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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Geschichte: Keiner kehrte je nach Varel zurück

21.07.2012

VAREL Sie kamen mehrheitlich aus Ostfriesland, waren schon betagt, und Varel war für sie nur eine Zwischenstation auf einem langen Leidensweg: 23 jüdische Bürger, die vor genau 70 Jahren, am 23. Juli 1942 aus dem Altenheim in der Schüttingstraße 13 ins Ghetto Theresienstadt deportiert wurden. Die meisten von ihnen kamen dort wenige Wochen nach ihrer Ankunft um, gezeichnet von Hunger und Krankheiten.

Mit der Deportation der 23 Juden war Varel von „kennzeichnungspflichtigen Juden gesäubert“, wie es die Geheime Staatspolizei aus Wilhelmshaven an ihre vorgesetzte Behörde meldete. Fortan lebten nur noch wenige Juden aus so genannten privilegierten Mischehen in Varel, wie Frieda Gödecken, die jüdische Ehefrau des christlichen Textilhändlers Carl Gödecken. In der Nachkriegszeit engagierte sich Carl Gödecken beim demokratischen Neuaufbau. Er war Mitglied im Stadtrat und im Kreistag. Er starb 1954, seine Ehefrau Frieda überlebte die Nazi-Zeit. Sie starb 1965. Die Gödeckens hatten das Geschäftshaus in der Neuen Straße, das später als Elektro-Geschäft geführt wurde. Heute ist dort ein Parkplatz zwischen den beiden Gebäudeteilen der EWE angelegt. Das Haus in der Schüttiingstraße hatte dem Kaufmann Ernst (Sally) Weinberg und seiner Schwester Jette (Henriette) gehört. Sie hatten dort ab 1937 ein Altenheim betrieben. Der eigentliche Besitzer des Hauses, Ernst (Sally) Weinberg, war zusammen mit seiner Schwester Henriette und vier weiteren Bewohnern seines privat betriebenen Altersheims bereits am 23. Oktober 1941 von Varel nach Emden geschafft worden. Mit 116 weiteren Juden aus Ostfriesland wurden sie von dort nach Lodz (damals Litzmannstadt) ins Ghetto deportiert, wo die Weinbergs umkamen. Der Vareler Historiker Holger Frerichs hat die Geschichte des Hauses und seiner insgesamt 40 Bewohner mühevoll recherchiert. Die Ergebnisse sind in einem Buch niedergeschrieben, das am Montag, dem Jahrestag der Deportation der letzten Juden Varels, vorgestellt wird. Nach der Deportation der Weinbergs wurde das Haus von pflegebedürftigen Juden aus Emden bezogen. Sie wurden von Betty und Louis Wolff betreut. Die Wolffs wurden von Theresienstadt nach Auschwitz deportiert, wo sie umkamen.

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Hans Begerow Leitung / Politik/Region
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