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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Kreislandvolk: Kleinkrämerei sorgt bei Landwirten für dicke Luft

10.03.2016

Friesland Bei Frieslands Landwirten herrscht dicke Luft: In Kreislandwirt Hartmut Seetzen brodelte es sichtlich vor unterdrücktem Zorn, als er bei der Jahreshauptversammlung des Kreislandvolkverbands am Dienstagabend im Schützenhof Jever seinen Jahresbericht gab.

Grund ist die „Kleinkrämerei bei Verordnungen und Gesetzen“, die die Landwirte stark belaste. So berichtete Seetzen, dass 300 Betriebe im Oldenburger Land, darunter mehrere im Jeverland, keine Greening-Prämie erhalten: Seit vergangenem Jahr sind Bauern EU-weit verpflichtet, unter anderem mindestens 5 Prozent ökologische Vorrangflächen auf ihren Äckern anzulegen. Kontrolliert wurde die Umsetzung offenbar per Luftbildaufnahme. Und dabei zeigte sich, dass die Vorrangflächen zum Teil 20 bis 50 Quadratmeter zu klein ausgefallen sind – „auf Flächen von bis zu zehn Hektar“, so Seetzen. Ihn ärgert, dass solche Abweichungen von 0,1 Prozent und weniger die Auszahlung der Greening-Prämie verhindern.

Weiteres Ärgernis: Seit 1. Januar müssen Landwirte innerhalb von sieben Tagen die Geburt eines Kalbs und Zu- oder Abgänge von Rindern auf dem Hof melden. Wird die Frist überschritten, wird rückwirkend die Betriebsprämie gekürzt – und zwar drei Jahre lang um bis zu 9 Prozent. „Überschreitet der Landwirt die Frist dann noch einmal, verliert er die gesamte Prämie“, berichtete Seetzen. „Das sind Bagatellen – doch die verursachen hohen wirtschaftlichen Schaden und verursachen unnötigen Druck“, monierte er.

Und auch Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) hat die Bauern wieder gegen sich aufgebracht: Klammheimlich habe er einen Erlass herausgegeben, nach dem der Kaltbrand bei Milchkühen ab 1. März als Verstoß gegen das Tierschutzgesetz verboten und damit strafbar ist. „Ohne die Landwirte, die Landwirtschaftskammer und die Landvolkverbände zu informieren“, sagte Seetzen. Erfahren habe er davon, weil das Veterinäramt Jade-Weser den Landwirten einen Hinweis gegeben hat.

Beim Kaltbrand wird den Tieren durch ein mit Stickstoff abgekühltes Eisen auf die geschorene Haut ein Zeichen gebrannt. Dabei werden die Pigmente in den Haarwurzeln zerstört, so dass an dieser Stelle nur noch weiße Haare nachwachsen und das Brandzeichen sichtbar bleibt. Der Kaltbrand gilt als deutlich weniger schmerzhaft als der Brand mit einem glühenden Eisen.

„Für viele Betriebe ist der Kaltbrand eine sehr gute Möglichkeit, ihre Kühe im Melkstand und auf der Weide zu erkennen. Bei Weidehaltung ist Herdenmanagement ohne Kaltbrand fast unmöglich“, sagte Seetzen: Mit dem Verbot sei Niedersachsen erneut einzigartig. „Ein Politiker, der sagt, er wolle die Familienbetriebe fördern und erhalten, weiß nicht, wovon er spricht: Diese vielen Vorgaben kann kein Familienbetrieb auf Dauer leisten und einhalten“, monierte Seetzen.

Melanie Hanz Agentur Hanz / Redaktion Jever
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