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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Gleich richtig – oder gar nicht

09.02.2019

Jever Zwei Punkte stellte Christian Rast direkt klar: „Tourismus-Marketing ist immer Standort-Marketing – damit verdient man kein Geld, aber man schafft Wertschöpfung.“ Und: „Wenn Sie sich für Tourismus-Marketing entscheiden, dann machen Sie es bitte richtig. Es gilt: Ganz oder gar nicht.“

Laut Gutachten gibt es bei der Tourist-Info jede Menge Nachbesserungsbedarf. Haupt-Kritikpunkte am Gebäude:
 Es gibt kaum Bezug zu Veranstaltungen oder zur Region
 Vom Schloss aus ist das Gebäude kaum erkennbar. Gleiches gilt von den Parkplätzen in der Umgebung.
 Die gleichzeitige Doppelnutzung des Gebäudes als Tourist-Info und Bürgerbegegnungsstätte führt zu Problemen.
 Bei der dünnen Personaldecke der Tourist-Info ist die Trennung von Front-Office im Erdgeschoss und Back-Office im ersten Geschoss problematisch.

Angesichts der geringen Personaldecke kann die Tourist-Info laut Gutachten ihren eigentlichen Aufgaben kaum nachkommen. Die Mitarbeiter seien nahezu alle auch mit anderen Aufgaben beschäftigt, die kaum mit Tourismus zu tun haben.

Weitere Kritikpunkte:
 die Personalausstattung ist vergleichsweise niedrig
 die finanzielle Ausstattung für Tourismusförderung, Tourismusmarketing und Tourismuswerbung sind mit 20 000 Euro sehr gering.

Das Fazit des Tourismuskonzepts: Um eine erfolgreiche Vermarktung Jevers sicherzustellen, muss es professionelles Tourismusmarketing geben. Dabei sollte mit den Nachbarkommunen oder der übergeordneten Tourismusregion kooperiert werden.

Aus gutachterlicher Sicht sollten vier bis fünf qualifizierte Mitarbeiter den Tourismus betreuen. Das Gesamtbudget sollte zwischen 350 000 und 450 000 Euro liegen, davon deutlich mehr als 50 000 Euro für operatives Marketing.

Rast, Mitarbeiter der Firma ift Freizeit und Tourismus GmbH aus Köln, hat im Auftrag der Stadtverwaltung ein Tourismus-Konzept für Jever erstellt. Das stellte er am Donnerstag im Fachausschuss vor. Seine Kernaussagen:
 Im derzeitig praktizierten Marketing liegt insbesondere durch mangelnde Finanz- und Personalausstattung viel im Argen (siehe Infokasten).
 Jever muss sich viel mehr vernetzen – und zwar sowohl nach außen mit anderen Marketingorganisationen als auch nach innen mit Geschäftsleuten und Kulturschaffenden.
 Jever punktet mit Stadt- und Kulturerlebnis sowie Genuss- und Shoppingmöglichkeiten. Und all das muss viel deutlicher als bisher herausgestellt werden
 Die Entwicklung zur „Premiumstadt“ – so der Arbeitstitel des Gutachters – wird zehn bis 15 Jahre dauern. Voraussetzung: Maßnahmen werden konsequent angegangen.
 Sinnvoll wäre, wenn viel mehr Zahlen zum Tourismus erhoben werden – zu Nutzern der Tourist-Info/des Wohnmobilplatzes, zu Gästeführungen und Nutzung von anderen Angeboten. Denn anhand solcher Zahlen lasse sich erkennen, was ankommt und was nicht.

Für Bürgermeister Jan Edo Albers sind die Ergebnisse, zu denen das Tourismus-Gutachten kommt, nicht überraschend: „Deshalb wurde die Position Tourismus mit besserem Marketing und mehr Personal auch ins Leitbild aufgenommen“, sagte er: Und mit dem Beschluss des Leitbilds bzw. des Masterplans habe der Rat dem Tourismus-Marketing ebenfalls Priorität eingeräumt. Albers sprach vom „Schicksalsthema, das die Stadt mehr als anderes bewegt“.

Er schlug vor, dass die Politik sich Zeit nimmt und in Ruhe berät: „Wir wollen keine schnelle schlechte Lösung, sondern das beste für Jever.“ Das weitere Vorgehen ist deshalb, dass nun zunächst in den Fraktionen über das Tourismuskonzept beraten wird. Laut Bürgermeister geht es dann darum, einen Grundkonsens zu finden, wohin sich das Tourismus-Marketing Jevers entwickeln soll. Danach muss über die Organisation der Tourist-Info entschieden werden. Und schließlich folgt die Umsetzung der Maßnahmen. Bei allem sollen die Bürgerinnen und Bürger Jevers einbezogen werden.

Knackpunkt in der Diskussion wird – das stellte sich in der Ausschusssitzung heraus – die Organisation der Tourist-Info sein. Denn, so betonten sowohl Dieter Janßen (SPD) als auch Udo Cremer (SWG), am Graftenhaus werde man festhalten. „Das Graftenhaus muss Anlaufstelle für Touristen bleiben. Es gibt keinen zentraleren Platz in Jever“, so Janßen.

Für die FDP dagegen ist auch der Wegzug der Tourist-Info aus dem Graftenhaus denkbar: „Wir fangen ganz neu an, um die beste Lösung zu finden“, sagte Hanspeter Waculik. Almuth Thomssen (Grüne) nannte das Tourismuskonzept „eine Chance, die wir nutzen sollten, um weiterzuentwickeln, was geht“. Stephan Eden (CDU), der als Gastronom an der Erstellung des Konzepts beteiligt war, wünscht sich indes, „dass nicht zu viele Leute ohne touristischen Hintergrund im Konzept herumrühren“. Er sieht Eile geboten: „Die Entwicklungen im Tourismus gehen rasend schnell.“

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Melanie Hanz Agentur Hanz / Redaktion Jever
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