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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Regionale Produkte wieder mehr schätzen

09.10.2017

Jever Am Samstag hat es noch geschüttet wie aus Eimern, am Sonntag dann: strahlender Sonnenschein. Und der sei natürlich extra für den Brüllmarkt in Jever am Sonntag bestellt worden, betonte Landvolkvorsitzender Hartmut Seetzen bei der Eröffnung des Erntefests in Jever.

Gleichzeitig nutzte Seetzen aber auch das schlechte Wetter der vergangenen Tage, um ein Problem vieler Landwirte darzustellen. Denn dadurch musste die Ernte eingestellt werden. „Viele Kartoffeln sind nicht mehr zu ernten, weil sie durch die Feuchtigkeit einfach kaputt gegangen sind“, so Seetzen. „Und der Mais steht noch auf dem Feld und wartet darauf, bis er runter kommt.“ Gutes Wetter sei jetzt dringend notwendig und dann haben die Landwirte noch mindestens zwei Wochen Arbeit vor sich.

In dem Zusammenhang gab es auch mahnende Worte von Seetzen: Denn durch die Arbeit auf dem Feld bringen die Fahrzeuge auch unvermeidlich Dreck auf die Straßen – was im Zusammenhang mit Regen gefährlich wird. „Deshalb ist es wichtig und richtig, dass die jeweiligen Landwirte die Straßen dann säubern. Aber aus eigener Erfahrung weiß ich auch: Wenn die Landwirte schon mit Warnblinklicht und Rundumleuchte am Straßenrand stehen, um die Straßen zu säubern, sollten Autofahrer nicht mit 100 Klamotten daran vorbei rasen und ihnen womöglich den Vogel zeigen.“ Das sei zwar nicht die Regel, werde aber immer wieder beobachtet.

Ernste Worte auch von der Vorsitzenden der Landfrauen Friesland-Wilhelmshaven: Ellen Kromminga-Jabben wies darauf hin, wie günstig inzwischen viele Produkte aus der Landwirtschaft geworden sind. „Es ist sicher gut, dass sich jeder diese Produkte leisten kann. Aber es kann nicht sein, dass ein Grillhähnchen inzwischen günstiger als eine Dose Katzenfutter ist.“

Deshalb sei es gut, dass viele Menschen auch mal unbequemere Fragen stellen – und an den Haltungsbedingungen so mancher Nutztiere zweifeln. „Diese Menschen machen sich Sorgen, dass die intensive Landwirtschaft die Umwelt schädigt. Und wir nehmen diese Sorgen sehr, sehr ernst.“ Letztlich gehe es allen darum, dass Nahrung auf eine Art und Weise hergestellt wird, die den Belangen von Mensch, Tier und Umwelt gerecht wird. Genau das sei aber oft durch den Preisdruck auf die Landwirtschaft schwierig – genauso schwierig, wie das Mithalten auf dem internationalen Wettbewerb. „Deshalb wünsche ich mir heute, dass jeder einzelne von uns sich seine Verantwortung für unsere Lebensmittel bewusst macht: die Landwirte, der Handel, die Verbraucher und die Politik.“

Bürgermeister Jan Edo Albers betonte, dass der Brüllmarkt deshalb auch eine gute Gelegenheit sei, sich zu informieren, wo unsere Nahrung überhaupt herkommt. Das sei auch insbesondere auch für die Stadt Jever wichtig – mit Blick auf das Ziel, faire Stadt zu werden. „Denn uns ist es nicht nur wichtig, dass wir faire Preise für Produkte aus einem anderen Land zahlen wie Kaffee oder Tee“, sagte Albers. „Uns ist es auch wichtig, dass wir faire Preise für Produkte zahlen, die hier bei uns von den Landwirtinnen und Landwirten hergestellt werden.“


     www.youtube.com/nwzplay 
Mehr Bilder unter   www.nwzonline.de/fotos-friesland 
Video

Antje Brüggerhoff
Agentur Hanz
Redaktion Jever
Tel:
04461 965312

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