenbaubare Spielzeuge auf den Markt. Die erste handbemalte Figuren-Serie waren 1983 die Schlümpfe. Inzwischen gibt es weltweit mehr als 10 000 Figuren – sehr seltene Exemplare werden längst auch gefälscht.

Oliver Braun Agentur Hanz / Redaktion Jever
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