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NWZonline.de Region Friesland Wirtschaft

Kutter kann wegen Eisgangs nicht in Hafen

10.12.2010

VARELER HAFEN Ganz öffnet sie dem Besucher nicht ihre (Ruderhaus-) Tür, die „Hein Godenwind“ an einem eisigen Außenliegeplatz draußen vor der Vareler Schleuse. Denn es wäre ein zu problematisches Unterfangen, sich von der glatt gefrorenen Trittstange am Festmach-Pfahl auf das ebenfalls vereiste Holzdeck zu schwingen.

Doch auch dieses symbolische „Tür auf“ hat seinen Reiz. Der Krabbenkutter in dem eishaltigen Wasser, bereift und überfroren, vor dem weiten Panorama der Außendeich-Landschaft. Am Rande, zum Ufer hin, treiben ganze Eisplatten: ein einprägsames winterliches Bild.

Das Schiff liegt draußen, weil wegen des Eisganges ein Einschleusen zum heimatlichen privaten Winterliegeplatz „vor unserem“ Haus binnen, Am Hafen 58, nicht mehr möglich war, erklärt Skipper Hans Schröder. „Hein Godenwind“ hat jeweils von Anfang Dezember bis März Winterpause; in der Saison liegt sie in Dangast, gern gesehen nicht zuletzt bei Touristen.

Die Winterpause nutzen Hans Schröder, 53, und sein Sohn und Maat Nils, 22, für Schiffsüberholungen und Netzarbeiten. Im März geht es dann wieder los, zu jeweils zwölfstündigen Törns auf der Innen- und Außenjade; mit dem 1974 bei Bültjer in Ditzum vom Stapel gelaufenen 16-Meter-Schiff in Holzbauweise, sozusagen ein Kutter-Klassiker.

Sie lieben diesen Beruf, Skipper Hans und sein Nils. „Die Nähe zur Natur, ein Sonnenaufgang oder ein Wetterleuchten draußen im Watt: das hat was“, sagt Hans Schröder. Und Nils gefällt die Fischerei „hundertprozentig“; er sei damit groß geworden, schon als Kind mit hinausgefahren, habe dann 2004 die Lehre beim Vater begonnen. Man müsse aber auch unverdrossen anpacken können, absolut einsatzbereit sein. Hans Schröder ist Fischwirtschaftsmeister, Nils hat sich soeben für den entsprechenden Lehrgang angemeldet. Beide haben das nautische Patent für Küstenfischerei.

Die Schröders sind der einzige verbliebene voll gewerbliche Fischereibetrieb an der ganzen inneren Jade. 1973 etwa waren in Varel noch elf voll gewerbliche Kutter beheimatet. Der Betrieb Schröder existiert in vierter Generation; schon Hans Schröder ging 1973 beim Vater in die Lehre. Die wirtschaftliche Perspektive sei „für uns gut“, zumindest sicher, sagt Nils. Krabben sind ein nach wie gefragtes Gut. Die Fänge der „Hein Godenwind“ werden über die Fischereigenossenschaft Butjadingen in Fedderwardersiel vermarktet; ein kleiner Teil wird auch direkt vom Schiff am Liegeplatz Dangast verkauft.

Nicht ganz so gut finden die beiden Vareler Fischer, wie die lokale Politik mit Fischerei-Belangen umgeht. Es gebe da zu wenig Unterstützung und Verständnis. Der Außenliegeplatz vor der Schleuse habe nicht einmal den dringend notwendigen Strom- und Wasseranschluss, sagt Hans Schröder. Das sei „stiefmütterlich“. Diese Haltung sei umso erstaunlicher, als der Kutter ein nicht unwichtiger Faktor auch für die sonst so viel beschworene touristische Attraktivität von Varel-Dangast sei.

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