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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Vortrag: Was Erich Hinrichs über das Gold der Tropen weiß

06.12.2018

Jever Sogar für einen Ohrwurm hat er gesorgt: Den „Banana Boat Song“ von Harry Belafonte wurde am Dienstagabend sicher kein Besucher des Vortrags von Erich Hinrichs mehr los. Der gebürtige Jeveraner, Marketingfachmann für Fruchthandel aus Hamburg, referierte bei der Wissenschaftlichen Arbeitsgemeinschaft für Natur- und Umweltschutz über die Banane als „Gold der Tropen und Frucht der Weisen“ – und es war kurzweilig, unterhaltsam und vergnüglich, was er zu berichten hatte.

Die Banane ist die weltweit meist exportierte Tropenfrucht, weiß er: Pro Woche importiert Deutschland 1 Million Bananenkisten, das sind 50 000 Holzpaletten und 122 Millionen einzelne Bananen. „Das ist ein gigantisches Geschäft“, sagt Erich Hinrichs. Allerdings verspeist der durchschnittliche Deutsche nur zwei Bananen pro Woche – rund zehn Kilo im Jahr. „In Dubai sind es pro Kopf 30 Kilo – die füttern aber ihre Rennkamele ebenfalls damit“, hat Hinrichs herausgefunden.

Bananen machen ein Prozent aller in Deutschland verkauften Lebensmittel aus – Ziel des Handels sei, den Konsum auf eine Kiste pro Kopf, also 18 Kilo, zu steigern. „Die Masse macht’s: Bananen sind vergleichsweise billig. Dafür sorgen die Discounter: Aldi will auf jeden Fall Preise von maximal einem Euro pro Kilo halten“, berichtete der Experte. Und: Die Gewinnmarge der Produzenten ist riesig.

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Daher stammt übrigens auch der Begriff „Bananenrepublik“: Die kleinen Länder in Mittelamerika, die fast nur vom Bananen-Export lebten, wurden von der 1899 gegründeten United Fruit Company dominiert, die besonders in Honduras den Bananenanbau als Monokultur durchsetzte, um billig zu produzieren.

Deutschland gehörte übrigens einst ebenfalls zu den Bananenproduzenten: Anfang des 20. Jahrhunderts kamen „deutsche“ Bananen aus den afrikanischen Kolonien Kamerun und Togo. „Noch heute glauben die meisten Deutschen, Bananen kommen aus Afrika“, berichtete Hinrichs. Dabei liegen die Hauptanbau- und Exportgebiete in Mittel- und Südamerika.

Die riesigen Bananen-Monokulturen gedeihen Hinrichs zufolge nur dank hohen Einsatzes an Pflanzenschutzmitteln. Das sei durchaus ein Problem, sagte er. Andererseits nannte er es einen Irrglauben, man könne Bio-Bananen ohne Pflanzenschutzmittel produzieren. In seinem nächsten Vortrag in Jever will er sich deshalb dem Begriff „Bio“ in der Tropenfrucht-Produktion widmen, kündigte er an.

Schnellwachsendes Gras

Musa und Pisang, Frucht der Weisen und Paradiesfeige, Platanos auf Spanisch und Banana auf Portugiesisch: Die Banane hat viele Bezeichnungen. Das Wort „Banane“ stammt ursprünglich wohl aus einer westafrikanischen Sprache, ihren wissenschaftlichen Namen bekam sie von Carl von Linné 1753: Er nannte die Banane unter Verwendung der arabisch-persischen Bezeichnung „mauz/Finger“ Musa und die Familie Musaceae. Auch Ingwer und die Strelizie gehören dazu.

Ursprünglich stammt die Banane aus Asien und dem westlichen Pazifikraum. Sie verbreitete sich schnell über die arabische Halbinsel und Ostafrika bis zu den Kanaren; im 16. Jahrhundert gelangte sie durch Mönche in die Karibik, von dort nach Mittel- und Südamerika.

Die so genannte Bananenstaude ist eigentlich ein extrem schnell wachsendes Gras: Es wächst rund 60 Zentimeter pro Tag. Nach neun Monaten bildet sich eine Blüte mit Fruchtstand. Meist hängt der Blütenstand wegen seines Gewichts über: Der Fruchtstand, das „Büschel“ kann ein Gewicht von bis zu 50 Kilogramm haben.

Ein Büschel besteht aus „Händen“, die einzelnen Früchte, die botanisch zu den Beeren gehören, sind die „Finger“ – die Bananen.

Melanie Hanz Agentur Hanz / Redaktion Jever
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