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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Ein „scharfer“ Geheimtipp

14.10.2017

Jever Eigentlich spricht Christian Janssen ja nicht viel in der Öffentlichkeit über seinen Betrieb. Alles wird eher klein gehalten, bewusst auf Werbung verzichtet, um sich den bisherigen Kunden ausreichend widmen zu können. Und das zahlt sich aus: die Reklamation liegt bei unter einem Prozent. Aber die Geschichte des Familienunternehmens „Werkzeugschleiferei Gerd Janssen“ ist einfach zu spannend und die Arbeit zu bewundernswert, um sie geheim zu halten.

Bereits 1919 hat Urgroßvater Johann Janssen die Werkzeugschleiferei eröffnet – oder „Schlieper Janssen“, wie er damals genannt wurde. Verkauft wurden Angelbedarf und Geräte für die Viehzucht. Damals eröffnete er das Geschäft an der Schlachtstraße 22, 1954 zog es innerhalb der Straße um. Und 1989 haben die Janssens die erste Halle im Gewerbegebiet Am Hillernsen Hamm eröffnet. „Aus Platzgründen sind wir dann auch 1992 komplett ins Gewerbegebiet umgezogen“, erzählt Christian Janssen, der den Betrieb inzwischen leitet. Dort ist die Schleiferei heute übrigens immer noch zu finden – nur viel größer.

Denn über die Jahre hat sich der Betrieb kräftig weiterentwickelt. Noch heute gilt zwar: es wird alles scharf gemacht, was scharf zu machen ist. Aber die Artikel haben sich geändert. So sind zum Beispiel Angelgeräte inzwischen nicht mehr im Sortiment. „Als Baumärkte anfingen, das anzubieten, hat sich das für unseren Betrieb nicht mehr gelohnt“, weiß Christian Janssen.

Zudem kamen früher mehr Leute, um ihre Messer schärfen zu lassen. „Heute werden oftmals einfach neue gekauft“, so Janssen. „Aber theoretisch schärfen wir alles – von kleinen Messern und Gartenwerkzeugen bis hin zu großen.“ Zudem wird auch Werkzeug hergestellt so wie Fräsen oder Bohrer. Je nach Aufwand dauern die Arbeiten zwischen 15 Minuten und 15 Stunden.

Die Produkte werden dann nicht nur in Deutschland, sondern sogar ins Ausland exportiert. „Wir haben Kunden rund um den Globus: in Kanada, Russland, Südostasien – eigentlich auf jedem Kontinent.“ Einmal hat ein Kunde sogar mehr als ein Jahr nach dem Betrieb gesucht. „Er fragte herum, wo andere Kunden ihre Werkzeuge herhaben – aber sie hatten es nicht verraten.“

Ob sich das „Schlieper Janssen“ 1919 jemals erträumt hätte? Oder ob er gewusst hätte, dass die Schleiferei so lange bestehen wird? Schließlich hat Christian Janssen gemeinsam mit seinem Bruder Nils den Familienbetrieb Anfang des Jahres in vierter Generation offiziell übernommen, schon zuvor waren beide aber viele Jahre involviert. Nach Urgroßvater Johann Janssen hat Großvater Gerd und schließlich Vater Gerd die Schleiferei geleitet. „Ein bisschen Ärger, dass wir nicht auch Gerd heißen, gab es ja schon“, scherzt Christian Janssen. „Aber das Schild mit der Aufschrift ,Werkzeugschleiferei Gerd Janssen‘ bleibt trotzdem bestehen.“

Zum Betrieb gehören neben den Brüdern Janssen noch 16 Mitarbeiter, eine von ihnen ist Nora Lepinske – die einzige Frau in der Werkstatt. „Das macht mir aber nichts aus“, sagt die 26-Jährige. „Alle gehen hier respektvoll miteinander rum.“ Wie eine kleine Familie also – und das hat auch Christian Janssen zum Betrieb zurückgeführt.

Denn eigentlich lebte er schon eine Zeit lang nicht mehr in Jever, machte eine Ausbildung zum Groß- und Einzelhandelskaufmann und studierte Volkswirtschaftslehre in Bayreuth. „Aber ich bin so stolz auf unser Familienunternehmen und möchte es aufrecht erhalten.“ Und darauf kann er auch stolz sein: schließlich ist die Werkzeugschleiferei mit ihren sehr bodenständigen Mitarbeitern in Jever ein echter Geheimtipp – weltweit.

Antje Brüggerhoff Agentur Hanz / Redaktion Jever
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