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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Barrierefreiheit: „Konflikt auf Rücken der Bahnkunden“

08.01.2013

Varel Rückwärts geht Stephanie Torith die Treppen am Bahnhof hoch und zieht den Kinderwagen mit ihrer sieben Monate alten Tochter hinter sich her. Die 31-Jährige ist auf dem Weg zum Bahnsteig 2, um heim nach Delmenhorst zu fahren. Auf der anderen Seite der Überführung läuft es umgekehrt. Die Frau schiebt den Kinderwagen vor sich her und lässt ihn Stufe für Stufe die Treppe hinunter. „Das ist nicht kundenfreundlich. Ein Fahrstuhl ist dringend erforderlich“, meint Torith. Sie hätte sich nicht so mühen müssen, wenn die Nordwest-Bahn auf Gleis 1 eingelaufen wäre. Doch das tut sie neuerdings aus Zeitgründen nicht mehr.

Die Nordwest-Bahn (NWB) betonte am Montag auf Anfrage der NWZ , dass die Züge nicht ohne Weiteres in Wilhelmshaven früher losfahren könnten, um im Vareler Bahnhof auf Gleis 1 einfahren zu können. Wichtig sei nämlich auch der Anschluss in Sande und in Richtung Esens, erklärte NWB-Sprecherin Katrin Hofmann. „Hier hatten wir schon während des Ersatzverkehrs geprüft, die Zeiten anzupassen, leider ohne Erfolg.“

Die Wendezeiten in Wilhelmshaven und Esens mit fünf und sechs Minuten seien knapp. „Würden wir den Anschluss in Sande schieben, weil wir vorzeitig in Wilhelmshaven abfahren, werden die Anschlusszeiten knapper“, so Hofmann. Die Nordwest-Bahn werde das Thema aber noch mal zur Prüfung an die Betriebsleiter weiterreichen.

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Wie berichtet, fahren die Züge im Vareler Bahnhof nur noch auf den Gleisen 2 und 3, die aber nur über Treppen zu erreichen sind. Dadurch stehen Rollstuhlfahrer, Personen mit schwerem Gepäck, Fahrradfahrer und Mütter mit Kinderwagen vor großen Problemen. Die Nordwest-Bahn fährt den einzigen barrierefreien Bahnsteig 1 nur noch an, wenn die Fahrt einen Tag vorher angemeldet wird.

Kritik kommt vom Pro-Bahn-Regionalverband Ems- Jade. „Nun dürfte wohl auch der letzte Bürger und Bahnkunde erkannt haben, welchen Stellenwert der Schienenpersonenverkehr bei der Deutschen Bahn AG hier in der Region Wilhelmshaven/Friesland/Wittmund und insbesondere in Varel genießt“, meinte Pro-Bahn-Vorsitzender Hans-Joachim Zschiesche. „Es ist schon ungeheuerlich zu erleben, mit welcher Arroganz, Missachtung von mobilitätsbehinderten Menschen, Diskriminierung und Gleichgültigkeit die DB Netz AG wegen angeblich 30 Sekunden längerer Fahrzeit den Hausbahnsteig Gleis 1 in Varel nicht mehr anfährt.“

Auch die Weigerung für den vorübergehenden Einsatz von Hilfspersonal bei der Benutzung der zum größten Teil neu eingerichteten, höhengleichen Gleisquerung am Fahrradstand unter Berufung der Kosten durch die Kommune suche ihresgleichen.

Beschwerden beziehungsweise Hinweise von Pro Bahn an die Landesnahverkehrsgesellschaft, Deutsche Bahn AG und Nordwest-Bahn auf den mit Steuergeldern erstellten Hausbahnsteig Gleis 1 sowie die nicht barrierefreie Sanierung des Bahnsteig Gleis 3 blieben seitens der zwei erstgenannten bis heute ohne Antwort.

„Es hat den Eindruck, als befänden sich die Deutsche Bahn und die Nordwest-Bahn in eine Art Kriegszustand, der auf dem Rücken der Fahrgäste ausgetragen wird“, so Zschiesche. Ferner werde der Eindruck erweckt, dass gutes Reden miteinander bei der Behebung der Probleme zu keinem Erfolg führt. Wie sonst soll die Kostenübernahme der Stadt Varel für das Hilfspersonal zu verstehen sein.

Eine Art Dienst- oder Fachaufsicht gegenüber der Bahn scheint es auch nicht mehr zu geben, so Zschiesche, die solche unseligen Maßnahmen verhindert beziehungsweise verbietet. Diese sei nur vorhanden, wenn es darum geht, zu sagen, was heute alles nicht geht. Deshalb sollte geprüft werden, ob nicht eine einstweilige Verfügung bei Gericht erwirkt werden kann, diesem unmenschlichen Treiben ein Ende zu setzen.

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Christoph Koopmeiners Wildeshausen/Dötlingen / Redaktion Wildeshausen
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