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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

„Kutsche“ für die Königin

03.10.2006

In strenger Klausur hat der zwölfköpfige Prüfungsausschuss am Freitag den neuen Sud des Friesischen Brauhauses verkostet. Das Ergebnis der 317. Prüfung bleibt bis zur offiziellen Bierprobe am kommenden Freitag geheim. Traditionell wird das Resultat der Verköstigung in Versform zusammengefasst. Je besser das neue Bier schmeckt, umso flüssiger purzeln die Reime. Der Prüfungskommission unter der bewährten Leitung von Helmut Loerts-Sabin gehörten in diesem Jahr Theodor Wagner, Melanie Hanz, Holger Pesarra, Dietmar Rüstmann,

Anja Müller, Horst-Dieter Husemann, Ulrich Schipper, Siegfried Harms, Christine Ambrosy-Schütze, Heiko Hoffmeister und Marianne Rasenack an. Der erste Sud im historischen Holzfass wurde standesgemäß mit dem Brauerei-Käfer von einer Brauhaus-Delegation zum Rathaus gebracht. Das Prüf-Ritual ist indes weit mehr als ein Werbegag. Schon vor der Unterzeichnung des deutschen Reinheitsgebots im Jahr 1516 gab es strenge Kontrollen des organisierten Braugewerbes. Bereits im Mittelalter stellte die so genannte Bierbeschau im Rahmen der Gewerbeaufsicht eine wichtige Institution dar. „Nach Erlassen des Reinheitsgebots durch Herzog Wilhelm IV. von Bayern wurden die Einhaltung dieses Erlasses und die Qualität des Suds immer wieder durch Kontrollen der so genannten Pir-Beschauer überprüft. Dabei wurde das Bier zur Qualitätskontrolle auf Holzbänke gegossen. Die Pir-Beschauer in Lederhosen setzten sich auf die Bierpfütze und erhoben sich nach einer genau festgelegten Frist. Nur wenn die Hose an der Bank kleben blieb, galt das Bier als geraten. Wenn nicht, wurde das Bier weggeschüttet oder billiger verkauft“, weiß Brauhaus-Betriebsleiter Wolfgang Janssen. Auch finanzielle Interessen hätten eine Rolle gespielt: Die Bierbeschau diente der Registrierung vorhandener Biermengen und damit der Biersteuer-Erhebung. In dieser Tradition kommt auch heute eine „gestrenge Prüfungskommission“ im Jeverschen Rathaus zusammen. Das Ergebnis wird bei einem geselligen Empfang am kommenden Freitag im Brauhaus vorgestellt.

Gleichzeitig wird ein neuer „Rumormeister“ ernannt, der im Braujahr, das traditionell am ersten Oktober beginnt, für Ruhe und Ordnung in der Bierstadt Jever sorgt. Amtierender „Rumormeister“ ist Polizeichef Franz Andratzke.

Prüfungskommissionsmitglied Anja Müller (rundes Bild, links) aus Schortens konnte am Abend der Verköstigung gleich auch einen wichtigen Karriereschritt feiern. Sie besitzt die Befähigung für die Laufbahn des höheren allgemeinen Verwaltungsdienstes. Gleichzeitig beschloss der Stadtrat, ihr die allgemeine Vertretung von Bürgermeister Gerhard Böhling (rundes Bild, rechts) unbefristet zu übertragen. Zugleich wurde Anja Müller mit Wirkung vom 1. Oktober zur Städtischen Rätin, dem Eingangsamt des höheren Dienstes, ernannt.

Verdiente Vorstands- und Ausschussmitglieder haben Obermeister Thomas Schlimgen und Geschäftsführer Peter Töben von der Fleischerinnung Friesland ausgezeichnet. Georg Janssen aus Jever leitete die Innung als Obermeister von 1988 bis März 2006. Gerd Kickler aus Jever war von 1975 bis 1997 Vorsitzender des Gesellenprüfungsausschusses für das Fleischerhandwerk. Außerdem gehörte er dem Vorstand der Innung von 1994 bis 2006 an. Uwe Heinicke aus Jever war von 1991 bis 2005 Vorsitzender des Prüfungsausschusses für Fachverkäuferinnen im Nahrungsmittelhandwerk.

Motorisiert ist seit wenigen Tagen Schortens’ neue Mühlenkönigin Lisa Kappe aus Sillenstede. Die Repräsentantin der jungen Stadt erhält für die Dauer ihrer Amtszeit von Siegmund Netcel, Inhaber des Autohauses Ford Hippen in Jever, einen Ford Ka zur freien Verfügung gestellt. „Das passt gut“, freut sich die IGS-Schülerin“, „die Busverbindungen von und nach Sillenstede sind nicht so dolle.“ Da passt es auch gut, dass sie erst vor kurzem ihren Führerschein gemacht hat.

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