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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Krankenhaus-Förderkreis hat neuen Schatzmeister

10.09.2014

Varel „Anfangs sah es so aus, als müssten wir selbst Insolvenz anmelden“, erinnert sich Alfred Renze ungern an den Januar und Februar 2014. Damals hatte Renze als Vorsitzender des Förderkreises St.-Johannes-Hospital erfahren, dass der damalige Schatzmeister Vereinsvermögen veruntreut hatte (die NWZ  berichtete: „Drei Vereine vermissen Geld in der Kasse“). „Im Ergebnis sind wir mit einem blauen Auge davongekommen“, sagte Renze jetzt bei der Mitgliederversammlung des Förderkreises. „Die veruntreuende Unterschlagung hat viele Kräfte gekostet und Zeit erfordert“, berichtete Renze über die Arbeit des Vorstands im Frühjahr, die erschwert war, weil die Staatsanwaltschaft die Vereinsakten beschlagnahmt hatte.

Schaden behoben

„Dem äußeren Anschein nach war die finanzielle Lage beruhigend. Es gab keinen vernünftigen Grund, dass wir das Unheil hätten heraufziehen sehen können“, so Renze.

Er berichtete von der Wiedergutmachung des Schadens durch den ehemaligen Schatzmeister und seine Familie. Um 27 000 Euro war allein der Förderkreis St.-Johannes-Hospital nach Renzes Angaben geschädigt worden. Über das kontoführende Kreditinstitut, den mittlerweile aus dem Verein ausgetretenen Schatzmeister und dessen Familie war der Ausgleich zustande gekommen.

Drei Vereine betroffen

Wohl ab 2003 hatte der damalige Schatzmeister Vereinsvermögen veruntreut und für sich selbst verbraucht, wobei außer dem Förderkreis noch der Rotary-Club und der Förderkreis Waisenstift betroffen waren. Denn in allen drei Vereinen war er der Schatzmeister. Insgesamt wurden die Vereine um 100 000 Euro geschädigt. Die Untreue-Taten blieben lange unentdeckt, weil der Urheber in drei Vereinen Schatzmeister war und über ein System von Querbuchungen die Untreue-Taten vernebelte. Als kommissarischer Kassenverwalter gab Renze den Mitgliedern einen Bericht für 2013, in dem immerhin 23 000 Euro für Verbesserungen im Krankenhaus aufgewendet wurden. Unter anderem wurden spezielle Pflegebetten angeschafft, Rollstühle und Telefone für den ehrenamtlichen Besuchsdienst.

Renze nahm in seiner Stellungnahme auch die Kassenprüfer in Schutz, die in der Öffentlichkeit kritisiert worden waren. Die Umstände des Einzelfalls seien zu prüfen, und hier habe sich aus den seriösen Lebensverhältnissen eine besondere Reputation ergeben. „Wir sind aus allen Wolken gefallen. Es war ein Riesenschock“, sagte Renze. Er dankte den Mitgliedern für die Treue zum Förderverein und bat die Bürger der Region auch weiterhin um Unterstützung im Sinne des Krankenhaus-Standorts: „Was feste Wurzeln hat, braucht den Wind nicht zu fürchten“, zeigte er sich überzeugt, dass die Spendenbereitschaft wieder aufleben werde. Sie war 2014 deutlich geringer ausgefallen.

Dank an Vorsitzenden

Förderkreis-Mitglied Rudi Böcker dankte Renze für sein Engagement bei der Bewältigung der Untreue-Affäre. Zum neuen Schatzmeister wählte die Versammlung einstimmig Stephan Graf-Peschau (38). Er ist Leiter des Finanz- und Rechnungswesens der Hospitalgesellschaft Jade-Weser. Über die Entwicklung im Krankenhaus berichtete Geschäftsführer Heinz Hoffstedde.