• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Nun kann jeder – wenn er muss

06.09.2017

Jever Kiewittmarkt, Autotag mit Oldtimertreffen, Altstadtfest, Brüllmarkt und der Weihnachtsmarkt – es gibt viele Feste in Jever. Und viele Besucher dieser Feste werden auch schon mal ein dringendes Bedürfnis verspürt haben. Gut, wenn man gesund und beweglich ist und sich mit den öffentlichen Toiletten behelfen kann.

Nicht gut, wenn man alt ist oder in seiner Mobilität eingeschränkt. Oder sogar im Rollstuhl sitzt. Viele dieser Menschen, alte wie auch junge, meiden Jevers Feste, weil sie mit Rollstuhl oder Rollator nicht können, wenn sie müssen.

Glücklicher Zufall

Das „Projekt Sophie“ hat das Problem schon seit langem erkannt, Abhilfe angemahnt und für die Anschaffung eines barrierefreien Toilettenwagens geworben. Problem, wie so oft: das Geld. Ein mit einem Rollstuhl befahrbarer Toilettenwagen kostet rund 40 000 Euro. Das „Projekt Sophie“ um Anke Casper hatte im Februar begonnen, Unterstützer zu suchen – zwischenzeitlich hatten die Aktiven ihre Idee fast schon aufgegeben.

Doch nun konnte Projekt Sophie froh und dankbar verkünden: „Wir sind fündig geworden und haben einen Sponsoren.“ Die Heinz-Wieker-Stifung aus Dötlingen hat von der Initiative erfahren und finanziert die Anschaffung eines Toilettenwagens mit 40 000 Euro. Am Dienstag besuchte der 91-jährige Heinz Wieker das Sophienstift, um mit seiner Frau Erika die Spendenurkunde zu überreichen.

Wie so oft im Leben, spielte der Zufall eine Rolle: Über eine gemeinsame Freundin kamen Anke Casper und Erika Wieker vor kurzem ins Gespräch und auf einmal war die Stiftung mit im Boot. Einzige Hürde: Das „Projekt Sophie“ ist kein Verein und will es auch nicht werden. Deshalb musste eine gemeinnützige Einrichtung oder Organisation gefunden werden, die die Trägerschaft über die Mobil-Toilette übernimmt.

Auch die sei mittlerweile gefunden, berichtet Angelika Hinrichs vom „Projekt Sophie“. Da aber noch organisatorische Feinheiten zu klären sind, wolle man den Trägerverein erst in Kürze vorstellen.

Bekannt in Jever

Erika Wieker stammt aus Wittmund und ist vielen Jeveranern noch als Erika Petersen bekannt. Sie schrieb unter anderem das Freilichtschauspiel „Maria von Jever“, das vor 30 Jahren vor dem Schloss in Szene gesetzt wurde. Erika Petersen, heute Wieker, schrieb weitere Bühnenstücke und Musicals, oft mit regionalhistorischen Bezügen, lernte vor rund 20 Jahren ihren Ehemann Heinz Wieker kennen und lebt mit ihm in Dötlingen.

Wieker ist Gründer der Unternehmensgruppe RDG Gebäudeservice mit sechs Tochterunternehmen. Die Gruppe hat bundesweit elf Niederlassungen und rund 5 000 Mitarbeiter.

Geplant ist nun, die barrierefreie Toilette anzuschaffen und im Fahrzeugaufbau zugleich eine Stillecke einzurichten. „Denn auch an Frauen mit Babys wird bei Festen nicht immer gedacht“, so Anke Casper. Jever wäre nach München, Landsberg und Hannover die bundesweit dritte Stadt, die über solch ein Angebot verfügt. Die barrierefreie Toilette soll, so hofft das „Projekt Sophie“, erstmals zum Weihnachtsmarkt in Jever eingesetzt werden.

Oliver Braun Agentur Hanz / Redaktion Jever
Rufen Sie mich an:
04461 965313
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.