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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Raffinerie und Jade-Weser-Port waren sein Leben

02.09.2019

Jever /Wilhelmshaven Er gehörte zu den kreativen Köpfen der Region, steckte voller Ideen, hatte jede Menge Pläne im Kopf, wollte immer nach vorn. Er war stur und sensibel zugleich, technikbegeistert und kunstliebend, ein harter Knochen und Schlitzohr bei Verhandlungen – aber auch ein absolut verlässlicher Partner, wenn man sich mit ihm auf etwas verständigt hatte.

Johann Anton van Weelden, früherer Geschäftsführer der Wilhelmshavener Raffinerie und ehemaliger Vorsitzender des Kreisverbands Jeverland des Deutschen Roten Kreuzes, ist am Montag, 26. August, in Jever gestorben.

Der Niederländer, der 1991 in die Region kam, um die einige Jahre zuvor stillgelegte frühere Mobil-Raffinerie wieder anzufahren, wurde 76 Jahre alt und erlag im Friedel-Orth-Hospiz einem Krebsleiden, gegen das er fünf Jahre gekämpft hatte.

Seine letzten Lebensjahre lebte der Diplom-Ingenieur, der für seine Verdienste um die Wirtschaft in der Region mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet wurde, in Jever. Vorher hatte er einige Jahre seines Ruhestands auf Zypern verbracht.

Untrennbar ist mit seinem Namen der Wilhelmshavener Containerhafen Jade-Weser-Port verbunden. Van Weelden, von seinen Freunden Hans gerufen, gehörte zu der kleinen Gruppe von Vätern des Hafens aus der Wilhelmshavener Hafenwirtschaft, die 1993 mit der Idee eines neuen Tiefwasserhafens an der Jade in die Öffentlichkeit gingen.

Für viele galt er als der eigentliche Ideengeber. Immer angetrieben durch das Bemühen, „seiner Raffinerie“ unnötige Kosten zu ersparen. Warum also den Baggersand, der bei der Fahrrinnenpflege entstand, für viel Geld nach Helgoland fahren, um ihn dort zu verklappen? Seine Antwort: Lasst uns den Sand hier behalten und daraus eine neue Hafenfläche bauen.

Um diese Idee öffentlichkeitswirksam vorzustellen, schüttete er auch schon mal einen Sack Sand neben das Rednerpult im Vortragssaal der Auricher Wasser- und Schifffahrtsdirektion und kommentierte lapidar in seinem eigentümlichen Sprachgemisch aus Deutsch, Niederländisch und Englisch: „Die Zukunft von die Wilhelmshavener Wirtschaft liegt in die Sand.“

Als Raffineriechef setzte van Weelden schon in den 90er Jahren besondere Umweltstandards. Als das Wort Klimaschutz noch längst nicht den Stellenwert wie heute hatte, produzierte die Raffinerie an der Jade bereits schwefelfreien Dieseltreibstoff. Das ließ sich allerdings aus Kostengründen nur wenige Jahre durchhalten, weil es keine steuerliche Förderung des Projektes durch die Politik gab. Die Konkurrenz der großen Ölkonzerne war einfach zu mächtig.

Bevor er in die Region kam, hatte van Weelden in Niederländisch-Guayana, England, Dänemark, in den USA, in der Karibik und in Kuwait gelebt und gearbeitet.

Nach seinem Ausscheiden aus der Raffinerie trat der umtriebige Manager als parteiloser Kandidat für die CDU zur Oberbürgermeisterwahl in Wilhelmshaven an – und unterlag dem SPD-Amtsinhaber Eberhard Menzel erst in der Stichwahl. Enttäuscht war er nach der Niederlage, aber nicht entmutigt. Getreu seinem Lebensmotto, immer nach vorn und nie zurückzuschauen – „Kijk vooruit en zie niet om“ – beteiligte er sich auch in seinen letzten Lebensjahren an unterschiedlichsten Projekten.

Der Kreisvorsitz beim Roten Kreuz Jeverland gehörte dazu, sein Einsatz für einen Wiederaufbau der Synagoge in Jever – und im Hintergrund immer wieder Bemühungen zur zweiten Wiederbelebung der Wilhelmshavener Raffinerie. Entspannung fand der Musikliebhaber beim Malen maritimer Bilder im Künstlerforum Jever.

Im Mai hatte er im Lokschuppen gemeinsam mit Brigitte Frehsee die Ausstellung „grenzenlos“ mit Künstlern aus Leeuwarden eröffnet – das war Hans van Weeldens letzter öffentlicher Auftritt.

Am Freitag, 6. September, werden Angehörige, Freunde und Öffentlichkeit um 16 Uhr mit einer Trauerandacht in der Neuen Kapelle an der Wilhelmshavener Friedenstraße von Johan Anton van Weelden Abschied nehmen. Trauerkleidung ist nicht erwünscht. Farewell Hans.


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Jürgen Westerhoff Redakteur / Regionalredaktion
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