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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

OLDTIMER: ,Knutschkugel‘ wird 50 Jahre alt

07.05.2005

JEVER JEVER - Wie ein Gefährt von einem anderen Stern wirkt das kleine rot-weiße Fahrzeug auf dem Hof der Firma Magnus in Jever. Der eiförmige Kleinwagen ist eine BMW Isetta 300. Günter Magnus hat den Kleinwagen, der im April 1955 erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, von einem Autoliebhaber aus dem Schwäbischen gekauft.

„Mit der Reparatur von Kleinwagen wie der Isetta oder dem Goggo habe ich mir Ende der fünfziger Jahre meine erste Sporen als Karosseriebauer verdient“, lächelt Günter Magnus. Später hat er so ziemlich alle Automarken und -typen repariert, aber die Isetta ging ihm nicht mehr aus dem Sinn.

Schon in den Zeiten des Wirtschaftswunders knatterte sich der Eintürer in die Herzen vieler Deutschen. Eifrig wurde für das damals rund 2500 Mark teure Minimalfahrzeug mit dem markanten Fronteinstieg gespart. „Die Isetta war, wie auch der Goggo, der Autotraum des kleinen Mannes in den 50er Jahren“, sagt Magnus.

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Kurios: Eigentlich ist die Isetta gar keine Erfindung der weiß-blauen Marke, sondern eine Entwicklung des italienischen Fabrikanten Iso. BMW hatte das Wägelchen auf einer Auto-Messe entdeckt. Für BMW, das in den Nachkriegsjahren zuerst nur auf große Modelle gesetzt hatte, erwies sich die kleine Isetta als Rettungsring in der Firmenkrise. Die finanziell in die Klemme geratenen Münchner bauten in die „Kugel mit Rädern“ zuerst einen 250-Kubikzentimeter großen Motor aus einem BMW-Motorrad ein.

Das wendige Minimalfahrzeug wurde im Nachkriegsdeutschland schnell zum Kassenschlager. Im ersten Verkaufsjahr wurden 13 000 Kleinwagen an den Mann und die Frau gebracht. In Spitzenzeiten, wie 1957, verkaufte BMW 40 000 „Knutschkugeln“, wie Autonarren damals die Isetta tauften.

„Beim Fahren mit der Isetta spürst du jeden Huckel in der Straße“, sagt Günter Magnus. Auch Sohn Werner liebt den „Kugelfisch auf Rädern“. „Wenn du den Gang einlegst oder den Schalter für den Scheibenwischer betätigst, dann spürst du noch die Mechanik“, schwärmt er.

Aus unfalltechnischer Sicht ist der Eintürer allerdings eine Katastrophe, weiß Günter Magnus noch aus damaligen Zeiten. Nach einem Frontalaufprall konnte sich der Fahrer, vorausgesetzt er war gelenkig, nur durch eine schmale Luke im Dach des Autos retten.

Auf die Eventualität eines Unfalls will es Magnus allerdings nicht ankommen lassen. „Die Isetta kommt nur für besondere Fahrten aus der Garage“, betont der Karosseriebauer. Zunächst soll der Motor des Zweieinhalbsitzers erstmal gründlich überholt werden.

Der Jeveraner hat neben der Isetta noch einen Goggo, einen so genannten Brezelkäfer aus den 50er Jahren und noch so manch andere Autoperle. Seine Autoschätze würde er auch gerne anderen Oldtimerfreunden zeigen. Doch von seinem Traum, ein eigenes Automuseum zu errichten, hat sich der 71-Jährige nicht zuletzt wegen mangelnder öffentlicher Unterstützung derzeit verabschiedet (NWZ berichtete).

BMW Isetta – Zahlen und Fakten über den Münchner Mini:

Der Kleinwagen wurde im April 1955 offiziell von BMW vorgestellt. Bis 1962 wurden 161 728 Isettas hergestellt. Bei Markteinführung kostete der billigste BMW aller Zeiten rund 2500 Mark.

An der Fronttür des Zweieinhalbsitzers sind Lenkrad und Armaturenbrett befestigt. Optional war eine Vasenhalterung an der Frontscheibe erhältlich.

Technische Daten: Einzylinder Viertakt-Motor mit Gebläsekühlung mit 250 ccm und 12 PS bzw. 300 ccm und 13 PS. Hinterachsantrieb. Querliegender Motor hinter der Sitzbank. Viergang-Getriebe mit Rückwärtsgang. Das Leergewicht des Autos beträgt 370 Kilogramm.

Maße: Die Isetta ist 2,35 Meter lang, 1,38 Meter breit und 1,34 Meter hoch.

Fahrleistung: Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 85 km/h.

Thomas Neunaber Barßel/Saterland / Redaktion Münsterland
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