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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Flächen Der Stadt Jever: Kleiboden in Jever nicht ungewöhnlich

26.07.2019

Jever Die Geo-Karte des Landesamts für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG/Hannover) zeigt es: Im Boden weiter Flächen der Stadt Jever ist ein hoher Schwefelgehalt zu finden. Es handelt sich um kleihaltigen Grund – typisch für Marschgebiete. Nur in wenigen Bereichen im Stadtgebiet enthält der Boden keine Schwefelanteile – entlang des Mühlentiefs etwa und im Bereich des Gleisdreiecks.

„Das Problem sulfatsaurer Böden ist nicht neu, sondern bestand auch schon in anderen Baugebieten im Osten der Stadt“, sagt Mike Müller, Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters. Allerdings geht der Gesetzgeber heute mit diesen Böden anders um als noch vor einigen Jahren: Da war es völlig normal, dass Kleiboden einfach ausgekoffert und irgendwo hin gekarrt wurde oder mit Mutterboden überdeckt wurde. Heute wird das komplexer gehandhabt. „Und die Stadt Jever wird sich entsprechend verhalten und die Bauinteressenten fachgerecht beraten“, betont Müller.

Zurzeit wird im ersten Abschnitt des Neubaugebiets „An den Schöfelwiesen“ die Erschließungsstraße samt Kanalisation gebaut. Der potenziell sulfatsaure Boden wird ausgekoffert und zurzeit unter Folien zwischengelagert. Grund ist, dass die Stadtverwaltung noch auf die endgültige Genehmigung zur Deponierung des Baggerguts wartet. Der Boden muss keineswegs als Sondermüll behandelt werden, sondern wird auf Flächen aufgefahren, wo gleiche Bodenverhältnisse herrschen, erklärt Müller.

Bei den weiteren Baumaßnahmen wird der Kleiboden direkt abgefahren.

Die Stadtverwaltung weist darauf hin, dass der Boden in den „Schöfelwiesen“ nicht in allen Schichten potenziell sulfatsauer ist: Die Deckschicht besteht bis zu einer Tiefe von knapp 40 Zentimetern aus Mutterboden, darunter folgt eine 0,3 bis 2,5 Meter starke Kleischicht, die zum Teil auch Torf enthält.

Laut den Bauarbeitern vor Ort müffelt eher nicht der Klei, sondern der Torf – und das auch nur wenige Sekunden lang.

Was sind sulfatsaure Böden eigentlich?

So genannte Sulfatsaure Böden kommen in Niedersachsen vor allem im Bereich der Küste vor. Laut Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG/Hannover) umfasst diese Bezeichnung sowohl Böden als auch tiefer gelegene Sedimente und Torfe. Charakteristisch für die verschiedenen sulfatsauren Materialien (SSM) sind hohe Gehalte an reduzierten anorganischen Schwefelverbindungen.

Ursprünglich gelangte der Schwefel in Form von Sulfationen aus dem Meerwasser in die Ablagerungen. Wegen wassergesättigter, anaerober Bedingungen wurden die Sulfationen zu Sulfid reduziert und vor allem als Pyrit und FeS (Schwefeleisen – Eisen(II)sulfid) über lange Zeit wegen konstant hoher Grundwasserstände konserviert. Typische SSM sind tonreiche Materialien mit höherem Gehalt an organischer Substanz und/oder groben Pflanzenresten sowie über- und durchschlickte Niedermoortorfe.

Bei Entwässerung und Belüftung dieser Materialien kommt es zur Oxidation der Sulfide und zur Bildung von Schwefelsäure, wenn sie z. B. im Rahmen von Bauvorhaben entwässert oder aus dem natürlichen Verbund herausgenommen werden. Aus potenziell sulfatsauren Böden können so aktuell sulfatsaure Böden werden.

Das Landesamt nennt als Gefährdungspotenziale:
 extreme Versauerung (pH < 4,0) des Baggerguts mit der Folge von Pflanzenschäden,


 deutlich erhöhte Sulfatkonzentrationen im Bodenwasser bzw. Sickerwasser,
 erhöhte Schwermetallverfügbarkeit bzw. -löslichkeit und erhöhte Konzentrationen im Sickerwasser;
 hohe Korrosionsgefahr für Beton- und Stahlkonstruktionen.

Zur Gefahrenabwehr/minimierung „bedürfen in den betroffenen Gebieten alle Baumaßnahmen mit Bodenaushub oder Grundwasserabsenkung einer eingehenden fachlichen Planung und Begleitung“, so das Landesamt. Aufgrund der oft geringen Tragfähigkeit dieser Böden und insbesondere der Torfe müssen bei Baumaßnahmen relativ große Baugruben ausgehoben werden, so dass in kurzer Zeit viel SSM als Aushubmaterial anfällt. Zudem laufen Oxidation und Versauerung oft sehr schnell ab, so das Landesamt.

Melanie Hanz Agentur Hanz / Redaktion Jever
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