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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

[Jefer] endlich richtig aussprechen

15.10.2018

Jever „Es soll kein Bierschenk Bier ausschenken, wenn es nicht zuvor durch die verordneten Satzmeister gekostet, gesetzt und gezeichnet worden ist“, heißt es in der „Städtischen Bierbeschau“ von 1409 in Jever, dem erst 1516 das Reinheitsgebot folgte. Mit dem Maibock-Anstich im Frühjahr 1973 besann sich das Friesische Brauhaus dieser Verordnung, der danach die Bierprobe für das neue Brauerjahr folgte – und nutzt sie als eine „bierernst“ zu nehmende Marketingveranstaltung, die Geschichte und Tradition fortsetzt.

Dass Jever-Pilsener in exzellenter Qualität auf den Markt kommt, dafür steht Betriebsleiter Christian Schmidt mit seinem Team. Die Gemeinsamkeiten zwischen Bauer und Brauer stellte Mitglied der Geschäftsführung Michael Reitzke fest: Die einen klagen wegen der schlechten Gerstenernte, die anderen, weil sich die Rohstoffpreise erhöhen und die Produktionskosten steigen. Dennoch sei auch für das neue Braujahr die Lieferung guter Gerste gesichert.

328. Verkostung

Wie in den Vorjahren hatte die Prüfkommission auch nach dieser 328. Verkostung im Graf-Anton-Günther-Saal ihr Urteil gereimt: „Auch Wasser wird zum edlen Tropfen, mischt man es mit Malz und Hopfen. Auf Jevers Brauermeister ist Verlass – das helle Gold kann rein ins Fass.“ So lautete der nach einer ausgiebigen und kräftezehrenden Bierprobe gefällte Spruch und man bedauerte es, dass nach dem Entleeren des 50-Liter-Fasses kein Nachschub bereitgestellt war.

Das positive Prüfungsergebnis nahmen der Rat der Stadt Jever, Vereinsvertreter und die Vertreter aus Politik und Wirtschaft sowie Hilfsorganisationen beim Umtrunk im Schalander mit viel Beifall zur Kenntnis.

Zustimmung erhielt Prüfungskommissionsvorsitzender Olaf Harjes mit der Aufforderung, den Jever-Maibock wieder als Saisonbier einzubrauen – eine Forderung, die auch Jörg Fessel als neuer Rumormeister, unterstützt. Gleichwohl gab Harjes zu, dass der Reim nicht aus jeverschem Munde komme, sondern aus Sillenstede, von der Frau des Kommissionsmitgliedes Olaf Janssen. Aber die Sillensteder, so Harjes, zieht es eher nach Jever als in den Regierungssitz nach Schortens.

Mit kräftigen Hammerschlägen mahnte Rumormeister Umweltminister Olaf Lies oft zum „Silenzium“ und trumpfte humoristisch und satirisch-kabarettistisch als Chef der „Sondereinheit Pils Dezimierer“ (SPD) auf. Er gab zu, dass sich die SPD dezimiert hat. Doch anders als beim Alkoholgehalt des Jever Pilsener von 4,9 Prozent peile die SPD die 40 % von Jever Digestiv an, so Lies.

Stolz darauf sei er, dass in seiner Rumormeister-Amtszeit mit Jever-Fun-Zitrone auch ein Bier gebraut wird, das selbst Bürgermeister Jan Edo Albers überzeugt.

Anklageverfahren

In seiner Antrittsrede als neuer Rumormeister punktete Agando-Chef Jörg Fessel mit seiner schon 2016 verkündeten Botschaft, endlich in der Jever-Pilsener Werbung Jever richtig auszusprechen und bekräftigte dies mit der Übergabe einer Jever-Fahne, die die Aussprache Jever mit f (eff) groß und deutlich aufzeigt. Im Schlosspark spaziert kein Wau sondern ein Pfau und es gibt auch kein Wechta und Wisselhövede, so Fessel.

Ein bis zwei Mal dummes Zeug von sich geben – und schon kommt man zu Amt und Würden: launige Worte seien nicht so sein Ding, sagte Fessel – deshalb prangere er lieber in einem Anklageverfahren die Vergehen der Brauerei an.

„Das Brauhaus entsorgt Personen mit der Ernennung zum Rumormeister, dem ein politischer, wirtschaftlicher oder gesellschaftlicher Abstieg folgt“ – wie bei Olaf Lies, der zum Umweltminister degradiert wurde, so Fessel. Das Jever Fun sei ein schändliches Vergehen – das mache überhaupt keinen Spaß.

Anspannung gab es beim Catering-Team der Fleischerei Janßen: Das war in Sorge, das Braumeisterfrühstück bei der manchmal etwas überzogenen Redezeit noch warm auf den Tisch zu bringen.

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