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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Startschuss für ersten Käse direkt aus Jever

15.11.2018

Jever Außer den Kühen im Stall auf dem Hof Helmerichs in Jever hat kaum einer den Startschuss für den ersten Käse der Jeverländer Speisenkammer mitbekommen. In totaler Finsternis kurz nach vier Uhr am Dienstagmorgen rollt Eduard Martens mit seinem Anhängergespann auf den Hof. Gemeinsam mit seiner Frau betreibt er eine mobile Käserei. Gut zwei Stunden Fahrt von Stade nach Jever hat er hinter sich.

Jeverländer Speisenkammer

Dabei handelt es sich um ein Netzwerk von Landwirten, Gemüsebauern, Fleischern, Gastronomen und weiteren Unterstützern aus dem Jeverland, die sich für die Erzeugung, Verwendung und Vermarktung von Nahrungsmitteln aus der Region einsetzen.

Die Jeverländer Speisenkammer hat Grundsätze entwickelt, nach denen das Netzwerk arbeitet. Regionalität und damit die Erzeugung und Vermarktung regionaler Produkte sowie Nachhaltigkeit, Klima- und Umweltschutz stehen dabei im Fokus.

Für die mobile Käserei reichen zwölf Quadratmeter aus, das ist die Grundfläche des Anhängers. Darin wird er die Milch, die die Helmerichs-Kühe geben, direkt zu Käse weiterverarbeiten. Kürzer können die Wege kaum sein, noch mehr Regionalität ist nahezu unmöglich, denn der Käse wird das Jeverland nicht verlassen. 2000 Liter Milch werden in den nächsten Stunden in den Händen von Eduard Martens zu Käse. 200 Kilo hat er gemacht, einen milden Schnittkäse – eine Natursorte und eine mit Bockshornklee.

Zur Reifung – mindestens vier Wochen muss der Käse liegen – werden die Blöcke in der Kühlung bei Fleischerei Janssen lagern, einem Mitglied der Jeverländer Speisenkammer. „Das ist das erste Mal, dass wir mit einer mobilen Käserei zusammenarbeiten“, sagt Gesa Helmerichs. Sie hatte die Idee für die mobile Käserei. Der Käse wird später unter anderem auch in ihrem Hofladen An’t Pumpwark 2 zu kaufen sein. Ihr Mann Holger Helmerichs betreibt den Milchviehbetrieb mit 220 Kühen, die genfreie Weidemilch liefern.

Offizieller Verkaufsstart für den Käse ist auf dem jeverschen Weihnachtsmarkt. „An einem Tag, der noch nicht ganz feststeht, werden wir den Käse dort anbieten“, sagt Georg Janssen. Der Käse soll aber im Netzwerk der Jeverländer Speisenkammer überall zum Einsatz kommen: Als Belag für Brötchen etwa bei Fleischerei Janssen oder als Teil des Büfetts im Schützenhof Jever. „Wir wollen auch essbare Oblaten herstellen lassen, die den Käse als Produkt der Jeverländer Speisenkammer kenntlich machen“, sagt Schützenhof-Wirt Stephan Eden.

Die Milch der Helmerichs-Kühe fließt über einen Schlauch am Hofanschluss direkt in die mobile Käserei. Sie wird dort auf 39 Grad erhitzt und mit einer Bakterienkultur angesäuert, später wird das Lab hinzugegeben. Nun entsteht eine Masse, die zerschnitten wird und anschließend gerührt wird. So werden Käsebruch und Molke bewegt. Die Molke wird abgelassen und der Käse in Formen gepresst.

Die mobile Käserei erfüllt dabei alle strengen Hygienevorschriften der EU, deswegen darf der Anhänger auch nur von Eduard Martens betreten werden.

Der Käse der Jeverländer Speisenkammer aber ist nicht das einzige neue Produkt des Netzwerks: Die Bäckerei Klatt aus Jever hat Dinkelkekse und ein Dinkelbrot neu im Angebot – natürlich selbst gebacken mit Dinkelmehl aus Ostfriesland. „Das Mehl zu verarbeiten war nicht ganz einfach, aber ich glaube, dass mir das ganz gut gelungen ist“, sagt Joachim Klatt.

Rahel Wolf Agentur Hanz / Redaktion Jever
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