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Aktualisiert vor 20 Minuten.

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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Gut gebrüllt, Jever

14.10.2019

Jever Volkstanz und Jagdhornbäser, ein großer Streichelzoo mit Sauen, Kühen, Ziegen und Pferden, dazu Oldtimertraktoren und Dreschmaschinen und natürlich jede Menge Leckeres zu Essen aus heimischer Erzeugung und noch vieles mehr: Der Brüllmarkt, Jevers großes Erntedankfest, hat am Sonntag wieder viele Menschen in die Stadt gelockt und ihnen die Bedeutung der Landwirtschaft vor Augen geführt. Auch Imker und Kaninchenzüchter waren vertreten.

„Die wirtschaftliche Lage ist auf vielen landwirtschaftlichen Betrieben nicht einfach“, sagte die Vorsitzende des Kreislandfrauenverbands Friesland-Wilhelmshaven, Ellen Kromminga-Jabben. Auf vielen Familie laste zudem ein großer psychischer Druck, weil sich Landwirte in der Öffentlichkeit viel und oft unberechtigte Kritik zu Themen wie Tierhaltung, Pflanzenschutz und Düngepraxis anhören müssten. Kromminga-Jabben erinnerte daran, dass die hiesige Landwirtschaft die hochwertigsten Lebensmittel produziere und dabei weltweit mit die strengsten Auflagen einhalte. „Wer die Lebensmittelproduktion ins Ausland vertreiben will, gefährdet nicht nur viele Ar­beitsplätze in der ländlichen Region, sondern trägt mit dazu bei, dass wir eines Tages Lebensmittel serviert bekommen, die eben nicht mehr diesen strengen Auflagen unterliegen.“ Das könne nicht im Sinne der Verbrauche und der Tiere sein. Erntedank zu feiern und die hiesige Landwirtschaft zu unterstützen, sei daher zeitgemäßer denn je.

Zuvor hatten das Landvolk mit Vertretern von Stadt und Landkreis die große Erntekrone auf dem Alten Markt aufgerichtet. Ein Festumzug, mit Traktoren, üppig beladenem Erntewagen und Erntekrone, begleitet von Trachtengruppen, Reit- und Fahrverein und angeführt vom Spielmannszug hatte sich dazu auf den Weg durch Jever gemacht.

Kreislandwirt Hartmut Seetzen kritisierte, dass nach zwei schwierigen Erntejahren, in denen nicht genug Futter für die Tiere geerntet werden konnte, die Politik den Landwirten ein nachhaltige Arbeiten erschwere. Seetzen zielte dabei unter anderem auf das Insektenschutzprogramm ab, das mit Blick auf die Randstreifen einen erheblichen Flächenverlust bedeute.


  www.youtube.com/nwzplay 
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Oliver Braun Agentur Hanz / Redaktion Jever
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